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25.000 Jobs warten auf Fachkräfte

Laut aktuellem Fachkräfteradar der WKO kommen auf eine offene Professionistenstelle in der Steiermark derzeit nur 1,24 qualifizierte Bewerber. In Wien sind es doppelt so viele.

Denn bereits drei von vier steirischen Betrieben geben laut Umfrage des Instituts für Bildungsforschung in der Wirtschaft (IBS) an, hier vor Schwierigkeiten zu stehen.
© Die Industrie - Matthias Kniepeiss Denn bereits drei von vier steirischen Betrieben geben laut Umfrage des Instituts für Bildungsforschung in der Wirtschaft (IBS) an, hier vor Schwierigkeiten zu stehen.

Fakt ist, dass in den kommenden Jahren doppelt so viele Menschen in Pension gehen, wie ins Erwerbsleben nachrücken. Fakt ist auch, dass der demografische Wandel den Mangel an qualifizierten Mitarbeitern zusätzlich verschärft. Bereits jetzt fehlen den Betrieben hierzulande rund 25.000 Fachkräfte. Und bis 2030 könnten es über 50.000 Personen im Haupterwerbsalter weniger sein. „Selbst wenn die Konjunktur etwas nachlässt, stellt uns diese Entwicklung vor enorme Herausforderungen. Dafür muss man kein großer Mathematiker sein“, mahnt WKO-Präsident Josef Herk. Er fordert die Politik dazu auf, diesem Thema den nötigen Stellenwert einzuräumen (s. Interview unten).

Denn bereits drei von vier steirischen Betrieben geben laut Umfrage des Instituts für Bildungsforschung in der Wirtschaft (IBS) an, hier vor Schwierigkeiten zu stehen – 87 Prozent der Befragten spüren den Mangel an Professionalisten bereits. Besonders eindrücklich wird diese Problematik beim „Klick“ auf das „WKO-Fachkräfteradar“.

Hier zeigt die sogenannte „Stellenandrangsziffer“ als Indikator das Verhältnis zwischen zu besetzenden Jobs und den in Frage kommenden qualifizierten Mitarbeitern an – und offenbart erstmals detailliert, wo besondere „Missmatches“ verortet sind. Betrachtet man hier die Steiermark, so ergibt sich für das Jahr 2018 ein Verhältnis von 1,24: Auf eine offene Fachkräftestelle kamen im Schnitt also 1,24 qualifizierte Bewerber. In Wien waren es doppelt so viele.

Mobilität für den Job

Noch deutlicher werden „Recruiting-Hürden“ mit Fokus auf Regionen bzw. einzelne Berufe. Sich im Jänner 2019 etwa einen Elektroinstallateur zu angeln, war für weiß-grüne Betriebe ein beinahe aussichtsloses Unterfangen. Denn auf 520 Offerte kamen hier 198 arbeitslose gemeldete Fachkräfte. Wohingegen in der Bundeshauptstadt zeitgleich 769 Elektroinstallateure auf Arbeitssuche waren. Ähnliches Bild auch im Gastgewerbe: Während hierzulande im Vormonat auf 203 Jobangebote gerade einmal 318 gelistete Kochprofis kamen, standen in Wien mit 955 Köchen viermal so viele potenzielle Küchenprofis ohne Arbeit den dort angebotenen offenen Stellen gegenüber.

Deshalb wird ein Maßnahmenpaket geschnürt: Neben dem Fokus auf Bildung seien neue, positive Anreizmodelle zur Mobilisierung von Arbeitsuchenden zu schaffen, so Herk: „Nur so kann überregionale Job-Vermittlung gelingen.“


Doch ohne grenzüberschreitende Rekrutierung sei die Challenge nicht zu gewinnen, mahnt Herk und fordert als „Akutmaßnahme“ die rasche Öffnung des Arbeitsmarktes in Richtung Kroatien – und einen ehrlichen Diskurs, was den qualifizierten Zuzug betrifft: „Hier hat parteipolitische Polemik keinen Platz. Denn das Match um die besten Mitarbeiter wird längst am internationalen Spielfeld ausgetragen – und es darf kein Potenzial ausgelassen werden.“


Interview mit WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk


Wie stark ausgeprägt zeigt sich der vielzitierte Fachkräftemangel bereits?

Josef Herk: Aktuell fehlen bereits 25.000 Schlüsselkräfte. Drei von vier heimischen Firmen können wichtige Positionen schon nicht mehr besetzen. Dass hier dringender Handlungsbedarf herrscht, untermauert auch das WKO-Fachkräfteradar. Darum fordern wir von der Politik eine ehrliche Debatte über arbeitsmarktpolitische Notwendigkeiten.

Wo muss der Hebel angesetzt werden?
Herk:
Zum einen muss die Mobilität von Arbeitslosen erhöht werden – denn in den einzelnen Bundesländern wie auch in den Regionen herrschen höchst unterschiedliche Ausgangssituationen, was offene Stellen und dafür in Frage kommende qualifizierte Bewerber betrifft. Zum anderen braucht es positive Anreizmodelle für innerösterreichische Job-Vermittlungen.

Wie sieht es mit ausländischen Fachkräften aus? 
Herk:
Der Arbeitsmarkt in Richtung Kroatien gehört geöffnet – und das am besten schon morgen, um zumindest kurzfristig den akuten Mangel in den Regionen etwas zu lindern. Und langfristig gesehen führt am qualifizierten Zuzug aufgrund des demografischen Wandels kein Weg vorbei.

Wie kann man dem Problem ­innerösterreichisch begegnen?
Herk:
Indem man die Bildung verstärkt und alle Hebel in Bewegung setzt, um die schwindende „Ressource“ Jugend bestmöglich zum Einsatz zu bringen.


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