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2016 war zweitbestes Gründerjahr in der Geschichte

„Im Schnitt werden elf neue Betriebe pro Tag aufgesperrt. Das ist ein sehr positives Signal für den gesamten Wirtschaftsstandort", betont Präsident Josef Herk. 

Die Zahl der Unternehmensgründungen in der Steiermark steigt weiterhin an. Exakt 3.928 Unternehmen wurden im Vorjahr gegründet, inklusive der selbständigen Personenbetreuer waren es sogar 6.139 (so viele wie noch nie). Im Vergleich zum Jahr 2015 ist die Gründerzahl in der Steiermark damit um 293 beziehungsweise acht Prozent gestiegen. „Angesichts der nach wie vor herausfordernden Konjunkturlage ist das eine höchst erfreuliche Dynamik, die es zu verstärken gilt“, betont WKO Steiermark Präsident Josef Herk. Und zwar mit Strukturreformen, nicht zuletzt am Arbeitsmarkt. „Wir müssen den Betrieben wieder mehr Luft zum Atmen lassen, vor allem, wenn es um den Faktor Arbeit geht. Dann werden aus den Gründern von heute die Arbeitgeberbetriebe von morgen – und das muss auch unser Ziel sein! Dafür braucht es aber vor allem auch mehr Flexibilität, speziell was die Arbeitszeiten betrifft. Hier hinken unsere starren Regelungen den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Realitäten bei weitem hinten nach“, so Herk. 

Unternehmensgründer werden immer jünger

Das Durchschnittsalter der Gründer ist im vergangenen Jahr von 37 auf 36,5 Jahre gesunken. Nach Altersgruppen unterteilt sind 1,7 Prozent der Gründer jünger als 20 Jahre, 28,6 Prozent fallen auf die Gruppe der 20- bis 30-Jährigen, 31,5 Prozent auf die 30- bis 40-Jährigen, 22,8 Prozent auf die 40- bis 50-Jährigen, 12,1 Prozent auf die 50- bis 60-Jährigen und 3,3 Prozent sind sogar über 60 Jahre alt. Auch der Frauenanteil an den Neugründungen ist von 43,6 Prozent (2015) auf heuer 46,9 Prozent deutlich gestiegen. Mehr als drei Viertel aller Unternehmen wurden übrigens als Einzelunternehmen gegründet (76,9 Prozent). Gemeinsam mit den GmbHs (12 Prozent) machen diese beiden Rechtsformen knapp 89 Prozent aller Neugründungen aus. Übrigens: Die Statistik zeigt, dass neu gegründete Unternehmen keineswegs zur Gattung der Eintagsfliegen zählen. Beinahe vier von fünf gibt es auch nach drei Jahren noch (79,1 Prozent), mehr als zwei Drittel nach fünf Jahren (67,7 Prozent) und sechs von zehn auch noch nach sieben Jahren (59,7 Prozent). Den größten Zuwachs nach Sparten verzeichneten Gewerbe und Handwerk, 41,8 Prozent aller Gründungen sind dort erfolgt. Auf den Plätzen folgen die Sparten Handel (26,5 Prozent) sowie Information und Consulting (17,8 Prozent).

47.118 Gründerberatungen in der WKO Steiermark 

„Es gibt wahrscheinlich keinen mutigeren, aber auch interessanteren Schritt als den Schritt in die Selbstständigkeit“, ist Josef Herk, selbst erfolgreicher mittelständischer Unternehmer, überzeugt und ermutigt potentielle Jungunternehmer, diesen großen Schritt zu wagen: „Unternehmertum ist weit mehr als reiner Broterwerb, es ist eine Lebenseinstellung – ein Lifestyle, bei dem man Herausforderungen nicht scheut, sondern anpackt. Als WKO ist es unser oberstes Ziel, diesen Lifestyle tatkräftig zu unterstützen, und zwar mit unseren vielfältigen Service- und Bildungsangeboten.“ Das zeigt auch ein Blick auf die Statistik: Exakt 47.118 Gründerberatungen stehen für 2016 im Gründerservice und den Regionalstellen in der gesamten Steiermark zu Buche. Davon fanden 21.799 Beratungen (30 bis 120 Minuten) persönlich statt, die übrigen 25.319 Beratungen waren telefonisch oder schriftlich. Darüber hinaus haben Michaela Steinwidder und ihr Team vom Gründerservice im Rahmen des Projekts „Gründerland“ zahlreiche Veranstaltungen durchgeführt, so zum Beispiel etliche Gründer- und Steuerworkshops, aber auch Infoveranstaltungen zum Thema Businessplan, Geschäftsmodell und natürlich die Gründermesse. Insgesamt haben rund 1.700 Interessierte daran teilgenommen.

Motive für Gründungen: Flexible Zeiteinteilung am wichtigsten

Beleuchtet man die Motive zur Unternehmensgründung, so bilden sich die klassischen Ideale des Unternehmertums ab. Vor allem der Wunsch sein eigener Chef zu sein (66,4 Prozent), aber auch eine flexible Zeit- und Lebensgestaltung (65,2 Prozent) gelten als wichtigste Motivatoren um sich selbstständig zu machen. Ebenfalls von großer Bedeutung sind hier der Wunsch Verantwortung zu übernehmen (59 Prozent) und die Selbstständigkeit als generelle Karriereoption (55,3 Prozent). Meist ein freiwilliger Schritt, denn nur 9,8 Prozent der jungen Unternehmer fühlen sich in die Selbstständigkeit gedrängt. Mehr als jeder Zweite hat sich aber einfach einen Jugendtraum erfüllt: 54,3 Prozent „wollten immer schon Unternehmer sein“.

JW fordert Beteiligungsfreibetrag und Ausdehnung der Lohnnebenkostenförderung

Trotz der positiven Entwicklung im vergangenen Jahr gibt es aber auch offene Baustellen. „Wir haben in den vergangenen Jahren unsere Forderungen nach einem GmbH-Gesetz und einem Crowdfunding-Gesetz zur Gänze umsetzen können. Beides sind Grundsteine für die steigende Gründerfreudigkeit. Nun muss mit dem Beteiligungsfreibetrag der nächste Schritt folgen“, sagt dazu Burkhard Neuper, Landesvorsitzender der Jungen Wirtschaft Steiermark und seit Anfang Jänner auch im Bundesvorstand der JW vertreten. Jemand, der privates Kapital wieder in unternehmerisches Risikokapital umwandeln wolle, brauche einen Anreiz dafür. Der Freibetrag soll 100.000 Euro betragen und gleichmäßig auf fünf Jahre verteilt werden. Darüber hinaus wünscht man sich seitens der JW eine Ausdehnung der Lohnnebenkostenförderung auf die ersten drei Mitarbeiter – und zwar für alle Gründer. Derzeit gelte das nämlich nur für einen kleinen Teil unter den Start-ups.


Rückfragehinweis:

Mag. Mario Lugger
Referatsleiter Kommunikation
T 0316/601-652
mario.lugger@wkstmk.at

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