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"Arbeit ist mehr als reiner Broterwerb"

Trotz Corona fehlen vielerorts Fachkräfte. Ein Paradoxon? "Nur auf den ersten Blick", meint WKO Präsident Josef Herk, der die Steiermark hier massiv gefordert sieht.

WKO Steiermark Präsident Josef Herk fordert einen Öffnungsfahrplan.
© Oliver Wolf WKO Steiermark Präsident Josef Herk fordert einen Öffnungsfahrplan.

Über ein Jahr schon befindet sich unser Land im Corona-Modus – mit schwerwiegenden Folgen für die Wirtschaft. Viele Steirer sind in Kurzarbeit oder arbeitslos, gleichzeitig klagen Betriebe über mangelnde Fachkräfte. Wie passt das zusammen? 

Josef Herk: Grundsätzlich gar nicht. Wenn es wo viel Nachfrage gibt, dann sollte man meinen, das Angebot ist knapp. In Bezug auf Fachkräfte stimmt das aber ganz und gar nicht. Es gibt unzählige technische und handwerkliche Berufe, wo auf einen qualifizierten Arbeitslosen in der Steiermark gleich mehrere offene Stellen kommen. Hier müssen wir das vorhandene Potential besser nutzbar machen, denn sonst droht dieser Mangel schnell zum Flaschenhals für jeden Aufschwung zu werden. In den kommenden Jahren steht nämlich eine große Pensionierungswelle an, durch sie werden wir Fachkräfte im großen Stil nachzubesetzen haben. Ich halte das für die größte Herausforderung, der wir am Arbeitsmarkt künftig gegenüberstehen. Aktuell sind coronabedingt natürlich noch andere Probleme vorrangig.

Wie kann man dieses Potential besser nutzbar machen?

Herk: Durch Bildung und Qualifizierung. Unser Ziel ist es, den Menschen neue Perspektiven zu geben, ihnen Chancen und Möglichkeiten aufzuzeigen. Arbeit ist schließlich so viel mehr als reiner Broterwerb. Und sie ist vor allem sehr viel bunter, als die meisten glauben. Digitalisierung und fortschreitende Technik haben etliche Berufsbilder in den vergangenen Jahren von Grund auf verändert. Etwa den Tischler, der heute viel mehr ein Designer ist, oder den Installateur, dessen Aufgaben um moderne Haustechnik erweitert wurden. Leider haben da speziell viele Eltern noch immer falsche Bilder im Kopf, wenn's um die Ausbildungswahl ihrer Kinder geht.

Worin macht sich das bemerkbar und wie kann man dem entgegenwirken?

Herk: Wir werden immer wieder mit dem Umstand konfrontiert, dass Eltern ihre Kinder in weiterführende Schulen drängen, obwohl sie für eine Lehre vielleicht geeigneter wären. Wir haben aus diesem Grund als Wirtschaftskammer viel Geld in ein Talentcenter investiert, wo wir allen jungen Steirerinnen und Steirern die Möglichkeit geben wollen, mehr über ihre Begabungen und Fähigkeiten zu erfahren. Denn wir können es uns aufgrund der bereits skizzierten demografischen Entwicklung einfach nicht länger leisten, Talente zu verschwenden. Aus diesem Grund werden wir im Herbst auch Gastgeber der Berufs-EM EuroSkills sein: Wir wollen den Menschen hier nicht nur Spitzenleistungen präsentieren, sondern auch die ganze Breite der beruflichen Möglichkeiten.

Wechseln wir noch einmal das Thema: Aktuell gilt die Hauptsorge der Bewältigung der Corona-Pandemie. Welche Schritte sind hier jetzt notwenig?

Herk: Es braucht eine Rückkehr zu einem Weg der Planbarkeit und klare Perspektiven für die Betriebe. Wir brauchen endlich einen Öffnungsfahrplan, der dann auch hält – sonst drohen in Bälde auch die wirtschaftlichen Intensivstationen überzugehen. Sobald es hier aber wieder Sicherheit gibt, rechne ich mit einem starken Aufschwung. Denn die Produkte unserer Unternehmen sind  schließlich auf der ganzen Welt gefragt.

Bildungsinitiativen

Mitarbeiterqualifizierung steht bei den Betrieben ganz oben auf den Agenden. Starke Unterstützung gibts von den Bildungseinrichtungen der WKO:

  • 37.000 Teilnehmer in rund 3.000 Kursen zählt das Wifi Steiermark in „Nicht-Corona-Jahren“. Doch gerade auch in schwierigen Zeiten setzen Unternehmen verstärkt auf Weiterbildung und Qualifizierung, um sich von der Masse abzuheben bzw. ihre Teams für den Restart der Wirtschaft entsprechend vorzubereiten.  

  • 237 Schüler aus 19 Nationen zählte man 2020 an den Tourismusschulen Bad Gleichenberg. Denn auch wenn die Pandemie die gastronomisch-touristische Branche hart getroffen hat, ist die Strahlkraft dieser Kaderschmiede ungebrochen.

  • Rund 1.300 Studierende nutzen jedes Jahr die breite Palette an fünf Studienrichtungen und akademischen Weiterbildungsangeboten der FH Campus 02. Hier wird mit zahlreichen Studiengängen und Qualifizierungen den sich permanent ändernden Anforderungen der Wirtschaft mit Know-how am Puls der Zeit Rechnung getragen. 

  • Sich mit reichlich Spaß Themen wie Digitalisierung und Technik zu nähern, steht am Talentcenter am Programm. In normalen Jahren nehmen hier 80 Prozent eines steirischen Schuljahrgangs am Talentecheck zur Berufsorientierung teil. 

  • Um die heimischen Lehrbetriebe in ihrer Arbeit mit Angeboten am Puls der Zeit zu unterstützen, wird am Areal der WKO Steiermark das „Center of Excellence“ errichtet.


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