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"Drehscheibe" für mehr Jugendschutz an Tankstellen

In Corona-Zeiten scheint es für Jugendliche verlockend zu sein, an der Tankstelle Alkohol zu besorgen, obwohl man dafür noch zu jung ist. Die Fachgruppen der Tankstellen und des Energiehandels schieben dieser Praxis aber einen Riegel vor: Mit dem Land  und der Stadt Graz wurde die „Alterskontrollscheibe“ entwickelt. Bei einem Kaufversuch lässt sich das Alter anhand des Geburtstags sofort ablesen.

Sabine Neubauer, Jürgen Roth, Harald Pfleger und Mario Wünsch (v.l.)
© Lunghammer Sabine Neubauer, Jürgen Roth, Harald Pfleger und Mario Wünsch (v.l.) ziehen für mehr Jugendschutz an einem Strang.

Die Nachtgastronomie befindet sich seit Monaten im Dauer-Lockdown. Der Alkoholkonsum Erwachsener verlagert sich in den privaten Bereich, aber auch Jugendliche besorgen sich ihre Drinks im Supermarkt und auch an den Tankstellen. Testkäufe an verschiedenen Verkaufsstellen haben – auch schon vor Corona – gezeigt, wie einfach es ist, als Jugendlicher an Alkohol zu kommen, obwohl das Jugendschutzgesetz das verbietet. „Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst“, sagt Jürgen Roth, Bundesobmann des Energiehandels. „Die ‚Alterskontrollscheibe‘ ist ein einfacher, aber dafür umso wirkungsvollerer Beitrag zum Jugendschutz an den Tankstellen.“ 

„Drehscheibe“ für mehr Jugendschutz

Harald Pfleger, Obmann der Fachgruppe Tankstellen an der WKO Steiermark, erklärt, warum sie funktioniert: „Wenn Jugendliche Alkohol kaufen möchten, wird ein Ausweis verlangt, worauf gewisse, aber nicht alle, Kassensysteme aufmerksam machen.“ „Die Alterskontrollscheibe ist auffällig sichtbar und griffbereit an der Kassa angebracht und hilft Rechenfehler zu vermeiden“, sagt Pfleger. Sie erleichtert erstens das Rechnen im Stress während des Kassierens und sie ist gleichzeitig ein sichtbares Signal an die Jugendlichen: „Hier wird kontrolliert – hier bekommst du keinen Alkohol!“ Harald Pfleger ist sich der Verantwortung der Tankstellenbetreiber bewusst: „Dass das ‚Vorglühen am Parkplatz‘ billiger kommt als in der Gastronomie, haben die Leute durch Corona gelernt.“ Beim Verkauf müsse also noch stärker kontrolliert werden. Ein weiteres Problem seien die im Lockdown unerlaubten „Ansammlungen“ auf Parkplätzen, wenn der Alkohol gleich vor Ort konsumiert wird. Die gesamte Branche müsse hier an einem Strang ziehen, ergänzt Bundesobmann Jürgen Roth. „Wir leisten unseren Beitrag, indem wir proaktiv an die Sache herangehen, unsere Mitarbeiter unterstützen und mit Stadt und Land kooperieren.“ 

Kooperation aus WKO, Stadt Graz und Land Steiermark

Das Land Steiermark und die Stadt Graz waren von Anfang an mit an Bord der Jugendschutzinitiative. Mario-Carl Wünsch vom Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Fachabteilung Gesellschaft, sieht den Jugendschutz als gesamtgesellschaftlichen Auftrag: „Ich freue mich über das positive Signal in Richtung Anerkennung und Wertschätzung des Jugendschutzes, das die Wirtschaftskammer, insbesondere die Fachgruppen der Tankstellen und des Energiehandels, mit der Alterskontrollscheibe aussendet“, betont er. Außerdem müsse man die „Eigenverantwortung junger Menschen stärken“. Denn nur so könne „die Wirtschaft ebenfalls darauf zählen, dass die Einhaltung jugendschutzrechtlicher Bestimmungen auch den Jugendlichen ein wesentliches Anliegen ist“. Auch Sabine Neubauer vom Amt für Jugend und Familie, Abteilung Recht - Jugendschutz der Stadt Graz, zeigt sich begeistert von der Initiative: „Zwischen der Fachgruppe Garagen-, Tankstellen- und Serviceunternehmungen der WKO Steiermark und dem Amt für Jugend und Familie der Stadt Graz besteht schon seit Jahren eine hervorragende Zusammenarbeit“, sagt sie. „Daher freut es uns besonders, dass wir auch dieses Mal wieder zu diesem tollen Projekt beitragen konnten.“ 

Die Tankstellenuhr bekommen die Mitgliedsbetriebe per Post zugestellt.

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