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Hohe Preise bringen Bau-Branche unter Druck

Rohstoffknappheit und Kostenexplosion stellen den Bau auf die Probe. Wie ein drohender Bau-Lockdown abgewendet werden soll. 

Hausbau
© Adobe Stock/marcus_hofmann Der Traum vom Eigenheim lässt sich mit steigenden Preisen und knappen Rohstoffen immer schwerer erfüllen.

Die Baubranche stöhnt unter den hohen Preisen und den knappen Rohstoffen: Nach den Unwägbarkeiten der Pandemie stellt der Krieg in der Ukraine die Branche nun vor ihre nächste Mammutaufgabe. Denn die Kosten explodieren: Vor allem der Stahlpreis ist zuletzt regelrecht in die Höhe geschossen, wie Bau-Innungsmeister Alexander Pongratz erklärt: „Seit Jänner hat sich der Preis für eine Tonne Stahl von 1.000 auf 1.500 Euro erhöht. Und das sind Tagespreise, weil keiner garantieren kann, wie es weitergeht.“ Überall dort, wo bei der Erzeugung der Baustoffe viel Energie benötigt wird, steige der Preis jetzt in lichte Höhen.

Die teure Energie – allen voran Gas und Strom – schlägt sich auch auf die Rohstoffpreise nieder: Zement, Ziegel und Kunststoffe aller Art sind empfindlich teurer geworden. „im Schnitt um 10 bis 15 Prozent“, sagt der Innungsmeister. Der Kupferpreis legte seit Jänner diesen Jahres um 34 Prozent zu, der Aluminiumpreis stieg seit Jänner  gar um 79 Prozent.

Neben der Preisexplosion sorgt die Knappheit von Rohstoffen und Materialien für Sorgenfalten bei den Unternehmern: „Viele Holzprodukte aus der Ukraine sind wegen des Kriegs nicht lieferbar, jene aus Russland fallen wegen der Sanktionen aus“, so Pongratz. 

Stillstand auf den Baustellen droht

Selbst vermeintlich banale Fertigprodukte wie Nägel und Schrauben sind mittlerweile schwer verfügbar. Die Folgen sind dramatisch, droht damit doch ein Stillstand auf den Baustellen, der den Motor Bauwirtschaft ins Stottern bringen würde – mit unmittelbaren Auswirkungen auch auf die Beschäftigten. In der steirischen Bauwirtschaft sind aktuell 16.000 Menschen tätig. „Im Extremfall würden nicht haltbare Preise dazu führen, dass Unternehmer die Baustelle einstellen müssen, um nicht in den Konkurs zu schlittern“, zeichnet Pongratz ein düsteres Szenario. Immer öfter werde versucht, noch nicht begonnene Projekte in Absprache mit dem Auftraggeber zu verschieben oder bei laufenden Projekten eine Preisanpassung zu erreichen.

Um einen Bau-Lockdown abzuwenden, fordert die Interessenvertretung für neue Verträge einen Abschluss zu „veränderlichen Preisen“. Konkret umfasst das Angebot dann einen Fixpreis für die Ausführung plus die Baustoffe zum Tagespreis. „Das ermöglicht eine ehrliche Kalkulation, von der beide Seiten profitieren. Dem Betrieb verschafft es Kostensicherheit und der Auftraggeber hat die Chance, mit Baubeginn günstiger auszusteigen, sollten die Preise wieder sinken.“ Auch Innungsmeister-Stellvertreter Josef Gasser plädiert für eine temporäre Aufhebung der Festpreisbindung selbst bei bestehenden Verträgen: „Das wirtschaftliche Risiko muss auf mehrere Schultern verteilt werden.“

Weiters solle bei laufenden Verträgen der Unternehmer die Preissteigerung im Falle „höherer Gewalt“ – etwa im Fall eines Krieges oder einer Pandemie –  rückvergütet bekommen. „Die Grenze bei acht Prozent einzuziehen, würden die Last teilen. Unter dieser Grenze muss der Auftragnehmer die Preissteigerung schlucken, das darüber Hinausgehende würde vergütet“, erläutert Pongratz.

Steuerliche Entlastung auf Material und Energie

Auch der künftige Bau-Innungsmeister Michael Stvarnik, der mit Mai die Agenden von Pongratz übernehmen wird, sieht dringenden Handlungsbedarf: „Die Politik ist gefordert, umgehend Förderszenarien – etwa im geförderten Wohnbau – anzupassen, steuerliche Entlastungen auf Material und Energie durchzuführen und preistreibenden Machenschaften Einhalt zu gebieten, um einen Kollaps zu vermeiden.“


Energiepreise weiter auf Rekordhoch

Der Strompreis ist seit dem Vorjahr um 205 Prozent gestiegen, der Gaspreis liegt gar um 465 Prozent höher als im April des Vorjahres.

Die rasante Preissteigerung am Energiesektor war für viele Unternehmen bis vor kurzem unvorstellbar, doch nun ist sie Realität – und stellt auch die Betriebe aus der Bau-Branche vor enorme Herausforderungen. Denn die Preissprünge im Energiebereich spielen sich  – verglichen mit den Vorjahresdaten – mittlerweile im dreistelligen Prozentbereich ab, wie aktuelle Daten der Austrian Energy Agency belegen.

So ist etwa der Gaspreis regelrecht explodiert: Der Österreichische Gaspreisindex (ÖGPI) hat innerhalb eines Jahres – konkret seit April des Vorjahres – um  465,7 Prozent zugelegt. Eine Entwicklung, die der russische Angriffskrieg in der Ukraine und die damit verbundene Unsicherheit weiter  verstärkt haben. Allein seit März sind die Gas-Großhandelspreise um weitere sieben Prozent nach oben geklettert. Und ein Ende der Preisrallye ist nicht in Sicht.

Die Teuerungswelle bei den Primärenergieträgern schlägt sich auch auf die Strompreise nieder, sie sind weiter auf Rekordkurs: So steigt der Österreichische Strompreisindex im Mai um fast 20 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im Jahresvergleich zeigt sich seit Mai 2021 ein Plus von  205,4 Prozent. 


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