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Business-Feuerwerk mit Explosionsschutz

Ein hochwirksames Wabenmaterial aus Aluminium kann effizient Großbrände und Explosionen verhindern. Die mehrfach patentierte Innovation kommt aus einer kleinen Grazer Technikschmiede.

Franz Stuhlbacher mit entzündetem Kanister
© Foto Fischer Franz Stuhlbacher hat gut lachen: Mit dem von ihm entwickelten Explosionsschutz lässt sich leicht entzündliches Benzin in Schach halten.

Große Innovationen verstecken sich oft hinter unscheinbaren Firmenmauern. So auch im Fall der  kleinen Technikschmiede Fuxs GmbH in der Grazer Las­tenstraße. Dabei ist das Produkt des Vier-Mann-Betriebs mittlerweile weltweit gefragt. Denn Unternehmensgründer Franz Stuhlbacher, der sich seit drei Jahrzehnten mit dem Thema Feuer- und Explosionsschutz beschäftigt, hat mit „Exess“ ein hochwirksames Wabenmaterial entwickelt, das sich problemlos auch in bestehende Treibstofftanks integrieren lässt – und damit wesentlich zur Sicherheit von Mensch und Umwelt beiträgt. „Im Unterschied zum Mitbewerb arbeiten wir mit metallischem Material. Aus beschichtetem Aluminium fertigen wir ein Produkt, das die Explosion von Treibstofftanks rein mechanisch verhindert.“ Möglich wird das physikalisch durch die geometrische Oberfläche des Produkts. Spezialmaschinen produzieren daher aus dem Alu-Material – je nach Bedarf – entweder feinmaschige Gitternetze oder zylinderförmige Körper, die in unterschiedlichsten Bereichen zum Einsatz kommen. 

Vielfältige Einsatzgebiete

„Mittlerweile sind 80 Prozent der Tankstellen in Österreich mit unserem Produkt ausgestattet“, sagt Stuhlbacher. So genannte Domschächte bei Tankstellen wurden bislang oft mit Sand oder Kies gefüllt. „Doch unser Produkt ist vollständig recycelbar, wartungsfrei und einfach zu handhaben. Der Volumensverlust ist mit nur 1,5 Prozent minimal, das Gewicht ganz gering.“ So greifen etwa die OMV, Shell, Eni, Agip und BP mittlerweile auf das Geflecht in Wabenstruktur zurück. Auch in der Fahrzeugindustrie kommt „Exess“ zum Einsatz – etwa bei Porsche oder beim Toyota Land Cruiser. Gefragt ist das Produkt zunehmend auch im militärischen Bereich, in der Schiffs- oder in der Flugzeugindustrie. So habe, berichtet Stuhlbacher, auch Boeing schon Interesse bekundet, seinen Jumbo partiell mit der Innovation aus der Steiermark auszustatten, um die Sicherheit zu erhöhen.

Der mechanische Explosionsschutz auf Folienbasis ist mittlerweile ein mehrfach patentiertes Produkt, das weltweit nachgefragt wird. „Und wir entwickeln laufend neue Applikationen“, so Stuhlbacher. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt, „wir sind in Afrika genauso tätig wie im Mittleren Osten und Amerika“. Aktuell werden etwa in Vietnam 16.000 Tankstellen mit der Innovation nachgerüstet.

Auch einen Sicherheitskanister hat der Maschinenbautechniker entwickelt. Als Pionier im Explosionsschutz ist ihm Aufklärungsarbeit ein wichtiges Anliegen: „Mit einem wirksamen Explosionsschutz lassen sich Katastrophen einfach und effizient verhindern. Der sorglose Umgang mit gefährlichen Stoffen hat leider schon zu vielen Tragödien geführt“, mahnt er zu Vorsicht im Umgang mit fossilen Brennstoffen.  

Worauf geht die ursprüngliche Produktidee zurück?

Auf die Davy’sche Grubenlampe. Mit dem offenen Deckeleffekt kann man Druckwellen dämpfen.

Was sind aktuell die größten Herausforderungen?

Auch wir kämpfen mit Lieferengpässen und enormen Preissteigerungen beim Material.

Was sind Ihre weiteren Ziele?

Eine Formel-1-Zulassung und der Einsatz in Wasserstofftanks. Wir entwickeln laufend neue Applikationen. 


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