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Am Reformweg führt kein Schritt vorbei

Als „alternativlos“ bezeichnet WKO Steiermark Präsident Josef Herk die Fortführung des weiß-grünen Reformwegs.

Die steirische Landtagswahl ist geschlagen – und hat massive Umbrüche gebracht. Trotzdem dürfe sich die Politik keinen Meter vom Reformweg entfernen, betont WKO Steiermark Präsident Josef Herk: „Dieser Weg ist alternativlos, Arbeitsplätze und damit unser aller Wohlstand stehen auf dem Spiel.“ Aus Sicht der Wirtschaft sollte zudem ein wesentlicher Fokus auf die Stärkung der Regionen gelegt werden. Diese unterliegen nämlich massiven Veränderungen, wie eine umfassende Standortanalyse des WIFO und des Joanneum Research gemeinsam mit dem Institut für Wirtschafts- und Standortentwicklung (IWS) zu Tage fördert. Kernergebnis dieser Studie: Die steirischen Regionen sind wirtschaftlich intakt und wichtig für den Standort – Disparitäten, sprich wirtschaftliche Unterschiede, sind allerdings vorhanden und werden vor dem Hintergrund des demographischen und Urbanisierungs-Trends zusehends herausfordernd.

Umfangreiche Analyse der steirischen Regionen

Die ökonomischen Disparitäten innerhalb des Landes Steiermark sind auch im Vergleich zu den anderen hoch entwickelten Industrieregionen in Europa durchaus erheblich ausgeprägt (siehe Bild Folie 3), haben aber mittelfristig eher abgenommen. Aufholprozesse schwächerer (meist ländlicher) Landesteile sind in Produktivität, Pro-Kopf-Einkommen und Arbeitsmarktlage erkennbar (und stärker als in Österreich). Allerdings ist deren Intensität auf kleinregionaler Ebene durchaus unterschiedlich (etwa östliche vs. westliche Obersteiermark) und nicht zuletzt durch eher geringe Effizienzgewinne im Großraum Graz getrieben. Vor diesem Hintergrund finden sich kaum Argumente für eine Entwicklungsstrategie, welche zur Optimierung des Wachstums in der Steiermark ausschließlich auf den Zentralraum als „Wachstumsmotor“ setzt. Günstige Voraussetzungen scheinen vielmehr für eine Politik gegeben, welche unterstützende Maßnahmen regional breit aufsetzt, und damit Entwicklungspotentiale in allen Teilregionen der Steiermark zu heben sucht.

Grazer Zentralraum als wichtiger Impulsmotor

Der steirische Zentralraum bleibt für die regionale Wettbewerbsfähigkeit und die Beschäftigungslage in der Steiermark in hohem Maße bestimmend: Er beherbergt mehr als 40% der steirischen Arbeitsplätze und erwirtschaftet 43% der steirischen Wertschöpfung – auch lässt sich eine Wachstumsschwäche des Zentralraums zwar bei Produktivität und BRP pro Kopf, nicht aber in Wertschöpfungsentwicklung und Beschäftigungsdynamik orten. Im Vergleich der (255) europäischen Metropolregionen ist der Agglomerationsraum Graz mit wenig über 400.000 Einwohner/innen zwar klein (Rang 224), aber ökonomisch durchaus stark: Gemessen am BRP pro Kopf liegt die Stadtregion im vordersten Zwölftel der Großstadtreihung. Dabei lässt eine im europäischen Vergleich hohe Dynamik in Industrie wie (komplementären) wissensintensiven Diensten auf Chancen für eine Profilierung als (überregionaler) Knoten in der Abwicklung (und Entwicklung) hybrider Produktionen im Rahmen moderner Industrie-konzepte schließen.

 

Deutlich weniger günstig erscheint die Position des Grazer Zentralraums in der europäischen Städtehierarchie freilich in (realer) Arbeitsproduktivität (Rang 103) und Arbeitsmarktlage (86), wo der Großraum auch gegenüber den (kleineren) nationalen Verdichtungsräumen (Linz, Salzburg, Innsbruck) zurückliegt. Dies kann (wie in Wien) darauf zurückgeführt werden, dass eine hier erhebliche (internationale) Zuwanderung nicht vollständig in den lokalen Arbeitsmarkt zu integrieren war. Damit werden Maßnahmen (etwa in der Aus- und Weiterbildung), welche die Integration neuer Bevölkerungsschichten in den Arbeitsmarkt zum Ziel haben, nicht zuletzt im Großraum Graz aufzusetzen sein. Zudem werden Initiativen einer produktivitätsorientierten Standort- und Strukturpolitik in der Steiermark (auch) am Unternehmen und Wirtschaftsstruktur des Zentralraums anzusetzen haben.

 

Regionsspezifische Stärkefelder

Wirtschaftsstrukturell lassen sich nicht nur für den steirischen Zentralraum, sondern für alle steirischen Teilräume potentiell tragfähige Spezialisierungen orten, die auf Basis je spezifischer Entwicklungsstrategien entlang lokaler Stärken zu entwickeln bzw. zu verstärken sein werden. Dabei wird Aktivitäten des produzierenden Bereichs praktisch durchgängig eine wichtige Rolle zukommen: Immerhin 15 der 18 steirischen Arbeitsmarktbezirke sind um mindestens die Hälfte stärker mit industriell-gewerblichen Aktivitäten besetzt als der nationale Durchschnitt, in immerhin 6 Bezirken ist die Konzentration doppelt so hoch. Dabei haben relevante industrielle Stärken in unterschiedlichen Teilregionen ihren Schwerpunkt, sodass auch in der Fläche relevante kritische Massen auftreten. Im Dienstleistungsbereich sind Ansatzpunkte für tragfähige Spezialisierungen dünner gesät. Möglichkeiten zur Profilbildung bestehen in humankapital-intensiven Teilbereichen vor allem im Großraum Graz und (abgeschwächt) in Leoben, dazu finden sich Stärken in Handel und Logistik im weiteren Umland von Graz, aber auch in stärker peripheren Räumen. Auch der steirische Tourismus ist in einigen Teilräumen wesentliche ökonomische Basis, namentlich in den ländlichen Bereichen der Ober- und Oststeiermark. Die Dichte an Informations- und Kommunikationsdiensten kommt dagegen nur in Graz an den nationalen Schnitt heran, allerdings war die Beschäftigungsdynamik im neuen Jahrtausend gerade in dieser Branche (sowie in den Unternehmensdiensten) besonders hoch. Dabei konnten hier Bezirke mit vergleichsweise guter Ausstattung auch stärker zulegen, in den übrigen Sektoren sind dagegen Aufholprozesse in ursprünglich schwach versorgten Teilräumen sichtbar.

Spielräume für regionalpolitische Impulse

Grundsätzlich scheinen die wirtschaftsstrukturellen Grundlagen für erfolgreiche teilregionale Entwicklungsstrategien damit intakt, limitierender Faktor könnte in schwächeren (meist peripheren) Landesteilen allerdings die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte sein. Hier birgt in quantitativer Hinsicht die zu erwartende Entwicklung der erwerbsfähigen Bevölkerung die Gefahr einer Verstärkung von Zentrum-Peripherie-Gegensätzen, Maßnahmen zur Erhöhung der Erwerbsbeteiligung werden daher vor allem in besonders betroffenen Teilregionen wesentlich sein. In qualitativer Hinsicht zeigt die Standortanalyse erhebliche intra-regionale Unterschiede in Qualifikationsstruktur und Innovationskraft, kleinregionale Abstufungen in Innovationstiefe und der Positionierung in der Wertschöpfungskette werden daher konzeptionell zu berücksichtigen sein. Insgesamt sprechen die Studien-Ergebnisse für eine räumlich differenzierte Regionalpolitik, welche an den jeweiligen Stärken in den Teilregionen der Steiermark ansetzt und ihren je spezifischen Entwicklungspotentialen durch angepasste Strategien zum Durchbruch verhilft. Dies würde es erfordern, sektorale Politiken entlang der spezifischen Bedarfe der Teilregionen zu differenzieren, und deren Instrumente in Hinblick auf zuvor festgelegte regionale Ziele optimal zu kombinieren.

 

Handlungsempfehlungen für die Landespolitik

Aus Sicht der Wirtschaft sollte darum innerhalb der Landesregierung ein eigenes Regionalressort implementiert werden mit folgenden Schwerpunkten:

 
  • Landes- und Gemeindeentwicklung

  • örtliche und überörtliche Raumplanung

  • Verkehr und Landeshochbau

 

Herk: „Es müssen echte regionale Zentren geschaffen werden, die von der Verkehrs- über die Bildungs- und Gesundheitsinfrastruktur bis hin zu kulturellen und sozialen Einrichtungen den Ansprüchen modernen Urbanität entsprechen. Auch Städtefusionen dürfen dabei kein Tabu sein.“ Darüber hinaus pocht Herk auf die Umsetzung der Vorschläge des sogenannten „Weißbuch Innenstadt“ zur Ortskernbelebung und zur Abschaffung von Doppelgleisigkeiten im Bereich der Regionalpolitik. 


Rückfragehinweis:

Mag. Mario Lugger
Referatsleiter Kommunikation
T 0316/601-652
mario.lugger@wkstmk.at

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