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"Eine Konstante in Zeiten des Wandels"

Ein Königreich im Umbruch: Christian Kesberg, WKO-Wirtschaftsdelegierter in London, über Großbritannien, das mit neuen Machtverhältnissen konfrontiert ist.

Der letzte öffentliche Auftritt: Queen Elizabeth II. ernannte Liz Truss auf Schloss Balmoral zur neuen Premierministerin.
© Jane Barlow/AFP/picturedesk.com Der letzte öffentliche Auftritt: Queen Elizabeth II. ernannte Liz Truss auf Schloss Balmoral zur neuen Premierministerin.

England ohne Königin: Wie wichtig war Queen Elizabeth II. als ikonischer Bezugspunkt für die Briten?

Christian Kesberg: Elisabeth war ein Eckpfeiler der Architektur des Königreichs und das weltweit omnipräsente Gesicht der britischen Nation und des Königshauses. Elisabeth war aber vor allem eine Konstante in Zeiten des Wandels.

Erwarten Sie ökonomische Auswirkungen durch das Ableben der Monarchin?

Der Abgang von Elisabeth II. hat wenig direkte wirtschaftliche Folgen. Was schwerer wiegt, ist etwas anderes: Die Konsumenten im Vereinigten Königreich sind verunsichert und mit Zukunftsängsten belastet. Der Tod von Elisabeth II. ist sicher kein positiver Beitrag zu einem insgesamt ökonomisch getrübten Stimmungsbild.

Was passiert mit dem Commonwealth?

Von den 14 verbliebenen Commonwealth-Monarchien könnten nach dem  Tod der Queen Jamaika, die Bahamas oder Belize bald dem Beispiel von Barbados folgen, das im November 2021 zur Republik geworden ist.

Liz Truss hat als Nachfolgerin von Boris Johnson das Amt des Premierministers übernommen. Was wird unter ihrer Führung anders als bisher werden?

Sie verspricht eine Wende in der Wirtschaftspolitik mit einem Paket von defizitfinanzierten Steuersenkungen und einer markanten Erhöhung der Verteidigungsausgaben. Die neue „eiserne Lady“ hält nichts von Verteilungseffekten und hat – obwohl Bestandteil eines 130 Milliarden Pfund „schweren“ Notfallplanes zum Einziehen von Energiepreis­obergrenzen für Haushalte und KMU – eine Abneigung gegen Sozialtransfers. 

Wie stark leidet die britische Wirtschaft unter den aktuellen Herausforderungen?

Großbritannien erholte sich nur langsam von der Schockwirkung der Pandemie. Angesichts überproportionaler Beiträge der Staatsausgaben zum BIP und einem starken Rückgang der Exporte nach Abkoppelung von EU-Binnenmarkt und Zollunion bestanden allerdings schon in „Vorkriegszeiten“ Zweifel an nachhaltiger Dynamik. Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges haben nun die Perspektiven nochmals massiv verschlechtert. Auch der Abgang aus der EU kostet Kraft, die jetzt besonders fehlt.

Wird der Austritt bereut?

Dass die Abkoppelung vom europäischen Wirtschaftsblock nun mit der von Pandemie und Ukrainekrieg bestimmten „Korrosion“ der Globalisierung und geopolitischer Lagerbildung zusammenfällt, macht die neue „Schwerelosigkeit“ Großbritanniens nicht gerade zum Vorteil. Trotzdem gibt es auch im Rückblick kaum Reue.

Wo orten Sie – auch durch diese Umwälzungen – neue Potenziale für heimische Unternehmen?

Neue Chancen tun sich vor allem für Zulieferer im Straßen- und Schienenverkehr durch die überfälligen Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur auf. 

Kontaktdaten: Das Außenwirtschaftscenter London erreichen Sie via Mail unter london@wko.at bzw. telefonisch unter +44 20 75 84 44 11. 


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