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Musik spielt seit 250 Jahren an der Börse

Beethoven zählte zu den ersten Aktionären an der Wiener Börse. Heuer feiert der Finanzplatz mit 800 handelbaren Aktien und 68,9 Milliarden Euro Jahresvolumen ein Vierteljahrtausend. Vorstand Christoph Boschan im Interview.

Christoph Böschen
© Wiener Börse Seit 2016 steht Christoph Boschan gemeinsam mit Petr Koblic an der Spitze der Wiener Börse.

Die Wiener Börse zählt zu den ältesten Nationalbörsen weltweit. Was waren die prägendsten Veränderungen, was die größten Meilensteine?

Christoph Boschan: Die Wiener Börse hat sich von regulatorischen Anfängen zu einem IT-Service- und Infrastruktur-Anbieter entwickelt. 1771 wurden nur Anleihen, Wechsel und Devisen gehandelt. Ab 1818 kam die erste Aktie auf den Kurszettel. Heute decken wir neben Aktien und Anleihen nationaler und internationaler Unternehmen die gesamte Anlagepalette inklusive ETFs und Zertifikate ab. Wir berechnen 150 Indizes für Finanzinstitute weltweit und sind der Nummer-eins-Ansprechpartner für Marktdaten aus Zentral- und Südosteuropa.

Was bildet der Leitindex ATX ab – und wie stellt er sich im internationalen Vergleich dar?

Boschan: Der Leitindex ATX spiegelt die Entwicklung der 20 heimischen Top-Unternehmen wider. Diese sind gut aufgestellt und haben 2020 Flexibilität, Innovationskraft und Durchhaltevermögen bewiesen. 2021 rangiert der ATX bisher unter den Top-Performern und Analysten sagen für 2021 merkliche Steigerungen voraus.

Wie beurteilen Sie die Präsenz steirischer Unternehmen, die in Wien gelistet sind?

Boschan: Unter den börsengelisteten Unternehmen finden sich zum Beispiel Andritz, die seit 20 Jahren an der Wiener Börse notiert, und AT&S (seit 2008). Erst vor einigen Monaten durften wir die Grazer Immobilienfirma Aventa AG im direct market plus, unserem Einstiegssegment, begrüßen. Wir hoffen natürlich, dass zahlreiche steirische Unternehmen diesem Vorbild folgen werden.

2020 war auch an den Börsen von großen Turbulenzen geprägt. Corona hat die Kurse einbrechen lassen. Wie haben Sie das letzte Jahr erlebt?

Boschan: Das Umfeld war herausfordernd und geprägt von hohen Volatilitäten. Als Infrastrukturanbieter galt unsere volle Aufmerksamkeit dem stabilen Systembetrieb. Trotz der Pandemie, Erdbeben und einem Terroranschlag haben wir viele Initiativen umgesetzt und hatten das Privileg, in allen Geschäftsfeldern wachsen zu können.

Österreicher sind tendenziell zurückhaltend beim Kauf von Wertpapieren. Trotz Nullzinsen legen viele lieber ihr Geld aufs Sparbuch. Was sagen Sie den Börse-Skeptikern?

Boschan: Hier findet bereits ein Umdenkprozess statt. 2020 war das Jahr, in dem das Aktieninteresse wegen Corona deutlich befeuert wurde. Das melden uns die Depot-anbieter, und das belegen auch die Rekordanmeldungen zu unserem Seminar-Angebot. Ohne Finanzbildung sind Anleger ihr Leben lang an die derzeit niedrig verzinsten traditionellen Sparformen gebunden. Als Sachwerte profitieren Aktien in Zeiten niedriger Zinsen. Trotz kurzfristig mitunter starker Schwankungen zählen sie langfristig zu den lukrativsten Anlageformen. 

Die Regierung schnürt in der Pandemie Milliardenpakete, um die Wirtschaft über Wasser zu halten. Welchen Beitrag kann der Kapitalmarkt zur Bewältigung der Krise leisten?

Boschan: Die Pandemie unterstreicht einmal mehr die Wichtigkeit entwickelter Kapitalmärkte. Wenn die Regierung das Investieren erleichtert, kann privates Kapital aktiviert werden. So wird es für Gesellschaft und Wirtschaft nutzbar. Langfristige Anleger sollten ihr bereits versteuertes Arbeitseinkommen steuerfrei investieren können. Damit würde die Politik eine Weiche für die Zukunft des Landes stellen. Um die Krise zu überwinden und den Wohlfahrtsstaat langfristig zu sichern, werden staatliche Milliardenpakete nicht reichen.

Was raten Sie Anlegern, welche Grundsätze sollten sie unbedingt beherzigen? 

Boschan: Wer den langfristigen Horizont vor Augen hat, Schritt für Schritt investiert und breit streut, ist gut gerüstet. Investieren Sie nur in Produkte, die Sie kennen und verstehen. Und achten Sie auf die Gebühren! Hier gibt es enorme Unterschiede. Schon eine ein Prozent geringere Rendite führt über ein monatliches Investment von 100 Euro über 40 Jahre zu einem Verlust von über 50.000 Euro.

Wo sehen Sie die Wiener Börse in 20 Jahren?

Boschan: An unserem Auftrag hat sich nichts geändert. Wir sind zentraler Marktplatz für die Preisermittlung von Wertpapieren. Kaum eine andere europäische Börse dieser Größenordnung  hat einen vergleichbaren Diversifikations- und Effizienzgrad. Auch in 20 Jahren wollen wir modernste Infrastruktur und ein interessantes Produkt-
angebot bieten.



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