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Warum ein Blackout sehr wahrscheinlich ist

Ein Blackout in Europa ist höchst wahrscheinlich, sagt Herbert Saurugg. Wir haben mit dem Vorsorgeexperten gesprochen.

Rauchender Stecker
© Adobe Stock/photoschmidt „Die Frage ist nicht, ob der Blackout kommt, sondern wann“ – Herbert Saurugg

Seit zehn Jahren  gehört die berufliche Leidenschaft des ehemaligen Cyberexperten beim Bundesheer der Stromversorgung, besser einem drohenden Blackout, den Herbert Saurugg in weiten Teilen Europas in den nächsten fünf Jahren für sehr wahrscheinlich hält. „Die Frage ist nicht, ob er kommt, sondern wann“, so der internationale Blackout- und Krisenvorsorgeexperte, der auch Präsident der 2019 geschaffenen österreichischen Gesellschaft für Krisenvorsorge (GfKV) ist.  

Bei der Branchentagung der Garagen-, Tankstellen- und Serviceunternehmungen, wird Saurugg als Keynotespeaker das Szenario beschreiben, auf  das sich die Wirtschaft im Fall des Falles einstellen muss: „Knackpunkt ist die 72-Stunden-Marke. Ein großflächiger Stromausfall über diese Zeitspanne hinaus würde das Land in ein Chaos stürzen und den Weg in die Steinzeit ebnen, weil Infastrukturen und damit die Versorgung zusammenbrechen.“ 

Hilfe von außen ist im Blackout nicht möglich

Das zusätzlich Fordernde daran ist, so der Experte, dass Hilfe von außen, so wir wir sie in Krisenfällen erwarten dürfen, nicht möglich ist. Auch wenn Saurugg der Energiewirtschaft in Österreich zuschreibt, gut aufgestellt zu sein, „so dürfen wir nicht vergessen, dass wir nur ein Teil eines europäischen Gesamtstromnetzes sind, in das übrigens auch die Ukraine eingebunden ist, was aufgrund der Energiekrise wegen des Krieges noch zusätzlich Zündstoff für einen Blackout liefert.“    

Vorbereitung auf einen Blackout ist mangelhaft

Seit zehn Jahren hört der „Mahner“ von allen Seiten – auch von den politisch Verantwortlichen –, auf einen Blackout bestens vorbereitet zu sein, was er mit Nachdruck und einem Beispiel widerlegen möchte: „Ein Notstromaggregat in einem Krankenhaus garantiert zum Beispiel in keinem Fall eine längerfristige Sicherstellung der medizinischen Versorgung.“ Saurugg möchte in diesem Zusammenhang  Bürgern allerdings abraten, sich mit  solchen Stromlieferanten privat einzudecken, „sondern lieber die vom Zivilschutz empfohlene Vorratshaltung ernst zu nehmen, weil wir wissen, dass nach einer Woche generell nichts mehr zu essen da ist.“ 

Seinen Auftritt bei der Branchentagung der Fachgruppe wird Saurugg auch dazu nutzen, an die Gesellschaft zu appellieren, gemeinsam auch dieser Krise die Stirn zu bieten. Vor allem die Tankstellenbetreiber möchte er dazu anhalten, die Treibstofflager gut gefüllt zu halten, um Einsatzorganisationen bei einem Blackout mobil zu halten: „Jeder Einzelne muss sich die Frage stellen, welchen Beitrag kann ich für die Gesellschaft leisten. Die Frage nach der Bezahlung sollte in diesem Zusammenhang unser geringstes Problem sein.“


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