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"Jetzt heißt es, Nerven zu bewahren"

 Wir haben Präsident Josef Herk zum "Nachwahl"-Interview über (interessen-)politische Notwendigkeiten in Zeiten einer Corona-Krise getroffen. An einem Corona-Hilfspaket für die Wirtschaft führe kein Weg vorbei, so der Präsident.

Josef Herk engagiert sich seit 1982 beim Wirtschaftsbund,  seit 2011 ist er Präsident der WKO Steiermark.
© Oliver Wolf Josef Herk engagiert sich seit 1982 beim Wirtschaftsbund, seit 2011 ist er Präsident der WKO Steiermark.

Mit 71 Prozent verzeichnet der Wirtschaftsbund die stärkste Stimmenzunahme aller Fraktionen. Zufrieden mit dem Wahlergebnis?

Josef Herk: Ich bin dankbar und demütig zugleich. 25.526 Stimmen sind ein starkes Votum, für das ich mich bei allen Wählerinnen und Wählern, aber auch bei unseren vielen Funktionären bedanken möchte. Denn hinter uns liegen anstrengende, aber auch schöne Wochen voller Begegnungen mit steirischen Unternehmerinnen und Unternehmern. Menschen, die in unserem Land etwas bewegen wollen und die mit Einsatz und Leidenschaft an der Verwirklichung ihrer Träume arbeiten. Diese vertreten zu dürfen, ist für mich Auftrag und Ehre zugleich, und darum möchte ich mich an dieser Stelle auch bei allen anderen Fraktionen für ihren Einsatz bedanken. Denn bei allen unterschiedlichen Zugängen, die wir inhaltlich vielleicht haben, eint uns eines doch: und zwar der Einsatz für die Unternehmerschaft. So gesehen habe ich die vergangenen Wochen auch nie als Wahlkampf betrachtet, sondern als Möglichkeit, seine Ideen für die Zukunft zu präsentieren.

Lassen Sie uns über diese Ideen sprechen. Welche Schwerpunkte dürfen sich die steirischen Unternehmer von ihrer Interessenvertretung erwarten? 

Herk: Abgesehen von den aktuellen Vorkommnissen rund ums Coronavirus sehe ich für unsere Betriebe zwei zentrale Herausforderungen. Nummer eins ist die Sicherstellung eines fairen Wettbewerbs in Zeiten des digitalen Wandels. Viele Geschäftsfelder haben sich durch neue, innovative Vertriebsformen verändert. Diese unterstützen wir freilich, nur darf Innovation nicht darin liegen, bestehende Spielregeln zu umgehen. Genau das aber tun zum Beispiel viele ausländische Unternehmen im Bereich des Onlinehandels. Im Rahmen von Kontrollen mit der Steuer- und Zollkoordination haben wir innerhalb nur eines Jahres 56 Umsatzsteuerdelikte mit einer durchschnittlichen Nachzahlung von 161.000 Euro aufgedeckt. Gegen solche Missstände werden wir künftig noch stärker auftreten. Nummer zwei ist der Fachkräftemangel, denn wir haben heute nur mehr halb so viele Jugendliche, wie vor 40 Jahren. Unsere Antwort auf diese Herausforderung lautet Bildung, Bildung und nochmals Bildung. Darum haben wir zahlreiche Initiativen gestartet, von den EuroSkills bis hin zum Talentcenter. 

Sie haben vorhin das Coronavirus angesprochen. Können Sie den Schaden schon abschätzen?

Herk: Zuallererst muss einmal die Gesundheit stehen, das ist keine Frage. Trotzdem braucht es ein verstärktes Augenmerk auf die möglichen Kollateralschäden. In vielen Branchen stehen die Unternehmen nämlich plötzlich und gänzlich unverschuldet vor existenziellen Problemen. Als WKO versuchen wir das Schlimmste abzufangen, indem wir mit der Politik über Kreditgarantien und Überbrückungshilfen verhandeln, dazu stehen unsere Experten bei allen rechtlichen Fragen Gewehr bei Fuß. Wichtig ist, dass die nun gesetzten Maßnahmen zeitlich überschaubar und nicht zuletzt auch angemessen bleiben. Wir müssen bei diesem Thema jetzt alle die Nerven bewahren. Und wir müssen konkrete Hilfe für die betroffenen Unternehmen planen. Ich werde mich für die Stundung von Steuern und Abgaben, sowie für ein eigenes Corona-Hilfspaket für die Wirtschaft angesichts der enormen Dimension einsetzen.

Wechseln wir noch einmal in die Landespolitik. Was ist Ihnen hier wichtig?

Herk: Unser klar definiertes Ziel ist eine Stärkung des Unternehmertums. Aus diesem Grund haben wir die Initiative „Standort(zukunfts)fit“ ins Leben gerufen, darin enthalten sind neun Schwerpunktthemen mit insgesamt 120 Einzelmaßnahmen. Ideen und Vorschläge für die Weiterentwicklung unseres Landes, die auf dem Know-how und der Expertise der steirischen Wirtschaft beruhen. Diese reichen vom Ausbau der Infrastruktur, speziell was die nun in Aussicht gestellte Pyhrn-Schober-Achse, aber auch was den Breitbandausbau betrifft, bis hin zu einer nachhaltigen Sanierung des Landeshaushalts – nach Bewältigung der Corona-Krise. 

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