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Am Bau geht es bergauf

Die steirische Bauvorschau weist fast in allen Bereichen positive Prognosen aus. Wermutstropfen sind steigende Baupreise und der Fachkräftemangel.

Bauarbeiter auf Baustelle
© Adobe Stock Die positiven Tendenzen ziehen sich durch sämtliche Bausektoren.

Grund zu Optimismus liefert die steirische Bauvorschau, die für das heurige Jahr in fast allen Bereichen Zuwächse ausweist: So wird für die gesamte Steiermark im Bauhauptgewerbe ein (nomineller) Bauproduktionswert von 3,484 Milliarden Euro prognostiziert, was einem Plus von 5,9 Prozent entspricht. Auch der reale Bauproduktionswert, bei dem Preissteigerungen berücksichtigt werden, hat im Vergleich zu den Vorjahren kräftig zugelegt: Prognostiziert wird ein Plus von drei Prozent auf 2,613 Milliarden Euro. Die Prognose wird jährlich in Kooperation zwischen Joanneum Research Policies, dem Institut für Wirtschafts- und Innovationsforschung, der WKO Steiermark (Baugewerbe und Bauindustrie) sowie dem Land Steiermark erstellt. Insgesamt haben 27 Bauunternehmen an der umfassenden Umfrage teilgenommen.

Bau-Prognose stimmt zuversichtlich

Entsprechend optimistisch fällt das Resümee von Bau-Innungsmeister Alexander Pongratz aus: „Die Bauvorschau für heuer ist nach den Einbrüchen in den Vorjahren jetzt wieder sehr gut ausgefallen und stimmt zuversichtlich.“ Wermutstropfen seien aber neben dem Dauerthema Fachkräftemangel auch die steigenden Baupreise. „Und diese werden wegen der hohen Energiekosten weiter hoch bleiben“, sagt Pongratz.

Wie ein Blick auf die einzelnen Baubereiche beweist, zeigen die Pfeile in sämtlichen Sektoren wieder nach oben. „Große Infrastrukturprojekte wie etwa der Ausbau der KAGes, das neue Zentrum für Physik am Campus der Grazer Universität mit einem Volumen von 350 Millionen Euro oder die Fertigstellung der Koralmbahn liefern nicht nur wertvolle Impulse für die regionale Wirtschaft, sondern für die gesamte steirische Bauwirtschaft“, sagt Pongratz. 

Wohnbau auf sehr hohem Niveau

Insbesondere der Wohnbau mit den Sanierungen und Adaptierungen im Hochbau steht weiter auf sehr hohem Niveau. Entsprechend gehen die Experten in der Bauvorschau davon aus, dass 2021 mit einem realen Plus von 4,6 Prozent abschließt und sich der Trend mit einem Plus von 3,2 Prozent auch heuer noch fortsetzt. „Viele Projekte konnten fertiggestellt werden, die Nachfrage ist groß“, so Pongratz. Beim geförderten Wohnbau konnte wieder ein Zwei-Jahresprogramm abgeschlossen werden. Zuletzt zeigten die Bewilligungen beim Wohnungsneubau eine leichte Steigerung auf höchstem Niveau. „In Graz gibt es hier mit der neuen  Stadtregierung eine Ungewissheit, viele Bebauungspläne warten noch auf die Gemeinderatsbeschlüsse, was das Baugeschehen bremst“, so Pongratz. Zudem spiele die Zinssituation eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Wohnbaus.

Ein Aufwärtstrend ist auch beim  Sonstigen Hochbau erkennbar. Nach einem Plus von 2,9 Prozent im Vorjahr wird heuer mit plus 1,5 Prozent gerechnet – rückzuführen auf Investitionen der öffentlichen Hand und der Gemeinden.

Auch im Verkehrswegebau gehen die Fachleute heuer von einem realen Zuwachs von 1,4 Prozent aus. Großprojekte im Bereich Schiene und verstärkte Investitionen der öffentlichen Hand sollen zu diesem Plus führen.

Positive Entwicklung in den steirischen Regionen

Nicht nur in den einzelnen Bausektoren, sondern auch in einzelnen Regionen ist die Baukonjunktur wieder kräftig in Schwung gekommen. Fast die Hälfte des prognostizierten Bauumsatzes – nämlich 1,657 Milliarden Euro – entfällt auf den Großraum Graz, wo weiterhin auf hohem Niveau gebaut wird. „Allerdings weichen wegen der hohen Grundstückspreise viele Bauträger auf das Grazer Umland aus“, erklärt der Innungsmeister. Dort seien genug (leistbare) Grundstücke vorhanden, der frei finanzierte Wohnbau boome. „Von Graz aus sind die Achsen Gleisdorf, Lieboch und Leibnitz sehr gefragt“, so der Innungsmeister.  

Auch in der Obersteiermark zeigt sich eine Steigerung. Nach den Rückgängen im Jahr 2020 soll der prognostizierte Umsatz mit einem Plus von 8,4 Prozent auf 641,7 Millionen Euro klettern. Ebenso zeigt der Bauproduktionswert in der Ost-, Süd- und Weststeiermark positive Tendenzen.  Mit vorhergesagten 1,185 Milliarden Euro liegt der nominelle Bauproduktionswert auch in diesen Regionen mit einem Plus von 5,6 Prozent über den Vorjahreswerten. Vor allem die Pfeile im Wohnbau zeigen nach einem größeren Minus wieder nach oben. „Und das Großprojekt Koralmbahn sorgt in der Region Deutschlandsberg für richtigen Aufwind“, so Pongratz. 

Die gute Wirtschaftslage  spiegelt sich übrigens auch in den Beschäftigungszahlen wider: Die Zahl der  unselbständig Beschäftigten im Bauwesen weist für 2021 ein Plus von 5,3 Prozent aus.  Im Gegenzug sind die Arbeitslosenzahlen im Bauhauptgewerbe  im Vorjahr um ein Fünftel gesunken – und nähern sich dem bisherigen Tiefstand von 2019.

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