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70 Prozent weniger Wein: Im Sommer droht Engpass

Nun ist es amtlich: Der Wintereinbruch Ende April wird im Sommer 2017 zu Engpässen bei einigen Sorten führen. Die Preise werden aber stabil bleiben, weiß der Bundesobmann des Agrarhandels, Gerhard Wohlmuth.

Herr Wohlmuth, die Stunde der Wahrheit ist gekommen: Wie schwer hat der späte Frost die Winzer getroffen? 

Gerhard Wohlmuth: Nachdem die Ernten jetzt eingefahren sind, muss man leider sagen, dass sich die schlimmsten Befürchtungen bewahrheitet haben: In der Steiermark liegen wir um fast 70 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Welche Gebiete wurden besonders schwer getroffen?

Wohlmuth: Nach Regionen hat es die Weststeiermark am härtesten getroffen, hier haben wir ein Minus von teilweise fast 90 Prozent. Das Vulkanland ist noch am „besten“ davongekommen, aber auch hier haben wir mehr als 60 Prozent verloren. Nach Sorten hat es die Rotweine mit einem Minus von 82 Prozent besonders erwischt.

Was heißt das für die Kellerbestände? Drohen Engpässe?

 Wohlmuth: Ja, darauf müssen wir uns einstellen. Zum Glück war 2015 ein sehr gutes Jahr, davon können die Betriebe noch eine Zeit lang zehren. Spätestens im Sommer 2017, speziell im August und September, fürchte ich aber, dass einige Sorten ausverkauft sein werden. Gleichzeitig müssen wir auf eine gute Ernte 2017 hoffen – sonst sind die Keller auch nach der nächsten Lese bald wieder leer.

Angebot und Nachfrage: Werden die Preise demnächst durch die Decke gehen?

Wohlmuth: Das glaube ich nicht. Der Schaden wird fast 1:1 von der Wirtschaft getragen werden müssen. Für die Kunden ist es schwierig, mehr Geld für Wein auszugeben, da kann man mit den Preisen nicht drastisch nach oben gehen. Es wird minimale Steigerungen geben, aber der Großteil fällt auf die Winzer zurück. Wer also nicht die Kriterien für die Katastrophenhilfe erfüllt, bleibt de facto auf seinem gesamten Schaden sitzen. Verschärft wird die Situation auch noch dadurch, dass die Kosten durch den Frost heuer sogar höher waren als normal.

Warum macht ein schwaches Erntejahr mehr Aufwand?

Wohlmuth: Wenn es keine Trauben gibt, die normalerweise enorm viel Energie verbrauchen, geht alles in den Trieb. Der Stock wächst also ohne Früchte viel stärker, und das erzeugt unterm Strich mehr Arbeit.

Ein Blick in die anderen Bundesländer: Hat es alle Regionen so schwer getroffen?

Wohlmuth: Das Burgenland verzeichnet insgesamt ein Minus von 56 Prozent, besonders am Neusiedlersee (–70 Prozent) und im Südburgenland (–65) ist die Situation ähnlich dramatisch wie in der Steiermark. In Niederösterreich zeigt sich ein regional sehr unterschiedliches Bild: Während man etwa in der Wachau (–13), im Gebiet Carnuntum (–23) und in der niederösterreichischen Thermenregion (–21) ebenfalls mit Rückgängen kämpft, ist das Gesamtergebnis für das Bundesland mit einem Plus von 20 Prozent sehr gut.

Was ist von den Erträgen 2016 qualitativ zu erwarten?

Wohlmuth: Das ist die gute Nachricht der heurigen Ernte: Das, was wir noch an Ernte einfahren konnten, hatte eine sehr gute Qualität. Das heißt: Der Jahrgang 2016 wird ein sehr guter – leider ist nicht besonders viel von ihm übrig.


Zur Person: Gerhard Wohlmuth (Kitzeck) ist Winzer und Obmann des Bundesgremiums für Agrarhandel.


Von Klaus Krainer (Steirische Wirtschaft),

erschienen in der Steirischen Wirtschaft

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