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"Wer im Land kauft, sichert Arbeitsplätze"

Nun ist der da, der viel gefürchtete zweite Lockdown. Wir haben mit Präsident Josef Herk über die bevorstehenden Weihnachtseinkäufe, Lichtblicke in der Krise und eine neue Kultur des Ermöglichens gesprochen.

WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk im Interview mit der Steirischen Wirtschaft.
© Oliver Wolf WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk im Interview mit der Steirischen Wirtschaft.

Maskenpflicht statt Glühwein, Homeoffice statt Firmenfeier, Lockdown statt Weihnachtsshopping – wie startet die Wirtschaft in diese schwierige Adventszeit?

Josef Herk: Wir erleben gerade eine der massivsten Plattenverschiebungen seit dem Ende des zweiten Weltkrieges. Die steirischen Unternehmer sind schwer gezeichnet von den vergangenen Monaten, der zweite Lockdown ist für viele Betriebe existenzbedrohend. Schließlich trifft er viele Branchen in ihrer umsatzstärksten Zeit – und das nach einem äußerst herausfordernden Jahr.  

Was wird der zweite Lockdown den Betrieben kosten? 

Herk: Um diese Frage seriös beantworten zu können, muss man die definitive Dauer des zweiten Lockdowns und die Regelungen danach abwarten. Wenn es bei den aktuell geplanten drei Wochen bleibt, wird sich der Schaden noch in Grenzen halten – laut KMU Forschung Austria entgehen dem steirischen Handel aber allein in den drei Wochen des Lockdowns mindestens 200 Millionen Euro Umsatz. Deshalb brauchen die Unternehmen gerade jetzt eine schnelle und unbürokratische Hilfe in Form eines entsprechenden Umsatzersatzes. Und was wir auch nicht vergessen dürfen: Bei unseren Weihnachtseinkäufen haben wir wesentlich mehr in der Hand als die Wahl eines Produktes. 

Was heißt das konkret?

Herk: Wir bestimmen mit unseren Einkäufen, wohin das Geld fließt – auf das Konto von internationalen Onlineplattformen wie Amazon oder auf das steirischer Unternehmen, die Arbeits- und Ausbildungsplätze im Land sichern. Daher mein Appell an alle Steirer: Bestellen Sie regional oder warten Sie, bis der Handel am 7. Dezember wieder aufsperrt – nur so  können wir die Wirtschaft und unser soziales Leben aufrechterhalten. Denn ohne starke Wirtschaft in der Region gibt es auch keine Sponsoren für Vereine, Veranstaltungen und dergleichen.

Die aktuelle Umfrage der KMU Forschung Austria zeigt erstmals, dass der Wille, vor Ort einzukaufen, steigt...

Herk: Diesen Trend beobachten wir eigentlich schon seit Beginn des ersten Lockdowns. Es ist erfreulich, dass immerhin schon 28 Prozent der Steirer ihre  Weihnachtsgeschenke heuer verstärkt in Geschäften in der Umgebung kaufen wollen – eine Entwicklung, die Hoffnung macht.

Was unternimmt die WKO Steiermark, um diesen Trend langfristig zu stärken? 

Herk: Einer unserer interessenpolitischen Schwerpunkte ist der Einsatz für einen fairen Wettbewerb zwischen den internationalen Plattformen und den Betrieben vor Ort. Als WKO Steiermark tun wir alles dafür, Konsumenten bezüglich ihrer Kaufentscheidungen zu sensibilisieren. Dafür haben wir bereits im Frühjahr eine Plattform unter www.wko.at/steirischeinkaufen ins Leben gerufen, um steirische Online-Shops und Zustelldienste zu unterstützen.

Halten Sie die Corona-Maßnahmen für gerechtfertigt?

Herk: Gleich vorweg: Es braucht definitiv Maßnahmen zum Schutz vor Corona. Aber es braucht auch eine klare Vorstellung, wie ein wirtschaftliches Leben mit dem Virus nach den aktuellen Restriktionen möglich ist. Denn zu warten, bis es irgendwann eine Impfung gibt, ist keine Option. Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben – und dafür braucht es eine neue Kultur des Ermöglichens. Eine Kultur, die klare Spielregeln und damit Planbarkeit vorgibt. Wir müssen Verantwortung übernehmen und mit einer großen Portion Einkaufspatriotismus dieser Krise die Stirn bieten. 

Was erwarten Sie jetzt vonseiten der Politik?

Herk: Gerade jetzt braucht es wirklich schnelle und unbürokratische Hilfe für all jene, die hier unschuldig zum Corona-Handkuss gekommen sind. Und zwar nicht nur auf dem Papier, sondern dort, wo‘s zählt: auf dem Konto. Für die Zukunft braucht es klare Regelungen, die das gesundheitliche Wohl und wirtschaftliche Vernunft in Einklang bringen. Nur gemeinsam schaffen wir es, diese Krise zu bewältigen.

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