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Ältere Mitarbeiter ab 55 Jahren sind Quotenbringer

Die Menschen werden immer älter, steigen aber immer früher aus dem Erwerbsleben aus. Das soll sich ändern. 

Nur 46,3 Prozent der über 55-Jährigen sind in Österreich erwerbstätig. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Beschäftigungsquote älterer Arbeitnehmer (ab 55 Jahren) gesetzlich verpflichtend anzuheben. Drei Zielwerte zum Stichtag 30. Juni 2017 wurden gesetzlich festgelegt: 

  • Für 55–59-jährige Männer: 73,6 Prozent (Wert 2015: 71,8 Prozent).
  • Für 60–64-jährige Männer: 33,1 Prozent (2015: 28,9 Prozent).
  • Für 55–59-jährige Frauen: 60,1 Prozent (2015: 55,6 Prozent).

Werden die Zielwerte nicht erreicht, dann gilt ab 1. Jänner 2018 für Betriebe mit mindestens 25 vollversicherten Dienstnehmern ein Bonus-Malus-Modell. Der Bonus erfolgt in Form einer Senkung der Lohnnebenkosten um 0,1 Prozent des Dienstgeberbeitrages zum FLAF (auf dann 3,8 Prozent). Der Malus erfolgt in Form der doppelten Auflösungsabgabe bei Beendigung von Dienstverhältnissen von derzeit 121 Euro auf 242 Euro (Wert 2016). Steigt die Beschäftigung der über 55-Jährigen im erforderlichen Ausmaß an, so tritt das Bonus-Malus-Modell nicht in Kraft.

Betroffene Betriebe

Welche Betriebe sind betroffen und von wem werden diese informiert? Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger wird Betriebe mit mindestens 25 Mitarbeitern (inklusive freie Dienstnehmer, aber ohne Lehrlinge und Rehabilitationsgeldbezieher) über den Anteil der über 55-Jährigen erstmals per 30. September elektronisch informieren. Die detaillierte Information über Gesamt-, Branchen- und Dienstgeberquote dient zur Bewusstseinsbildung und zur Orientierung, ob das Unternehmen – bei Annahme eines gleichen Anteils älterer Beschäftigter im Folgejahr – einen Bonus oder einen Malus ab 1. Jänner 2018 zu erwarten hätte.
Im Vorfeld dieser Regelung informiert die WKO über Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten bezüglich der Einstellung oder Beschäftigung älterer Arbeitnehmer. Bei der Einstellung älterer Arbeitsloser gibt es über die AMS-Eingliederungsbeihilfe und die AMS-Beschäftigungsinitiative 50+ großzügige Zuschüsse zu den Lohnkosten und den Lohnnebenkosten. Einen Zuschuss zu den Weiterbildungskosten für ältere Arbeitnehmer in Höhe von 50 Prozent der Kurskosten bietet die Qualifizierungsförderung Beschäftigter des AMS.

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