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„Aus an Glumpert kannst nix G’scheits machen ...“

Fernsehköchin Eveline Wild gewährt am 7. Oktober beim „Wissensdurst“-Event einen Blick in die Kochtöpfe und verrät vorab ihre „Zutaten“ für den Erfolg.

Zur Person: Seit Juni 2008 führt die Fernsehköchin und Trägerin zahlreicher Auszeichnungen (u. a. „Köchin der Köche 2018“) gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Stefan Eder das „Eder Wohlfühlhotel“ in St. Kathrein am Offenegg.
© Stefan Eder Zur Person: Seit Juni 2008 führt die Fernsehköchin und Trägerin zahlreicher Auszeichnungen (u. a. „Köchin der Köche 2018“) gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Stefan Eder das „Eder Wohlfühlhotel“ in St. Kathrein am Offenegg.

Kürzlich wurde Eveline Wild als erste Frau zur „Köchin der Köche“ gekürt. Am „Fest für Bildung und Talente – Wissensdurst“ (s. unten) spricht sie über Erfolge und Karriere und lässt sich beim Workshop in die Töpfe blicken. Der „Steirischen Wirtschaft“ hat sie bereits vorab einige geheime „Erfolgszutaten“ preisgegeben. 

Frau Wild, wie würden Sie Ihre Einstellung zum Thema Arbeit und Leistung beschreiben?

Eveline Wild: Arbeit wird heute oft als Last gesehen, dabei verbringen wir das halbe Leben damit. Ich bin mit der Idee groß geworden, dass Arbeit zum Leben dazugehört. Die Qualität unserer Zeit ist ja, dass man schauen kann, was man gerne tut. Jeder hat die selben 24 Stunden täglich zur Verfügung. Aber manchmal braucht es eben Mut, sich zu verändern, und es gehört Eigeninitiative dazu. Viele sitzen in der Bequemlichkeitsfalle fest und bekommen den Arsch nicht vom Sofa weg, aber ich beschwere mich ja auch nicht darüber, dass ich viel arbeite. Es ist wie beim Sport: Blut, Schweiß, Tränen. Das sieht keiner, wenn du deine Medaille abholst. Die Wettbewerbe haben für mich in der ersten Berufsschulklasse angefangen.

Verändert sich diese Ein­stellung nicht, wenn man Kinder hat? 

Wild: Mein Blick hat sich durch meinen Sohn sogar noch stärker fokussiert. 

Bleiben wir beim Thema Kinder: Stehen diese heute nicht unter einem besonders starken Druck?

Wild: Der Druck auf unsere Kinder kommt von der Gesellschaft – laut der sie ja schon mit fünf zweisprachig sein müssen, besonders gut im Turnen sein und auch noch ein Instrument können sollen. Ich aber finde die Talenteförderung bei Kindern viel wichtiger. Es geht nicht um gut oder schlecht, sondern um sozial oder technisch begabt. Meiner Meinung nach sind auch die Studien viel zu leicht. Das Niveau wird damit immer weiter nach unten gedrückt – so wie bei der Zentralmatura, bei der es auch den Aufschrei gab, dass diese zu schwer sei. Und nicht zuletzt darum fehlen uns vermehrt die guten Köpfe. 

Wie wichtig ist eine gute Ausbildung?

Wild: Sehr wichtig. Man sollte sich seinen Lehrbetrieb gut aussuchen, sich also fragen: Wo habe ich die größten Chancen? Aber nicht alle haben diesen Ehrgeiz. Da ist das Vorbild der Eltern und Großeltern wichtig. Wird ein Kind zu sehr in Watte gepolstert und ihm alles abgenommen, schadet ihm das. Der Drang, etwas erreichen zu wollen, wird vielen abtrainiert.

Das heißt, Sie selbst fordern Ihre Mitarbeiter bewusst?

Wild: Ja, schon. Ich verteile Projekte, und das brauchen die jungen Menschen. Es ist für sie ein gutes Gefühl, etwas geschafft zu haben, auch wenn es vielleicht Korrekturschleifen durch mich braucht. Aber es ist trotzdem ihr Projekt. Und diese Verantwortung trägt erfolgreich Früchte. 

Haben Sie Ihre eigenen Karriereschritte eigentlich Punkt für Punkt geplant?

Wild: Ich habe da eine gewisse Coolness und lasse das eher laufen – aber ich nehme jede Chance, die sich bietet, wahr. Wenn man erfolgreich sein möchte, dann muss man sich schon an der eigenen Nase nehmen. Ein gewisses Talent war bei mir sicher da, aber ich stelle Fleiß immer über Talent.

Was bezeichnen Sie als Ihren größten Erfolg?

Wild: Das kann ich nicht von einer bestimmten Auszeichnung sagen, weil ich ja glaube, dass es ja noch nicht zu Ende ist. Aber eigentlich ist jeder Tag, den ich gut schaukeln kann, der größte Erfolg. Der Alltag ist die größte Challenge.

Was haben Sie von Ihren Lehrern und Ausbildnern für sich selbst mitgenommen?

Wild: Mit Sicherheit mein hohes Qualitätsbewusstsein. Beispielsweise, dass nur Topprodukte verwendet werden – das habe ich von meinem Ausbildungsbetrieb mitgenommen: Also nur echte Butter und keine Margarine, nur richtige Eier und kein Eipulver, keine Ramsch-Nüsse, sondern hochwertige. Denn echte Qualität fängt immer im Kleinen an. Oder anders, als Köchin gesagt: Aus an Glumpert kannst halt nix G’scheits machen.

Stillen Sie Ihren Wissensdurst

Unser Veranstaltungs­tipp: „Wissensdurst – Das Fest für Bildung und Talente“ verwandelt am 7. Oktober 2018 das gesamte Areal von WIFI, WKO, CAMPUS 02 und Talentcenter bei freiem Eintritt von 10 bis 16 Uhr zum Festgelände für die ganze Familie. Hier spricht Patissière Eveline Wild über Talente und lässt sich beim Workshop in die Kochtöpfe blicken, während Ausnahmesportler Michael Kemeter in schwindelerregender Höhe über eine Slackline balanciert. Auch Designerin Lena Hoschek teilt ihr Wissen via Vortrag und Workshop. Ebenso mit dabei: Neurobiologe und Autor Bernd Hufnagl sowie Hirnforscher Manfred Spitzer. 

Alle Infos zu „Wissensdurst“ auf www.stmk.wifi.at. Wichtig: Für die Workshops mit Hoschek, Wild und Kemeter ist das Platzangebot beschränkt – Teilnahmewunsch ist gesondert per E-Mail bekannt zu geben. Die Plätze werden verlost.

Von Veronika Pranger

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