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388 Jahre Erfolgsgeschichte fest in Familienhand

Landmaschinen Gaugl aus Vorau wurde als ältester Familienbetrieb in der Steiermark prämiert. Die Unternehmenshistorie reicht bis ins Jahr 1628 zurück.

In der Steiermark schlägt das Herz der Familienbetriebe. Über Generationen wird hier mehr als "nur" Handwerk und Besitz von Eltern an ihre Kinder übergeben - vielmehr ist es auch die große Verantwortung, eine lange Tradition fortzuführen. "Familienbetriebe sind das Tafelsilber unserer Wirtschaft. Schließlich wird hier oftmals schon seit vielen Jahrzehnten für Beschäftigung, Wertschöpfung und damit Wohlstand am Standort gesorgt", betonten WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk und WKO-Direktor Karl-Heinz Dernoscheg im Zuge des ersten österreichischen Familienunternehmen-(FU)-Symposiums an der FH Campus 02.

Guter Umsatz

Zahlen belegen, wie gut das Tafelsilber hierzulande poliert wird, damit Patina keine Chance hat: 21.400 Familienunternehmen erwirtschaften einen Umsatz von 26,8 Milliarden Euro und sorgen für mehr als 216.000 Jobs im Steirerland. Grund genug für das neue Kompetenzzentrum für Familienunternehmen der FH Campus 02, jene vor den Vorhang zu holen, die auf die längste Unternehmens-Familiengeschichte zurückblicken können und diese mit dem "FU-Award" auszuzeichnen.

Ahnenforschung im Vorauer Stiftsarchiv

Wie aber findet man heraus, welches der vielen steirischen Unternehmen das älteste durchgehend in Familienbesitz befindliche ist? "Datenbanken erstellen und sich von Besitzer zu Besitzer zurückarbeiten. Es gilt nur der belegbare Beweis", erklärt Projektleiter Georg Jungwirth. "Im Schnitt waren die meisten unserer österreichweit ermittelten 840 Betriebe 391 Jahre alt und befanden sich seit 229 Jahren in Familienbesitz." Aber dass es weitaus älter geht und auch der Zufall bei der Entdeckung eine große Rolle spielt, zeigt sich am nun ausgezeichneten "ältesten Familienunternehmen der Steiermark" - dem Landmaschinenunternehmen Gaugl aus Vorau. "Ja, wir wussten natürlich schon, dass wir sehr alt sind", erzählt "Senior-Chefin" Maria Gaugl, "aber dass wir das älteste Unternehmen in der ganzen Steiermark sind, das erfüllt uns mit großem Stolz." Bereits 388 Jahre lang wird der Betrieb unter dem Namen Gaugl geführt, belegt durch das Inventar der "Stiftsherrschaft Vorau" von 1677. "Ursprünglich war es eine Schmiede. Mein Vorfahre Augustin Gaugl hat sie 1628 gekauft", erzählt Gatte Franz - und auch, dass es dem Stift selbst indirekt zu verdanken sei, dass diese Information überhaupt erst entdeckt worden ist. "Der ehemalige Bibliothekar hat 1996 einen Sponsor für das 'Heimatblatt' gesucht und im Stiftsgarten den neuen Motormäher mit unserem Logo gesehen." Und wie es eben so ist, wenn man ins Reden kommt, hat das Eine das Andere ergeben und die Suche nach der Familienhistorie wurde im Archiv des Stifts gestartet.

Erbe über Generationen mit Handschlagqualität

Dass es augerechnet ein Augustin gewesen ist, der den Anfang machte, sieht Franz Gaugl als gutes Omen: "In Wien gab es ja den lieben Augustin, der sich nicht so schnell unterkriegen ließ", sagt er mit einem Augenzwinkern: "Im Ernst. Wenn man ein fast 400 Jahre altes Erbe weiterträgt, dann wirft man bei Problemen nicht sofort das Handtuch. Da denkt man daran, dass die Vorfahren Weltkriege und Epidemien zu überstehen hatten." Rund 400 Jahre nach Augustin führt Junior-Chef Michael das Unternehmen in der zwölften Generation. Und er weiß, dass mit diesem Erbe auch Verpflichtungen einhergehen: "Meine Eltern haben den Betrieb 30 Jahre lang geführt. Jetzt mache ich den Job für die nächsten 30 Jahre." Und vielleicht ist auch schon die 13. Generation gesichert, denn Michael Gaugls ältester Sohn Tobias ist zwölf und zeigt sich begeistert, wenn der Opa mit ihm an den Geräten werkelt, "so wie ich es mit meinem Opa getan habe". Der Großvater war es auch, der in den 60er-Jahren den Siegeszug der Motorisierung in der Landwirtschaft für das Unternehmen erkannte und forcierte: "Er war Schmied, hat aber im Krieg als Flugzeugmechaniker gearbeitet und ist so lange vor vielen anderen mit der neuen Technik in Kontakt gekommen." Vor exakt einem Jahr hat Michael Gaugl sein "Erbe" angetreten. Wie es ihm dabei geht? "Die Eltern nehmen sich bewusst zurück, stehen mir aber, wenn ich sie brauche, mit Rat und Tat zur Seite." Und dann ist da ja auch noch die 91-jährige Oma, die sich nach wie vor um die Geschicke des Betriebs "kümmere", schmunzelt der Enkel: "Sie ist immer ganz in Sorge, ob ich wohl auch nichts 'verwirtschafte'."


Rückfragen: 
Wirtschaftskammer Steiermark 
Stabsstelle für Kommunikation & Marketing 
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