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Banges Hoffen auf einen Restart

Am 24. Jänner sollte eigentlich das Ende des dritten Lockdowns eingeläutet werden. Doch je näher der Termin rückt, desto mehr schwindet auch die Hoffnung auf einen baldigen Restart. 

In der Grazer Innenstadt steht seit 26. Dezember 2020 so gut wie alles still.
© Foto Fischer In der Grazer Innenstadt steht seit 26. Dezember 2020 so gut wie alles still.

Seit 26. Dezember 2020 befinden wir uns in einem dritten Lockdown. Für viele steirische Unternehmer bedeutet dies eine absolute wirtschaftliche Katastrophe, deren Ende in immer weitere Ferne rückt. Das geplante Wiederhochfahren der Wirtschaft am 24. Jänner hängt an einem seidenen Faden, da sich die Corona-Fallzahlen nach wie vor nicht im gewünschten Bereich befinden und neue Virusmutationen für große Unsicherheiten sorgen. Die fehlende Planbarkeit macht den steirischen Betrieben schwer zu schaffen, wie ein Rundruf quer durch alle Branchen bestätigt. Dennoch blicken viele Wirtschaftstreibende positiv in die Zukunft und versuchen mit kreativen Einfällen das Geschäft am Laufen zu halten...

Alexander Gerlach, Junior-Chef im Hotel Gollner: Es war das wohl schlimmste Jahr für die heimische Hotellerie: Seit Mitte März 2020 laufen alle steirischen Hotels auf Sparflamme. „Auch unsere 18 Mitarbeiter sind seit Beginn der Krise in Kurzarbeit“, bestätigt Alexander Gerlach, Junior-Chef im Hotel Gollner in Graz. Trotz drittem Lockdown und unklarer Zukunft teilt Gerlach den Optimismus vieler Unternehmen, was das kommende Jahr betrifft. „Hoffnungsvoll stimmt mich, dass Graz im Gegensatz zu Wien weniger von internationalen Gästen abhängig  ist und uns dadurch vielleicht ein schnellerer Neustart gelingt. Wichtig ist es nun, dass wir neue Ideen für die Zukunft finden“, so der Junior-Chef. An kreativen, neuen Ideen scheint es im Hotel Gollner nicht zu mangeln: Um Business-Kunden in Zeiten von Homeoffice und Co. eine externe Büromöglichkeit bieten zu können, vermietet das Grazer Hotel seine Zimmer stundenweise an Personen, „denen es zu Hause zu eng wird oder die einfach ein besseres Internet benötigen“, so Gerlach. 

Mario Gruber, Geschäftsführer Thermen- und Vulkanland Steiermark: „Aktuell gibt es nur ein Ziel, und das heißt Überleben“, so Mario Gruber, Geschäftsführer des Thermen- und Vulkanlandes Steiermark. „Und dies gelingt uns nur, wenn wir planen können. Ohne entsprechende Vorbereitung können wir auch nicht aufsperren“, so Gruber. Ob die Thermen ab 25. Jänner wieder öffnen dürfen, kann Gruber schwer einschätzen: „Die Hoffnung bleibt natürlich, immerhin hat sich auch in den vergangenen Monaten gezeigt, dass die Thermen und auch die Gastronomie keine Cluster hervorgebracht haben und der Betrieb unter der Einhaltung aller Hygienemaßnahmen gut funktioniert hat. Ich würde mir wünschen, dass diese Tatsachen in zukünftige Entscheidungen der Regierung miteinfließen.“ Die Mitarbeiter des Thermen- und Vulkanlandes seien auf jeden Fall höchst motiviert, ihren Dienst wieder anzutreten. 

Roland Jagersbacher, Geschäftsführer von sREAL Immobilien: Mit dem Jahr 2020 ist Roland Jagersbacher, Geschäftsführer von sREAL Immobilien, zufrieden. Zwar waren die ersten beiden Lockdowns aufgrund der Tatsache, dass keine oder kaum Besichtigungen stattfinden konnten, große Herausforderungen. Trotz der schwierigen Situation fiel das Geschäft aus dieser Zeit aber nicht komplett weg, sondern verschob sich lediglich auf einen späteren Zeitpunkt im Jahr. „Die Umstellung auf Homeoffice war sehr gut umsetzbar und es wurde auch viel daraus gelernt“, so Jagersbacher.  So strebt Jagersbacher für die Zukunft eine hybride Situation im Unternehmen an. Online-Meetings sollen in bestimmten Bereichen beibehalten, aber auch der persönliche Kontakt mit den Mitarbeitern soll gepflegt werden. Jagersbacher sieht die Einführung und den Ausbau des virtuellen Angebots für die Kunden, insbesondere in Bezug auf Besichtigungen von Immobilien, als eine Herausforderung für die Zukunft.

Edith Münzer, Murpark-Center-Managerin: Elf Wochen lang musste ein Großteil der Geschäfte im Grazer Murpark im Jahr 2020 coronabedingt schließen. „Diese Umsatzeinbußen werden die Händler meiner Meinung nach nicht mehr kompensieren können. Vor allem der aktuelle Lockdown betrifft eine der umsatzstärksten Wochen im Jahr, wo die Kunden Gutscheine einlösen und Ausverkaufsangebote nutzen wollten“, bestätigt Center-Managerin Edith Münzer. Trotz der aktuellen Herausforderungen blickt die Unternehmerin positiv ins neue Jahr: „Wir spüren die Treue und starke Solidarität der Kunden mit den stationären Händlern in der Region, das stimmt uns zuversichtlich.“ Außerdem seien die meisten der 18 aktuell geöffneten Geschäfte mit den Umsätzen zufrieden. „Der Abhol- und Zustellservice der Gastro-Betriebe und vor allem die Möglichkeit von ,click&collect‘ werden von den Kunden gut angenommen und helfen natürlich dabei, den Lockdown zu überbrücken“, so Münzer. 

Thomas Fischer, Geschäftsführer von Foto Fischer: Seit dem zweiten Lockdown dürfen Fotografen – wie auch Floristen, Buchbinder oder Schuhmacher – ihren Betrieb offen halten. „Nur wissen das leider die wenigsten“, betont Thomas Fischer, Geschäftsführer des gleichnamigen Fotostudios in der Grazer Innenstadt. Somit entfällt auch der Anspruch auf Umsatzersatz. „Es wäre wahrscheinlich einfacher, wenn wir wie andere Händler auch während dem Lockdown schließen müssten“, so Fischer. Neben den finanziellen Herausforderungen sieht der Fotograf die größte Problematik in der fehlenden Planbarkeit: „Die Maßnahmen ändern sich oft unverhersehbar und spontan – und wir Unternehmer werden viel zu spät darüber informiert.“ Trotzdem versucht Fischer das Beste aus der Situation zu machen. „Momentan haben wir beispielsweise optimale Voraussetzungen für Familien-Shootings, da viele andere Termine coronabedingt  entfallen“, so Fischer. 

Arabella Vogl, Geschäftsleiterin Hagebaumarkt Vogl: „Wir konnten 2020 mit einem starken Team der Krise und den Lockdowns Paroli bieten und unseren Kunden per Telefon, E-Mail und im Onlineshop weiterhin zur Seite stehen“, erzählt Arabella Vogl, Geschäftsleiterin des gleichnamigen Hagebaumarktes in Rosental an der Kainach. Trotzdem stellt der Lockdown das Familienunternehmen vor große Herausforderungen. „Umso mehr freuen wir uns darauf, nach dieser Zwangspause wieder mit voller Begeisterung für unsere Kunden persönlich da sein zu können“, so Vogl. Vonseiten der Politik wünscht sich die Unternehmerin vor allem Einigkeit: „Es sollten alle an einem Strang ziehen und für mehr Transparenz und weniger Bürokratie sorgen.“

Caroline Brunner, Gründerin von feMale beauty: Vor 2,5 Jahren hat sich Caroline Brunner als selbständige Kosmetikerin im Bereich der dauerhaften Haarentfernung in der Grazer Innenstadt selbständig gemacht. Der erneute Lockdown trifft die Jungunternehmerin hart. „Durch Umsatzersatz und Co. werden zwar die Fixkosten für mein Studio abgedeckt, das Gehalt bleibt aber aus. Ich muss von meinen Ersparnissen leben und kann nur hoffen, dass weitere Unterstützungen folgen“, so Brunner. Abgesehen von der finanziellen Belastung fürchtet die Kosmetikerin auch, dass das psychische Wohl der Bevölkerung durch weitere Einschränkungen gefährdet ist. „Einsamkeit macht auch krank“, so Brunner. Auch wenn die momentane Situation herausfordernd ist, nutzt Brunner die Zeit, um sich auf die Zukunft vorzubereiten, und hofft auf eine baldige Rückkehr zur Normalität. 

Cosimo Ursi, Geschäftsführer der Tramezzini-Manufaktur Cosimo in der Grazer Hofgasse, hat den Lockdown als große Chance genutzt, um sich auf sein To-go-Konzept zu konzentrieren und dieses weiter auszubauen. Dennoch ist auch er von großer Unsicherheit geplagt, da wegen der Maßnahmen und regelmäßigen neuen Verordnungen die Planbarkeit fehlt. „Diese Verunsicherung ist auch bei meinen Mitarbeitern zu spüren, da niemand genau weiß, wie es weitergehen wird, und jeder wieder zur Normalität zurückkehren möchte“, so Ursi. Die größte Herausforderung liege nun darin, alles Mögliche zu tun, um den Gästen Sicherheit in Corona-Zeiten bieten können. 

Karl Fussi, Geschäftsführer der Murtaler Seilbahnen Betriebs GmbH: Blauer Himmel, traumhafter Schnee, offene Pisten, aber kaum Gäste. Die Murtaler Seilbahnen Betriebs GmbH ist in einer wirtschaftlich schwierigen Situation. Besonders das Skigebiet Kreischberg lebt von Urlaubern aus verschiedenen Ländern, welche heuer ausbleiben. Laut Geschäftsführer Karl Fussi gibt es in dieser Saison einen Umsatzrückgang von 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Auch aufgrund der fehlenden Gastronomie, durch die die Möglichkeit der Stärkung und des Aufwärmens entfällt, treten viele Gäste die weite Anreise nicht mehr an, und anstelle von Tageskarten werden vermehrt Stundenkarten gekauft“, so Fussi. Ein Lob spricht Fussi den Gästen aus, welche sich sehr diszipliniert an die Maßnahmen halten. Der Geschäftsführer blickt positiv der nächsten Saison entgegen.

Gundula Uray, Geschäftsführerin von Holiday Appartements: Gundula Uray aus Irdning ist darauf spezialisiert,  ankommenden Reisenden Appartements in der Region zu vermitteln – in Zeiten des Lockdowns unmöglich und nicht erlaubt. Dennoch ist die Reisebürobranche vom Umsatzersatz durch die Bundesregierung ausgenommen. „Das ist nicht fair, ich habe einen 100-prozentigen Umsatzentgang“, so die Einzelunternehmerin. Normalerweise ist der Winter ihre stärkste Saison. Kunden sind vor allem Familien oder Freunde aus  Österreich, aber auch Deutschland, den Niederlanden oder Großbritannien. „Maßnahmen gegen das Virus sind wichtig, aber bei Unterstützungen sollte man auf uns nicht vergessen“, so Uray.

Richard Rauch, Geschäftsführer Modehaus Roth: „Natürlich wird der Onlinehandel immer wichtiger, aber gerade wenn es um Mode geht, schätzen Kunden die persönliche Beratung und den Erlebnisfaktor beim Einkaufen“, so Rainer Rauch, der das Modehaus Roth zusammen mit seiner Frau Katrin Roth an zahlreichen Standorten in der Steiermark leitet. Deshalb prognostiziert der Unternehmer dem stationären Modehandel trotz der nach wie vor schwierigen Situation ein gutes Jahr 2021. „Jetzt kommt es auf die Kreativität der Händler an, um die Leute nach dem Lockdown wieder in die Geschäfte zu holen“, so Rauch. Bis es wieder so weit ist, steht das Modehaus mit seinen Kunden via Facebook und Co. im regen Austausch.

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