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249 Millionen Euro für Schulinfrastruktur

Bund, Land und Kommunen forcieren Schulbauoffensive, weitere Großprojekte sind in der Pipeline: Allein in Graz stehen bis 2022 Invests von 75 Millionen Euro an.

Großbaustelle in den Schulen: In der Steiermark wird massiv in die Schulinfrastruktur investiert.
© contrastwerkstatt - stock.adobe.com Große Schulbauoffensive: Vor allem in die steirische Pflichtschulinfrastruktur wird investiert.

Wenn in wenigen Tagen die rund 140.000 steirischen Schüler wieder die Schulbank drücken, dürfen sich nicht wenige über neue Klassenzimmer, sanierte Werkstätten oder erweiterte Flächen für die Nachmittagsbetreuung freuen. Denn Bund, Land und Kommunen stecken aktuell viel Geld in den Ausbau der weiß-grünen Infrastruktur, wie eine Hochrechnung der „Steirischen Wirtschaft“ ergibt: Sage und schreibe 249 Millionen Euro werden und wurden zuletzt in die weiß-grüne Schulinfrastruktur investiert.

Der Löwenanteil davon entfällt auf den Pflichtschulbereich: Hier wurden allein im Vorjahr 128 Millionen Euro in die Hand genommen, um kräftig in den Neubau, Umbau oder die Sanierung von Volksschulen, Neuen Mittelschulen & Co. zu investieren. „Wir müssen unsere Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen auf den neuesten Stand bringen. Daher engagieren wir uns stark in diesem Bereich“, betont LH-Stellvertreter Michael Schickhofer. Konkret wurden mehr als 30 Projekte realisiert, jeweils von Land und Gemeinden kofinanziert, wobei die Kommunen als Schulerhalter auch die öffentlichen Auftraggeber sind. Bei den Bundesschulen dagegen erfolgt die Vergabe über die BIG (Bundesimmobiliengesellschaft). Wie man hier als Unternehmer zum Zug kommen kann? „Eine echte Chance besteht, wenn nach einzelnen Gewerken ausgeschrieben wird“, erklärt WKO-Vergabeexperte Gerfried Weyringer (siehe Interview rechts).

Doch zurück zum Bauboom: Besonders groß ist der Investitionsbedarf in Graz, da die Schulen und Klassen wegen des starken Zuzugs buchstäblich aus allen Nähten platzen. Rund 61 Millionen Euro hat die Stadt Graz in der vergangenen Regierungsperiode in neue Schulinfrastruktur investiert – etwa in die neue Volksschule Smart City, in die VS Triester, die VS Murfeld und die VS Straßgang. 

Auch die Sanierungsoffensive an den Bundesschulen wurde weiter vorangetrieben: Zahlreiche Projekte sind im Bau oder in Planung – insgesamt beläuft sich das Investitionsvolumen für die nächsten Jahre auf über 60 Millionen Euro. Die „größte Baustelle“ war die Sanierung des Bundesschulzentrums Weiz, 37 Millionen Euro wurden hier in die Hand genommen. Weitere Projekte werden gerade realisiert, etwa die Erneuerung des Werkstättentrakts in der Bulme Graz-Gösting. Kostenpunkt: rund 20 Millionen Euro. Das Sanierungsprojekt an der HTBLA Zeltweg schlägt mit zehn Millionen Euro zu Buche, an den Gymnasien Pestalozzi und Stainach wird kräftig in den Ausbau der  Nachmittagsbetreuung investiert.

Und ein Ende der Offensive ist nicht in Sicht, im Gegenteil: „Auch in den kommenden Jahren wird der Schulausbau eine der größten Herausforderungen für Graz sein“, sagt Stadtrat Kurt Hohensinner. Bis 2022 werden 500 Erstklassler mehr an den Grazer Volksschulen erwartet (siehe Box rechts). Umgerechnet bedeutet das einen Bedarf von zusätzlichen 22 ersten Klassen, hochgerechnet werden 88 neue Klassen gebraucht. Insgesamt sollen bis 2022 rund 75 Millionen Euro in die Grazer Schulen gesteckt werden.

Generationenwechsel bei den Lehrern steht bevor

Auch wenn der Generationenwechsel bei den Lehrern bevorsteht, kommt es derzeit laut Landesschulrat bei der Besetzung der vorgesehenen Planstellen zu keinen Problemen. Insbesondere im Bereich der Bundeslehrer – also AHS und BMHS – wird kein Lehrermangel verzeichnet. Im vergangenen Schuljahr gingen 68 Bundeslehrer in Pension – die Tendenz wird sich auch heuer nicht ändern. Im Pflichtschulbereich ist die Lage anders, hier werden verstärkt auch AHS-Lehrer eingesetzt. Zuletzt gingen 436 Landes-Lehrer in den Ruhestand.

Tablets & Co.: So macht die Digitalisierung Schule

Ob interaktive Leseprogramme oder Online-Kurse zur Deutschförderung: Die Digitalisierung ist längst in den Klassenzimmern angekommen. „Der verstärk­te Einsatz von digitalen Medien im Unterricht ist kein Zukunftsthema, sondern schon heute enorm wichtig“, so Bildungslandesrätin Ursula Lackner. Auch der Papierfachhandel spürt diesen Trend: So werden Hefte hauptsächlich in den Volksschulen verwendet, wo die Kinder erst einmal Schreiben lernen – später kommen dann verstärkt digitale Medien und Arbeitsbücher zum Einsatz.

Schulstart: Papierhandel mit starken Umsätzen

Ob Bleistift, Hefte, Mappen oder Federpennal: Wenn für die rund 140.000 steirischen Schüler nächste Woche das neue Schuljahr beginnt, darf sich auch der Papierfachhandel mitfreuen. Denn der Schulbedarf spült dem weiß-grünen Fachhandel rund 20 Millionen Euro jährlich in die Kassen. „Rund die Hälfte davon wird zwischen Juli und September erwirtschaftet“, sagt Obmann Harald Wurzer. Trotz der zunehmenden Digitalisierung ist der Schulstart ein zentraler Umsatzbringer für die Branche: Vom geschätzten Jahresumsatz von etwa 600 Millionen Euro entfällt rund ein Drittel auf Schulartikel. Insgesamt gibt es in der Steiermark rund 150 Papierfachgeschäfte, dazu kommen große Handelsketten, die am Kuchen mitnaschen.

So schaut die steirische Schullandschaft aus

Laut aktuellen Zahlen des Landesschulrats gibt es in der Steiermark aktuell 798 Schulen. Den größten Anteil machen dabei die 449 Volksschulen mit insgesamt 2.404 Klassen aus. Im Schnitt sitzen 18 Schüler in einer Volksschulklasse, pro Schule sind es durchschnittlich 98 Schüler. In den 166 Neuen Mittelschulen sitzen im Schnitt 169 Schüler pro Schule. Außerdem werden 29 selbständige Polytechnische Schulen mit 76 Klassen verzeichnet, darüber hinaus 49 Allgemeinbildende Höhere Schulen (AHS) mit 1.219 Klassen und 51 BHS-Standorte mit 919 Klassen. 

Platzmangel in der Stadt, Schülerschwund am Land

Interessant ist ein Blick auf die Entwicklung der Schülerzahlen: unter den insgesamt rund 140.000 steirischen Schülern ist insbesondere im Großraum Graz – inklusive dem Speckgürtel – ein Zuwachs bei den Schülerzahlen zu verzeichnen: Bis 2022 werden rund 500 Erstklassler mehr in den Volksschulen erwartet, der gesamte Pflichtschulbereich wird bis 2030 um fast die Hälfte wachsen (plus 42,6 Prozent).Das sorgt für Platzprobleme und einen hohen Investitionsbedarf. Im Gegenzug sind die Schülerzahlen landesweit leicht rückläufig. 

Interview mit Gerfried Weyringer – Wie KMU profitieren

Wie kommen bei Ausschreibungen von Schulprojekten regionale Firmen zum Zug?

Wenn eine Gesamtausschreibung über einen Generalunternehmer erfolgt, wird es schwierig. KMU kommen viel eher zum Zug, wenn nach Gewerken ausgeschrieben wird. 

Welche Wertgrenzen sind bei Vergaben zu beachten?

Je nach Gewerken gibt es diverse Wertgrenzen. Bis zu 100.000 Euro können Direktvergaben ohne öffentliche Ausschreibung vergeben werden. Bei einem Auftragswert über einer Million Euro gilt das Bestbieterprinzip verpflichtend. Bei Projekten über 5,5 Millionen Euro muss EU-weit ausgeschrieben werden. 

Von Karin Sattler.

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