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Blühende Leidenschaft für Blumenbranche

Nach Jahrzehnten an der Spitze der Branchenvertretung tritt Meisterflorist Rudolf Hajek nun leiser. Doch seine Passion für Blumen floriert weiter. 

Rudolf Hajek
© Foto Fischer Rudolf Hajek hat sich über Jahrzehnte mit viel Herzblut für die Floristen engagiert.

Es ist wahrlich ein großes Lebenswerk, auf das der Grazer Meisterflorist Rudolf Hajek nach jahrzehntelanger Interessenvertretung zurückblicken kann. Wenn er sich dieser Tage sukzessive aus sämtlichen Ämtern zurückzieht und auch als Präsident des Blumenbüros abdankt, ist das allein seinem Alter – er wird in den nächsten Wochen 76 Jahre alt – geschuldet. Für die Sache selbst brennt er wie am ersten Tag.

Doch der Reihe nach: Hajek wurde die Leidenschaft für die Blumenbranche quasi in die Wiege gelegt. Sein Großvater gründete im Jahr 1904 den Flora-Salon und später unweit davon den Burgflorist. Als Teil einer Floristenfamilie „verirrte“ sich Hajek zunächst in die HTL, bevor er mit 18 Jahren noch eine Floristenlehre begann.  Beides ergänze sich gut, wie er rückblickend erzählt: „Meine planerischen Kenntnisse aus der Baubranche sind mir später sehr zugute gekommen, etwa bei großen Hallengestaltungen.“ Seinen beruflichen Horizont erweiterte er bei Aufenthalten in Dänemark, Holland, Belgien und Israel.

Voller neuer Ideen nach Graz zurückgekehrt, schnupperte Hajek schon in jungen Jahren „Funktionärluft“. Zunächst in der ARGE Gärtner, später (ab 1992) als Landesinnungsmeister. Im Jahr 2005 wurde der Steirer dann sogar an die Spitze der Bundesinnung gewählt. Doch damit nicht genug: Als geschäftsführender Präsident des Blumenbüros ist es ihm gelungen, die gewerblichen Landschaftsgestalter und Floristen, den Blumengroßhandel und die landwirtschaftlichen Gärtner unter dem Dach der „Österreichischen Blumenwerbung“ zu vereinen. Ein Spagat, der nicht einfach war, aber die „grüne Branche“ in ihrer Kreativität nach außen hin sichtbar machte.

Große Herausforderungen, große Erfolge

Ein besonderes Anliegen war Hajek stets, die Ausbildung der Jugend zu forcieren. So war er die treibende Kraft hinter der Gründung der beiden Meisterschulen für Floristik in Zwettl und Innsbruck. Nicht nur diese Aufwertung gelang, sondern auch die Umstufung vom „gebundenen Handwerk“ ins „Handwerk“: „Das waren die Meilensteine, genauso wie die Anhebung der Meisterprüfung im NQR“, so Hajek. Ebenso wichtig war ihm, die Branche auch bei internationalen Skillsbewerben zu etablieren – was ebenfalls gelang.

Dem Branchenvertreter werden nicht nur diplomatisches Geschick und Standhaftigkeit attestiert, er wird auch für seine analytischen, fachlichen und zwischenmenschlichen Fähigkeiten geschätzt.

Seinen eigenen Betrieb – den  „Burgflorist“ – führt Hajek mit seiner Frau Annemarie noch heute mit der gleichen Leidenschaft wie am ersten Tag. Da der Apfel nicht weit vom Stamm fällt, ist Sohn Josef in vierter Generation bereits Teil der Geschäftsführung. Dass Hajek die Lehrlingsausbildung ein Herzensanliegen ist, hat er auch im eigenen Betrieb immer wieder bewiesen: Insgesamt wurden dort mehr als 50 Lehrlinge ausgebildet.

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