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Als Corona plötzlich die Hauptrolle spielte

Er ist Autor, Schauspieler, Moderator und Entertainer – und seit Jahren fixer Bestandteil der heimischen Kulturlandschaft: Wir haben Multi-Talent Michael Ostrowski zum Interview gebeten.

Michael Ostrowski
© First Magazin 2019 Schräg und witzig: Michael Ostrowski prägt seit Jahren die heimische Kulturszene.

Nach einem Jahr hat Corona die Wirtschaft und die Kultur noch immer voll im Griff. Wie hat sich der Alltag durch die Krise verändert? 

Michael Ostrowski: Alle physischen Verpflichtungen, alle Auftritte waren mit einem Schlag weg. Es war eine Zwangsruhepause. Vor genau einem Jahr hatte ich gerade die Finanzierung und die Produktion des Kinofilms „Der Onkel“ gesichert. Von einem Tag auf den anderen war fraglich, ob der Film realisiert werden kann. Das war schwierig, die ganze Filmbranche stand unter massivem Druck.

Wie ist es letztlich gelungen, das Projekt zu realisieren?

Ostrowski: Es war ein Kraftakt und der Film die erste österreichisch-deutsche Koproduktion, die nach dem Drehstopp realisiert wurde. Filmdreharbeiten wurden ja auf einmal völlig unkalkulierbar. Mit Hilfe des Produzentenverbandes ist es gelungen, mit einem Ausfallsfonds einen Schutzschirm für die Filmbranche zu spannen. Ohne Fonds wären die Produzenten auf ihren Kosten sitzen geblieben. Seit Juni darf nun wieder gedreht werden, und das unter strengen Sicherheitsvorkehrungen, mit PCR-Tests, Masken und Hygienebeauftragten am Set. Mit diesem Konzept hat Österreich bei der Spielfilmproduktion eine Vorreiterrrolle übernommen. Und so ist es uns gelungen, den Film in  zwei Monaten umzusetzen.

Jetzt ist der Film fertig, aber die Kinos sind noch immer zu.

Ostrowski: Ja, das ist ein Dilemma. Der Film kann derzeit nicht in den Kinos ausgestrahlt werden. Wir müssen jetzt abwarten und andere Optionen ausloten, denn es warten hunderte Filme in der Pipeline. Es besteht die Gefahr, dass sich die Filme zu Tode konkurrenzieren. Dazu kommt, dass es überhaupt keine Planungssicherheit gibt.

Eine Zeit, die Streamingplattformen in die Hände spielt?

Ostrowski: Ich bin froh, dass es Streaminganbieter gibt. Vor einigen Jahren gab es noch keine Alternativen. Ich bin ein großer Fan von Kino, aber man muss drüber nachdenken, einen Film gemischt zu vermarkten. Das wird sich durchsetzen.

Wenn Sie ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie zurückblicken: Was hat sich verändert in der Gesellschaft?

Ostrowski: Die Nerven liegen  blank, viele spüren Verunsicherung und Angst, und das ist auch verständlich, wenn Existenzen auf dem Spiel stehen. Dann gibt es eine Gruppe in der Gesellschaft, die sich in der Krise solidarisch zeigt und Einzelinteressen zurücksteckt. Und dann gibt es noch eine Gruppe, die Verharmloser. Sie pfeifen auf Maßnahmen. Dass aus politischem Kalkül Spaltung betrieben wird, halte ich für die gefährlichste Tendenz in der Gesellschaft.

Sie haben ein große Fan-Community. Wie gehen Sie mit sozialen Medien um?

Ostrowski:  Sicher sind soziale Medien die optimale Plattform für Aufrufe, Bewerbungen, Filmstarts und vieles mehr. Wenn du heute – so wie ich –  keinen Facebook-Account und kein Instagram-Konto hast, hast du enorme Nachteile.  So bin ich etwa mit dem Passau-Krimi für die Romy nominiert, bin aber nicht in den sozialen Medien präsent. Ich nehme diese Nachteile in Kauf, weil mir diese Form nicht liegt, wie da kommuniziert wird, und dass man immer verfügbar sein soll. Ich will nicht abhängig sein von dieser Dauerselbstdarstellung.

Den „stoasteirischen“ Dialekt haben Sie nie abgelegt, die Sprache ist Ihr Markenzeichen. Sehen Sie sich auch als Botschafter der Steiermark?

Ostrowski: Das hat sich so ergeben, es war keine bewusste Entscheidung. Ich mag den Dialekt und wollte mir selbst treu sein. Heute werde ich oft wegen meiner Sprache gebucht, auch in Deutschland. Die stehen da drauf. 

Sie führen auch Regie bei verschiedenen Werbespots, etwa für Media Markt, Drei oder Hofer. Wie sehr wird man als Kulturschaffender von der Wirtschaft vereinnahmt?

Ostrowski: Ich fühle mich nicht vereinnahmt und gehe entspannt an die Sache heran – so nach dem Motto: Ich mache die Spots nur, wenn mich die Projekte ansprechen. Daraus entsteht dann ohnehin eine Gemeinschaftsarbeit. Und eins steht für mich sowieso außer Frage: Ich kann und will mich nicht verbiegen.

Waren Sie jemals unternehmerisch tätig?

Ostrowski: Als freischaffender Künstler sehe ich mich als Kleinunternehmer mit mehreren Standbeinen. Ich bin Autor, Schauspieler, und Moderator – und treffe täglich unternehmerische Entscheidungen. Ich bin Chef und Angestellter in Personalunion, das verkürzt Arbeitswege und im Fall des Falles kann ich mir selbst die Krankenstandsbestätigung zuschicken (lacht).

Welche Wirtschaftswelt wünschen Sie sich als Vater für Ihre Kinder?

Ostrowski: Eine Welt, in der man noch leben kann. Das braucht klimafreundliche Maßnahmen und eine Wirtschaft, die in Harmonie mit der Natur steht. Es tut weh, zu sehen, wie Menschen mit Ressourcen umgehen. Wir müssen alle lokaler denken. Ich versuche es im Kleinen zu tun, habe etwa eine PV-Anlage und fahre auch gerne mit dem Zug.

                                                                                                                                     Interview: Karin Sattler


Zur Person: 

Michael Ostrowski, geboren am 3. Jänner 1973. Autor, Schauspieler, Moderator, Entertainer. Aktuelle Projekte: Der Onkel, Passau-Krimi, How to sell drugs online.

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