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"Kunden sind die beste Wirtschaftshilfe"

Zehn Jahre ist Josef Herk bereits Präsident der WKO Steiermark. Wir haben den „überzeugten Optimisten“ zum Jubiläumsinterview getroffen, wo er von der Politik eine neue Kultur des (Corona-)Ermöglichens einfordert. 

Josef Herk
© Oliver Wolf Josef Herk ist seit 9. Februar 2011 Präsident der Wirtschaftskammer Steiermark.

Am 9. Februar 2011 wurden Sie offiziell als Präsident der WKO Steiermark angelobt. Wie fällt Ihre Bilanz über diese zehn Jahre aus?

Josef Herk: Ganz ehrlich gesagt kann ich‘s kaum glauben, dass das schon zehn Jahre her ist. Aber so ist das nun mal mit Dingen, die man gerne und mit Leidenschaft tut: Die Zeit vergeht wie im Flug. Geprägt war sie von intensiven Herausforderungen. Zu Beginn hatten wir mit den Folgen der internationalen Finanzkrise zu kämpfen. Diese haben wir gemeistert, so wie vieles andere auch. Und ich bin fest davon überzeugt, dass wir auch die aktuelle Corona-Krise meistern werden. Denn unser Wirtschaftsstandort ist, was die Wettbewerbsfähigkeit seiner Unternehmen anbelangt, nach wie vor gesund. Krank ist lediglich das Umfeld, das hat natürlich Auswirkungen.    

Welche Schritte müssen zur „Genesung“ Ihrer Meinung nach als Nächstes folgen?

Herk: Die nun erfolgte Öffnung im Handel und für körpernahe Dienstleister war ein wichtiger Schritt. Ziel muss es jetzt sein, dass sämtliche Bereiche der Wirtschaft wieder hochgefahren werden – und das so zeitnah wie möglich. Dafür brauchen wir einen politischen Paradigmenwechsel hin zu einer neuen Kultur des Ermöglichens. Einer Kultur, in der nicht die Frage im Zentrum steht, wie wir eine weitere Verlängerung des Zusperrens organisieren, sondern wie und unter welchen Bedingungen alle wieder aufsperren können. Klar ist, das geht nur mit einer umfassenden Test- und Impfstrategie. Hier haben wir einen durchwegs guten Weg eingeschlagen, aber ich würde mir wünschen, dass der eine oder andere Schritt hier schneller gelingen würde.  

Braucht es für den wirtschaftlichen Restart auch weitere Finanzhilfen?

Herk: Ich glaube, dass die Regierung mit ihren Hilfsprogrammen grundsätzlich sehr rasch und umfangreich reagiert hat. Trotzdem wird es weitere Mittel brauchen. Wir denken da etwa an die Wiedereinführung eines Investitionsfreibetrags oder an die Aufstockung des kommunalen Investitionsprogramms – was vor allem den Klein- und Mittelbetrieben in den Regionen zugute käme. Das Wichtigste ist und bleibt aber ein zeitnahes Wiederaufsperren, wir dürfen die Unternehmen da nicht länger in einen Lockdown-Winterschlaf zwingen. Denn die beste Wirtschaftshilfe ist und bleibt der Kunde. Natürlich ist sich die Wirtschaft hier auch ihrer Verantwortung bewusst. Die Unternehmen haben sich nach bestem Wissen und Gewissen mit umfassenden Sicherheitskonzepten aufs Aufsperren vorbereitet. Nun braucht es bei der Einhaltung der Schutzmaßnahmen aber auch die Mithilfe eines jeden Einzelnen. 

Wechseln wir zu einem erfreulicheren Thema: Sie haben diese Woche Weichenstellungen für die Berufs-EM EuroSkills bekannt gegeben. Was erwartet uns da?  

Herk: Wir mussten das Event aufgrund der Corona-Situation im vergangenen Jahr zwei Mal verschieben. Das war leider notwendig und stellte uns als Veranstalter vor enorme Herausforderungen. Aber unser Team hat nun gemeinsam mit den Verantwortungsträgern bei WorldSkills Europe über Wochen intensivst an einer Realisierung dieser EM unter den gegebenen Rahmenbedingungen gearbeitet. Aus diesem Grund werden die EuroSkills nun von 22. bis 26. September im Schwarzl-Freizeitzentrum über die Bühne gehen. Im Sinne einer Kultur des Ermöglichens haben wir eine Örtlichkeit gewählt, die uns durch ihr großzügiges Open-Air-Gelände viele neue Möglichkeiten bietet. Insgesamt stehen hier 70.000 Quadratmeter zur Verfügung, die Opening- und Closing-Zeremonie wird aber nach wie vor in Graz in der Stadthalle stattfinden. Wir erwarten zu diesem neuen Termin an die 450 Teilnehmer, Medaillen werden in insgesamt 45 Berufen vergeben. Wir wollen ein Fest der Jungfachkräfte, eine „EM der Herzen“ auf die Beine stellen.

Die Bildung und Qualifizierung unserer Jugend liegen Ihnen seit Jahren sehr am Herzen. Woher kommt die Leidenschaft für dieses Thema?

Herk: Aus der tiefen Überzeugung, dass jede junge Frau und jeder junge Mann in unserem Land die besten Chancen verdient. Und wir können es uns schlichtweg nicht länger leisten, dass da helle Köpfe und geschickte Hände durch den Rost fallen. Selbst wenn der Arbeitsmarkt aktuell angespannt ist, gibt es Bereiche, in denen Fachkräftemangel herrscht. Und dieser wird sich in den kommenden Jahren intensivieren, schließlich gehen geburtenstarke Jahrgänge in Pension, während  die Zahl der Jugendlichen sinkt. Daran hat Corona nichts geändert


Zur Person:

Josef Herk, verheiratet mit Notarin Valentina Herk, ist Chef der Herk GmbH, einem Karosserie- und Lackierfachbetrieb mit Sitz in Knittelfeld. Das 1957 gegründete Familienunternehmen beschäftigt 24 Mitarbeiter und bildet durchgehend Lehrlinge aus. Herk ist seit 9. Februar 2011 Präsident der Wirtschaftskammer Steiermark.


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