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Biofleisch per Mausklick

Neue Wege für regionale Produkte: Über das Web-Portal "nahgenuss" ordern Kunden direkt das Viertel vom Bio-Schwein.

Schwein gehabt: Das junge Grazer Start-up "nahgenuss" startet dieser Tage das gleichnamige Web-Portal für Bio-Schweinefleisch aus der nahen Region. "Per Klick zum Genuss", könnte man das vielschichtige Unternehmen wohl am besten beschreiben - denn es bietet sowohl Kunden wie auch Landwirten eine europaweit in dieser Form völlig neue Möglichkeit, qualitativ hochwertige regionale Lebensmittel zu erwerben bzw. zu vermarkten. Überspitzt gesagt handelt es sich hier um eine Art Crowdfunding für die Bio-Sau. "Konsumenten reservieren über unsere Plattform ein Viertel des vom jeweiligen Bio-Bauern angebotenen Schweins. Erst wenn alle Viertel des Tieres den Zuschlag erhalten haben, wird das Schwein geschlachtet und das Fleisch anbieterabhängig selbst abgeholt oder von diesem zugestellt bzw. verschickt", erklärt Gründer Micha Beiglböck (gr. Bild, li.). Gemeinsam mit seinem Bruder Lukas (re.) hat der studierte Jurist seine Idee umgesetzt: "Es ist eine echte Win-win-Geschichte für beide Seiten. Die Landwirte, die sich bei unserer Plattform registrieren, verdienen dadurch etwas mehr und die Kunden zahlen etwas weniger, weil der Großhandelsaufschlag beim Direktvertrieb wegfällt."

Mehr Wertschätzung fürs gesamte Lebensmittel

Konkurrenz zum Handel stelle man mit der Bio-Schweinefleisch-Plattform, die österreichweit ausgelegt ist, jedoch in keiner Weise dar, betont der Jungunternehmer: "Im Handel spielt Bio-Schweinefleisch im Gegenzug zum Rind eine marginale Rolle und liegt bei etwa zwei Prozent. Der Großteil wird sowieso ab Hof vermarktet. Wir bringen durch unser Web-Portal nur Kunden und Bio-Bauern schneller zusammen." In der Praxis sei der Klick auf "Nahgenuss" aber weit mehr als nur der Kauf von Bio-Fleisch aus der Region: "Viele Bauern haben ja weitere sensationelle Produkte, die Selbstabholern zusätzlich angeboten werden können." Aber auch für den Handel sei die Geschäftsidee von Vorteil, ergänzt Beiglböck, denn der Kunde werde für die Wertigkeit nachhaltiger regionaler Produkte sensibilisiert und greife dann auch im Geschäft öfter auf solche Lebensmittel zurück. Stichwort Supermarkt: Schopf, Filet, Karree oder Schulter - hier verkaufen sich vornehmlich jene Stückerl vom Schwein, die der Kunde "kennt". Wer aber ein Viertel des Tieres ordert, der bekommt auch Teile geliefert, die er bislang gar nicht oder nur sehr selten in seinem Bratentopf hatte. "Es gibt deshalb Erklärungen zum Fleischstück - wie etwa, dass sich Fricandeau wunderbar fürs Schnitzel eignet oder eine Stelze einfach zuzubereiten ist", berichtet Beiglböck. Der Rückbesinnung darauf, dass ein Tier aus mehr bestehe als nur aus dem einen Gustostückerl, ist den Gründern besonders wichtig: "Der Landwirt leistet harte Arbeit und muss auch das ganze Tier zu einem angemessenen Preis verkaufen - nicht nur wenige Teile daraus."

Das "nahgenuss"- Web-Portal startet zu Pfingsten. Alle Infos finden Sie auf: www.nahgenuss.at


Rückfragen: 
Wirtschaftskammer Steiermark 
Stabsstelle für Kommunikation & Marketing 
E redaktion.stwi@wkstmk.at

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