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Bleibt Homeoffice ein Teil der Arbeitswelt?

Corona hat die Arbeitswelt verändert. Während einige wieder ins Büro wollen, plädieren andere für nachhaltige Homeoffice-Lösungen. 

71 Prozent der Österreicher (statista.com) waren 2020 mit der Arbeit von zu Hause zufrieden.
© Adobe Stock/Sensvector 71 Prozent der Österreicher (statista.com) waren 2020 mit der Arbeit von zu Hause zufrieden.

Man sagt, der Mensch sei ein Gewohnheitstier. Doch die letzten eineinhalb Jahre haben uns gezeigt, dass wir uns sehr viel schneller an Veränderungen anpassen können, als gedacht. Von heute auf morgen wurden im März 2020 zahlreiche Arbeitnehmer ins Homeoffice geschickt. Dass diese „Notlösung“ auch noch eineinhalb Jahre später praktiziert wird, beweist, dass das mobile Arbeiten auch in Nicht-Krisen-Zeiten großes Potenzial hat: Flexiblere Arbeitseinteilung, keine Anfahrtszeiten und erhöhte Produktivität zählen zu den beliebtesten Argumenten, die für das Arbeiten von zu Hause sprechen. 

Dennoch stehen viele Homeoffice-Vereinbarungen derzeit kurz vor dem Aus: Mit den kontinuierlich steigenden Impf- und sinkenden Infektionszahlen werden immer mehr Mitarbeiter wieder zurück ins Büro beordert – nicht immer zur Freude aller Beteiligten. Umso wichtiger ist die Frage, was Betriebe bei diesem Schritt beachten sollten bzw. wie die richtige Balance zwischen Homeoffice und Büroalltag gefunden werden kann. Denn die Bereitschaft dafür ist seitens der steirischen Unternehmen da, wie eine aktuelle Studie der Universität Graz in Zusammenarbeit mit der WKO Steiermark zeigt: „56 Prozent der befragten steirischen Unternehmen  wollen künftig mehr Arbeit von zu Hause aus ermöglichen“, so Renate Ortlieb, Leiterin des Instituts für Personalpolitik der Universität Graz, die zusammen mit ihren Kolleginnen Elena Glauninger und Silvana Weiss die Studie zum Thema Homeoffice publiziert hat (Mehr Details unter bit.ly/3AspFb8).

Mischform gewünscht

Viele Unternehmen stehen nun vor einer zukunftsweisenden Entscheidung: Soll Homeoffice als Alternative beibehalten werden? Auch wenn das mobile Arbeiten einige Befürworter hat, sind ein paar Hürden und Herausforderungen nicht von der Hand zu weisen: „Während sich Arbeitgeber um den Kontrollverlust bei Arbeitszeiten und Leistungen sorgen, fällt es den Beschäftigten oft schwer, eine Balance zwischen Arbeit und Privatleben zu finden“, so Ortlieb.  „Eine Mischlösung wäre die beste Idee. Nach so einem langen Zeitraum haben sich Arbeitsabläufe verändert – oft auch zum Positiven. Deshalb sollte das, was sich in den letzten Monaten bewährt hat, auch beibehalten werden“, ergänzt Glauninger. Das Konzept „Büro“ komplett abzuschaffen, hält sie aber für wenig sinnvoll. Denn das Büro sei ein wichtiger Ort für Wissenstransfer, Weiterentwicklung und sei unersetzlich für den Teamzusammenhalt.  

Transparente Regeln

Damit die Mischform aus Homeoffice und Büro dauerhaft funktioniert, braucht es klare, transparente Regelungen. „Dazu muss vorab geklärt werden, was Arbeitnehmer und Arbeitgeber wollen und voneinander erwarten. Ziel ist es, faire Rahmenbedingungen zu schaffen und trotzdem individuelle Lösungen zu finden“, so Glauninger. Laut Umfrage haben bereits zwei Drittel der Unternehmen eine Betriebsvereinbarung zu Homeoffices bzw. bereiten diese gerade vor. Der zweite Teil der Befragung zum Thema Homeoffice findet gerade statt und wird auf personalpolitik.uni-graz.at veröffentlicht. 

Das sagen Unternehmer:

Alexander Marko, Geschäftsführer Styria Print Group und Styria Media Design: „Aktuell fahren wir einen Schichtbetrieb mit 50 Prozent der Mitarbeiter im Homeoffice. Solange uns die Pandemie beschäftigt und die Impfungen noch nicht ausreichend abgeschlossen sind, werden wir Homeoffice ermöglichen. Für die Zeit danach evaluieren wir aktuell die Optionen – ein reiner Homeoffice-Betrieb ist aber ausgeschlossen.“

Wolfgang Malik, CEO Holding Graz GmbH: „Der Lockdown war für die Professionalisierung des Homeoffice natürlich ein echter Turbo. Die Produktivität und Zufriedenheit sind durch das mobile Arbeiten deutlich gestiegen. Deshalb haben wir auch für die Zukunft neue Richtlinien für die Telearbeit in der Holding Graz erarbeitet und werden die Ergebnisse der Telearbeit ständig evaluieren.“


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