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"Fairness braucht es gerade in sozialen Fragen"

Teil zwei unserer Sommergespräche mit den Spitzen der im Wirtschaftsparlament vertretenen Fraktionen: Karlheinz Winkler vom Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband über mangelndes "Fair Play" im Wettbewerb.

Karlheinz Winkler (r.) – hier im Interview mit Chefredakteur Mario Lugger – ist Obmann des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes (SWV) und stellvertretender Obmann der Sparte Transport und Verkehr.
© Foto Fischer Karlheinz Winkler (r.) – hier im Interview mit Chefredakteur Mario Lugger – ist Obmann des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes (SWV) und stellvertretender Obmann der Sparte Transport und Verkehr.

Fair Play braucht es nicht nur im Sport, sondern auch in der Wirtschaft. Darum haben wir in diesem Jahr die Merkur Arena als Ort unserer Sommergespräche gewählt. Für welches wirtschaftliche Foul hätten Sie schon einmal gerne die
Rote Karte gezückt?

Winkler: Als Taxiunternehmer für Uber, darüber hinaus aber generell für die nach wie vor vorhandene soziale Ungleichbehandlung von Kleingewerbetreibenden. Denn bei Arbeitnehmern ist es selbstverständlich, dass sie bei Krankheit ab dem ersten Tag weiterhin ihr Gehalt bekommen. Nicht so bei Eine-Person-Unternehmen, sie bekommen erst ab dem 43. Tag ein Krankengeld und müssen noch dazu 20 Prozent Selbstbehalt bezahlen. 

Das klingt nach einer klassischen Gewerkschaftsforderung. Sehen Sie sich auch als eine Art Gewerkschaft?

Winkler: Durchaus. Da gibt es für mich keine großen Unterschiede. Außer, dass die einen eben erwerbstätig sind und die anderen selbständig. Wir sehen uns hier durchaus als Gewerkschaft der Klein- und Kleinstunternehmer.

Sie haben zu Beginn das Stichwort Uber genannt. Der unternehmerische Mittelstand klagt mehr und mehr über neue Konkurrenz, wie auch Airbnb, weil für diese nicht dieselben Spielregeln gelten würden. Ein Verstoß gegen das Fairnessgebot?

Winkler: Das ist natürlich unfair, hier braucht es die virtuelle Betriebsstätte. Wer in Österreich Umsatz macht, der muss auch hier Steuern zahlen. Wobei wir nicht mehr, sondern intelligentere Steuern brauchen, etwa durch eine Verschiebung der Steuerlast von Arbeit auf Vermögen, wie das nicht zuletzt die OECD empfiehlt. 

Wo braucht es aus Ihrer Sicht weitere Anpassungen zur Sicherstellung eines fairen Wettbewerbs?

Winkler: Fairness braucht es für mich vor allem in der sozialen Absicherung. Aus meiner Sicht sind zum Beispiel die Mindestbeiträge in der Sozialversicherung zu hoch angesetzt, selbiges gilt für den Selbstbehalt beim Arzt – diesen würde ich am liebsten streichen. Und was mir ebenfalls noch wichtig ist: ein Stopp der kalten Progression durch eine jährliche Inflationsanpassung aller Steuer-Tarifstufen. 

Wechseln wir das thematische Spielfeld und kommen wir zur Frage des Fachkräftemangels: Woher soll die Wirtschaft die benötigten neuen Mitspieler herbekommen?

Winker: Wir müssen zuallererst die vorhandenen Potentiale bestmöglich nutzen, sprich mehr in Bildung und Qualifizierung investieren, aber auch Lehrbetriebe stärker fördern. Angesichts der demographischen Entwicklung müssen wir aber auch so ehrlich sein und sagen, dass es ohne qualifizierte Zuwanderung nicht gehen wird. Und da macht es dann überhaupt keinen Sinn, wenn Lehrlinge, auch wenn es sich um Asylwerber handelt, noch während der Ausbildung abgeschoben werden.

Wie beurteilen Sie in diesem Zusammenhang das Bildungsengagement der WKO Steiermark?

Winkler: Hervorragend, da sind wir wirklich weltmeisterlich unterwegs, wie nicht zuletzt vor kurzem der internationale Preis fürs Talentcenter gezeigt hat. Das Bildungsangebot der Wirtschaftskammer hält aber auch darüber hinaus jedem Vergleich stand, ob es nun das WIFI oder die Fachhochschule Campus 02 betrifft. 

Nachdem sich die aktuelle Periode auch in der WKO dem Ende nähert: Wie fällt das Zeugnis aus?

Winkler: In der Steiermark gibt es seit Jahren eine sehr gute und konstruktive Zusammenarbeit aller Fraktionen, nicht zuletzt aufgrund des wirtschaftspolitischen Beirats. Grundsätzlich plädieren wir für eine moderne, transparente und schlanke Interessensvertretung, die sich stärker um die Interessen der Mehrheit kümmert, nämlich der Eine-Person-Unternehmen. Eine klare Lanze möchte ich hier aber auch für die Pflichtmitgliedschaft brechen. Die braucht es! Nur so lässt sich eine starke Sozialpartnerschaft aufrechterhalten.  

Zum Abschluss: Was wünschen Sie sich von einer neuen Bundes-, was von einer neuen Landesregierung?

Winkler: Eine stärkere Einbindung eben dieser Sozialpartner, denn nur so lässt sich der soziale Frieden langfristig sicherstellen. Weiters würde ich mir die Wiedereinführung der Aktion 20.000 sowie des Beschäftigungsbonus wünschen. Und natürlich eine Reduktion der Lohnnebenkosten, aber auch Ökosteuern auf Umweltzerstörung und Energieverschwendung

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