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„Nummer eins der zweiten Reihe“

330 Einwohner, 950 Betten, 90.000 Gästenächtigungen: Warum die Riesneralm die steirische „Topdestination“ nach Schladming sein will.

Die Riesneralm will sich vor allem als Nummer Eins in der zweiten Reihe präsentieren und spricht als Skigebiet vor allem Familien an.
© Armin Walcher Die Riesneralm will sich als "Nummer Eins" in der zweiten Reihe präsentieren und spricht als Skigebiet vor allem Familien an.

Liezen. Es ist wohl das, was man „beschaulich“ nennt: Donnersbachwald im Bezirk Liezen zählt 330 Einwohner – mit den Bergbahnen auf die Riesneralm hat man jedoch einen echten Wirtschaftsmotor, der jedes Jahr 90.000 Nächtigungen in die 950 Gästebetten im Ort kurbelt. Doch das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange, wenn es nach dem umtriebigen Geschäftsführer Erwin Petz geht.

„Das Ziel ist ganz klar: Wir wollen die Nummer eins der zweiten Reihe sein“, sagt Petz. Zwar könne er sich natürlich nicht mit einer Vier-Berge-Skischaukel Haus/Schladming/Hochwurzen/Reiter­alm messen. Als Einzelskiberg könne man jedoch in jedem Fall mithalten, teils die Planai sogar überflügeln: „Wir haben mit 32 mehr Pistenkilometer und können vier Talabfahrten bieten. Daraus haben wir mittlerweile auch ein sehr interessantes Produkt entwickelt, das hervorragend funktioniert“, sagt Petz. So sei etwa die Teilnahme am Kartenverbund „Salzburger Superskicard“ für die Riesneralm eine Erfolgsgeschichte. „Es kommen sehr viele Einheimische, die diese Karte haben, zu uns – gerade auch aus dem Oberland, aus dem Raum Schladming und dem Pongau. Unsere skibegeisterten Ennstaler wollen abseits der Massen den Wintersport genießen“, erklärt Petz.

Familien als wichtige Zielgruppe im Tal

Neben den Tagesgästen liegt dabei seit Jahren ein starker Fokus auf den Familien. Die Kurse in der bevorstehenden steirischen Energiewoche sind gut gebucht, mehr als 40 Skilehrer werden dann im Gebiet, vor allem aber in der eigenen „Kinderskischaukel“ – laut Petz der ersten und einzigen in Österreich – den Parallelschwung üben. „Der Talfuß ist mittlerweile komplett für Kinder und Anfänger ausgebaut. Wir haben allein dort rund sechs Hektar Pistenfläche und fünf Lifte“, sagt Petz. 

Der Fokus auf die Familien brachte vor einigen Jahren auch die große Beherbergungskette Jufa, die sich auf Jugendliche, junge Erwachsene und Familien spezialisiert hat, ins Tal. Aber auch im Top-Segment tut sich in Donnersbachwald etwas: Die Chalets im „Bergdorf Riesner“ bieten dem Luxusliebhaber topausgestattete Hütten mit Zimmerservice direkt neben der Talstation. Und auch die Einheimischen ziehen mit: Der Stegerhof von Familie Gürtler startet unmittelbar nach Saisonende mit einem 4,5 Millionen schweren Um- und Zubau, um rechtzeitig zu Weihnachten mit nagelneuem Angebot wieder in den Winter gehen zu können. Dennoch sieht Petz im Beherbergungssegment noch „gewaltiges Ausbaupotenzial. Wir sind da auch mit anderen Investoren im Gespräch und haben uns bereits Grundstücke reserviert, um Spekulanten fernzuhalten.“

Von Klaus Krainer

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