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"Wir kennen 30 Prozent der Technologien"

Um die Klimaziele zu erreichen, braucht es noch viele Innovationen. Wie diese gelingen können? Wir haben Staatssekretär Magnus Brunner im Rahmen eines Infolunchs der Plattform Automatisierungstechnik getroffen.  

Magnus Brunner
© Jakob Glaser Magnus Brunner ist seit Jänner 2020 Staatssekretär im Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie.

Bis 2030 sollen in der EU 55 Prozent der Treibhausgase reduziert werden, bis 2050 will man emissionsfrei sein.  Ist das überhaupt machbar? 

Brunner: Die Herausforderung ist riesig: In den nächsten Jahrzehnten muss unser Energie- und Wirtschaftssystem Schritt für Schritt von fossiler Energie auf erneuerbare Energie umgestellt werden. Als Bundesregierung planen wir bis 2030 den Komplettumstieg auf Ökostrom, bis 2040 Klimaneutralität. Dafür brauchen wir Maßnahmen in allen Bereichen: von der Mobilität bis zur Landwirtschaft. Gleichzeitig wollen wir in Europa unseren Wohlstand erhalten, die Wettbewerbsfähigkeit steigern und Arbeitsplätze und Sozialsysteme sichern.

Hört sich nach einer unlösbaren Gleichung an. Wie kann das gelingen?

Brunner: Um diese Ziele zu erreichen, setzen wir auf drei Säulen: Investitionen, Innovationen und Zusammenarbeit. So können wir die Energiewende intelligenter gestalten und tatsächlich umsetzen. Denn Klimaschutz ist eine Riesenchance für unsere Wirtschaft. Das wollen wir nutzen!

Was sind aus Ihrer Sicht die Gamechanger für die Energiewende bzw. das Erreichen der Klimaziele?

Brunner: Für mich ist Innovation ein entscheidender Faktor, um unser Wirtschafts- und Energiesystem langfristig und nachhaltig zu dekarbonisieren. Wir kennen erst 30 Prozent der Technologien, die wir brauchen werden, um unsere Ziele im Klima- und Energiebereich zu erreichen. Darum müssen wir technologieoffen sein. Vieles wird nebeneinander existieren, da dürfen wir uns weder zu früh festlegen noch Entwicklungen verschlafen. Eine Technologie – da sind sich Wirtschaft und Wissenschaft einig –, die da eine entscheidende Rolle spielen wird, ist der Wasserstoff. Dieser ist nämlich ein wahrer Allrounder mit drei wesentlichen Anwendungsbereichen: und zwar Industrie, Speicher und Mobilität.Die Steiermark zählt hier mit der Montanuniversität oder Firmen wie AVL oder voestalpine zu den  Vorreitern.

Welche Rahmenbedingungen braucht es für Innovationen in diesem Bereich? 

Brunner: Grundsätzlich sind wir in Österreich im Bereich Innovation gar nicht so schlecht aufgestellt: Wir haben mit über drei Prozent eine der höchsten Forschungs- und Entwicklungsquoten in der EU. Mit dem aws, der FFG und dem Wissenschaftsfonds haben wir starke Partner, die alle in unterschiedlichen Bereichen und mit unterschiedlichen Schwerpunkten Innovation fördern. Hier komme ich wieder zum Wasserstoff: Wir stellen im EAG 500 Millionen Euro für die kommenden zehn Jahre für die Wasserstofftechnologie zur Verfügung. Zudem haben wir Entlastungen für den Wasserstoffbereich im Paket festgelegt und 100 Millionen Euro im Recovery Fund vorgesehen. Damit unterstützen wir sowohl Investitionen als auch den laufenden Betrieb – und stellen so die Wirtschaftlichkeit dieser Technologie sicher. 

Wie ist es um die Innovationskultur in Österreich respektive der Steiermark generell bestellt? 

Bunner: In Österreich gibt es unglaublich viele „Hidden Champions“, vor allem bei Innovationen im Umwelt- und Energiebereich. Ein Beispiel: erst letzte Woche ist das erste Wasserstofftaxi Österreichs in Wildon im Bezirk Leibnitz vorgestellt worden. Oder beim Projekt „Steiermark gibt Wasserstoff“, bei dem die Speicherung von überschüssigem Strom in Form von Wasserstoff beleuchtet wird. Dort wird in Schladming der erste konkrete Anwendungsfall installiert: der vom steirischen Start-up EEG Elements entwickelte Speicher namens „Johann.“ Die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik forciert auch Innovation – neue Modelle und digitale Lösungen werden ausgerollt. Im EAG wird es auch „Sandboxes“ geben, in denen innovative Prozesse ausprobiert werden können. Ich würde mir überhaupt wünschen, dass mehr innovative heimische Player aus anderen Bereichen auch im Klima- und Energiesektor aktiv werden. 

In welchen Bereichen sehen Sie mit Blick auf die Klimaziele die größten Herausforderungen, wo die größten Chancen für Unternehmen? 

Brunner: Gerade der Mobilitätsbereich wird entscheidend, denn ein Drittel des Emissionsausstoßes wird durch den Verkehr verursacht. Die Technologieoffenheit ist dabei ein wichtiger Schlüssel – wir dürfen das Auto, den Verbrennungsmotor und die Straße nicht verteufeln, vielmehr müssen wir darüber reden, womit wir die Autos von morgen antreiben. Wir müssen also den Umstieg von fossilen Treibstoffen auf erneuerbare Technologien forcieren. Nicht der Motor ist das Problem, sondern die CO2-Emissionen sind es! Es darf kein „Entweder-Oder“ geben, es werden mehrere saubere Technologien nebeneinander Platz haben.


Zur Person:

Magnus Brunner ist seit Jänner 2020 Staatssekretär im Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie. Er war von 2009 bis 2020 aus Vorarlberg entsandtes Mitglied des österreichischen Bundesrates sowie von 2007 bis 2020 Vorstandsvorsitzender der OeMAG Abwicklungsstelle für Ökostrom AG.


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