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Bündnis für einen starken Süden

Mehr als zwei Jahre lang hat ein wissenschaftliches Konsortium an einer Standortstudie für Südösterreich gearbeitet. Nun liegt diese auf dem Tisch, sie soll die Basis für eine gemeinsame Zukunftsachse sein.

Barbara Eibinger-Miedl, Josef Herk und Ewald Verhounig (v.l.) bei der Pressekonferenz in der WKO Steiermark
© Foto Fischer LR Barbara Eibinger-Miedl, WK-Präsident Josef Herk und IWS-Leiter Ewald Verhounig bei der Studienpräsentation, zeitgleich in Graz und Klagenfurt (v.l.).

Mit der Fertigstellung der Koralmbahn beginnt für den Süden Österreichs ab 2026 eine neue Ära. Graz und Klagenfurt werden dann nur mehr 45 Zugminuten voneinander entfernt sein. Damit sind auch viele wirtschaftliche Chancen verbunden, die im Rahmen einer Standortstudie – ausgearbeitet von Joanneum Research, der Uni Graz und dem Institut für Wirtschafts- und Standortentwicklung (IWS) – nun umfassend untersucht wurden. „Ziel ist es, durch ein bundesländerübergreifendes Bündnis nun gemeinsam an diesen Chancen zu arbeiten. Basis dafür soll die vorliegende Studie sein“, betonten WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk und Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl bei der Präsentation mit Kärntens Landeshauptmann-Stv. Gaby Schaunig und  Astrid Legner, Vizepräsidentin der WKO Kärnten.

F&E soll im Süden auf über fünf Prozent steigen 

Konkret strebt man einen gemeinsamen Wirtschafts- und Innovationsraum Südösterreich an, der eine Forschungs- und Entwicklungsquote von über fünf Prozent aufweist. Derzeit hält man hier noch bei 4,57 Prozent, darum soll von beiden Landesregierungen noch in diesem Jahr eine Maßnahmenagenda auf den Weg gebracht werden, die auf den Ergebnissen  dieser Studie fußt. Im Rahmen dieser haben die Experten rund um Eric Kirschner vom Joanneum Research sowie IWS-Leiter Ewald Verhounig und Thomas Krautzer von der Uni Graz zahlreiche gemeinsame Herausforderungen, aber auch Zukunftspotentiale herausgearbeitet. Dazu gehören eben auch der Ausbau der Forschung und Entwicklung sowie – als Vo-raussetzung dafür – eine leistungsfähige Infrastruktur im Verkehrs-, Telekom- und Energiebereich. Die Koralmbahn sei hier ein wichtiger, aber auch nur ein erster Schritt in Richtung einer infrastrukturellen Angleichung mit anderen Regionen Österreichs. Es brauche eine nachhaltige Verbesserung der öffentlichen Erreichbarkeit, etwa im Schienenverkehr durch den Ausbau der Pyhrn-Schober-Achse oder im Straßenbereich durch den Lückenschluss der S36 oder die Erweiterung der A9. Dazu müsse eine flächendeckende Gigabitfähigkeit für KMU durch einen Glasfaserausbau bis 2030 sichergestellt werden und im Zuge der dramatischen Ereignisse in der Ukraine eine Beschleunigung von UVP-Verfahren, speziell was den Ausbau erneuerbarer Energien betrifft. Herausforderungen, die man – auch gegenüber dem Bund – künftig gemeinsam forcieren will.

Dazu zählen auch Maßnahmen gegen die Folgen des demographischen Wandels, wo man sich u.a. für einen qualifizierten Zuzug ausspricht. Denn: „Zusätzlich zu den geburtenschwächeren Jahrgängen sieht sich der Süden außerhalb der erweiterten Zen-tralräume mit einem ,Brain-Drain‘ junger, gut ausgebildeter Menschen konfrontiert. Viele Akademiker kehren nach dem Abschluss ihres Studiums nicht mehr in ihre Heimatregionen zurück“, so Herk. Dadurch sinkt die Anzahl der 20- bis 64-Jährigen in Kärnten bis zum Jahr 2040 um 10,1 Prozent und in der Steiermark um 9,5 Prozent. 

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