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Baustopp-Debatte in Graz: WKO warnt vor immensen volkswirtschaftlichen Schäden

14.000 Jobs werden durch Baudienstleistungen im Großraum Graz gesichert. Der Beitrag zur steirischen Wirtschaftsleistung beläuft sich damit auf 1,8 Milliarden Euro pro Jahr. „Einen generellen Baustopp zu fordern, wäre politisch unverantwortlich", so WKO-Direktor Karl-Heinz Dernoscheg und Regionalstellenobmann Paul Spitzer.

Baustelle mit Hinweisschild
© Adobe Stock Anlässlich der Wahlkampfdiskussion warnt die WKO vor den Folgen eines Baustopps in Graz.

Die Nachfrage im Hochbau, vor allem im Wohnbaubereich, ist in Graz schon seit geraumer Zeit enorm und wächst weiter. Dafür sorgt allein schon der Zuzug in den Zentralraum, der Anfang der 2000-er Jahre begann und laut Experten bis 2040 unvermindert anhalten dürfte. Aufgrund dieser Entwicklung liegt der Bauproduktionswert in Graz und Umgebung seit Jahren über dem Steiermarkschnitt. „Graz fungiert damit als wesentliche Bau-Konjunkturlokomotive für die Steiermark“, betont WKO-Steiermark-Direktor Karl-Heinz Dernoscheg.

Der Bauboom hat in Graz allerdings Kritiker auf den Plan gerufen, die mit verordneten Baustopps diese Entwicklung einbremsen möchten. „Die Diskussion um Baustopps, wie sie nunmehr auch in Graz geführt wird, ist, noch dazu in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten, nicht nur kontraproduktiv, sondern volkswirtschaftlich bedenklich“, gibt Dernoscheg zu bedenken und fügt hinzu, dass die derzeitige Situation nicht nur positiv ist. „Die Bauwirtschaft ist aufgrund der aktuellen Rohstoffsituation an sich schon in einer schwierigen Situation, weil Preise aktuell nicht 1:1 an die Endkunden weitergegeben werden können. Ein Baustopp würde viele Betriebe um wichtige Aufträge bringen“, so Dernoscheg.

Aktuelle Analyse

Eine aktuelle volkswirtschaftliche Analyse des Instituts für Wirtschaft- und Standortentwicklung (IWS) der WKO Steiermark fördert die enorme Bedeutung des Hochbausektors im Zentralraum Graz zutage und zeigt auch die drohenden Negativeffekte auf, die ein Baustopp mit sich bringen würde. Die volkswirtschaftlichen Effekte der Bauwirtschaft im Großraum Graz sind demnach beträchtlich. Die jährliche Nachfrage nach Baudienstleistungen im Sektor Hochbau (Wohnbau, sonstiger Hochbau) im Raum Graz beträgt rund 1,3 Milliarden Euro. Damit stehen folgende volkswirtschaftliche Effekte in Verbindung:

 

  • Rund 14.000 Beschäftigungsverhältnisse werden in der gesamten Steiermark von Graz aus ausgelastet.
  • Direkt sind es knapp 3.000, indirekt über Vorleistungen rund 6.500 sowie über induzierte Effekte weitere knapp 4.400 Beschäftigte.
  • Die Lohnsumme, die sich daraus ergibt, beläuft sich auf 660 Mio. €.
  • Der Beitrag zur steirischen Wirtschaftsleistung (Bruttoregionalprodukt) beläuft sich auf 1,8 Mrd. €.
  • Der Multiplikatoreffekt beträgt 1,4:  d.h. 1 Million Euro an Nachfrage im Hochbau generiert 1,4 Millionen Euro an Wirtschaftsleistung.
  • Steuern und Abgaben, die an den Staat zurückfließen, werden in der Höhe von rund einer Milliarde Euro generiert.

 

WKO Graz Regionalstellenobmann Paul Spitzer ergänzt: „Nicht zu unterschätzen wären auch die Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt in Graz. Nachdem wir einen weiteren Zuzug erwarten, würde ein Baustopp wohl zu stark steigenden Preise führen, und das kann wohl kaum wünschenswert sein“. Der Bausektor ist gerade in den Jahren 2021 und 2022 laut Prognosen des Wirtschaftsforschungsinstitutes WIFO eine der wichtigsten und robustesten Konjunkturstützen mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten. Die Rohstoffkrise beruht hauptsächlich auf Lieferkettenproblemen und dürfte hier nur ein kurzfristiges Engpass-Phänomen sein. „Würde ein Baustopp zu einem Ausfall des prognostizierten Bauvolumens von 20 Prozent führen, wären 2.800 Beschäftigte in Graz bzw. der gesamten Steiermark gefährdet“, resümiert Dernoscheg. Auch abseits einer Krise im Ausmaß von Corona sollten derartige volkswirtschaftliche Effekte nicht heraufbeschworen werden, ist man sich in der Wirtschaftskammer einig. 


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