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"Aktion scharf" gegen Cyberkriminalität

Mit dem „Kuratorium Sicheres Österreich“ (KSÖ) will man in der Cybercrime-Prävention neue Wege gehen, wie Landespolizeidirektor Gerald Ortner verrät, der auch Einblick in die aktuelle steirische Sicherheitslage gibt.

Der 1974 geborene Innsbrucker steht seit Juli 2017 an der Spitze der Landespolizeidirektion Steiermark. Der zweifache Familienvater arbeitete davor als Jurist im Bundeskriminalamt und ist seit 1. Jänner 2020 Präsident des KSÖ.
© Foto Fischer Der 1974 geborene Innsbrucker steht seit Juli 2017 an der Spitze der Landespolizeidirektion Steiermark. Der zweifache Familienvater arbeitete davor als Jurist im Bundeskriminalamt und ist seit 1. Jänner 2020 Präsident des KSÖ.

Die humanitäre Lage ist in vielen Ländern prekär, Flüchtlinge sitzen in Osteuropa oder am Balkan in Lagern fest. Stehen wir vor einer Flüchtlingskrise wie im Jahr 2015?

Gerald Ortner: Hier muss ich etwas ausholen, da die österreichischen Zahlen zu den Asylanträgen interessant sind. 2020 gab es österreichweit 14.000 Asylanträge, in diesem Jahr sind es jetzt schon über 18.000. In der Steiermark ist die Situation entspannt, da hat sich nichts verstärkt – sehr wohl aber im Burgenland, wo wir derzeit viele Illegale aufgreifen. Deshalb haben wir auch Kollegen aus der Steiermark dem Burgenland zur Unterstützung zugeteilt.

Die Herausforderungen an die Polizei ändern sich laufend – wie kann und muss man darauf reagieren?

Gerald Ortner: Wir haben mit 1. September eine neue Bereitschaftseinheit gebildet, die schnellen Reaktionskräfte. Diese wird vor allem für Kontrollen in Hotspot-Bereichen gebraucht, aber auch bei Veranstaltungen, bei Kontrollen im Grazer Stadtpark oder bei der Suche nach Abgängigen. Denn lokale Kriminalitätsphänomene sind die Herausforderungen unserer Zeit. Und mit 1. November nimmt die schnelle Interventionsgruppe steiermarkweit ihren Dienst auf. Diese soll das mittlere Gefahrenmoment abdecken, also zwischen Cobra und normalem Streifendienst.

Wurde auch bei der Ausrüstung aufmunitioniert?

Gerald Ortner: Wir haben jüngst neue Langwaffen, Bodycams und Stichschutzwesten erhalten. Erwähnenswert sind auch die fünf neuen Drohnen, die nun ihren Dienst tun. Mit diesen ist ein Flug von rund 40 Minuten möglich – diese Drohnen dienen uns an der slowenisch-steirischen Grenze wie auch bei Verkehrsunfällen. Zuletzt war eine bei einem Busunfall zur Abklärung im Einsatz.

Sie stehen seit Jänner 2020 auch dem KSÖ als Präsident vor – worum handelt es sich bei diesem Kuratorium?

Gerald Ortner: Das KSÖ ist eine  österreichweite Vernetzungsplattform und rechtlich gesehen ein Verein. In den Bundesländern gibt es Landesclubs, dem steirischen stehe ich vor. Für uns geht es darum, Wirtschaft, Behörden und große Unternehmen wie AVL, Magna, die Holding Graz oder auch den Flughafen Graz zu vernetzen, um rechtzeitig Probleme besprechen und Lösungsansätze liefern zu können. Auch die WKO Steiermark, die Arbeiterkammer oder das Bundesheer gehören zu den Mitgliedern. 

Welche Schwerpunktthemen werden bei diesen Treffen besprochen?

Gerald Ortner: Die Schwerpunkte werden österreichweit für mehrere Jahre vorgegeben, derzeit sind es Cyberkriminalität, Gewaltschutz und urbane Sicherheit. Das Thema Gewaltschutz zielt auf Privatpersonen ab, hier planen wir Informationsveranstaltungen mit NGOs.

Gerade die Cyberkriminalität ist ja längst keine Randerscheinung mehr. . .

Gerald Ortner: In der Kriminalstatistik steigen die Delikte in dem Bereich um 30 bis 40 Prozent – und das jedes Jahr. Gerade in der Pandemie ist die Cyberkriminalität enorm angestiegen, der Schlüssel dazu ist Prävention. Sobald die Polizei tätig werden muss, ist man auch schon hinterher. Erschwerend kommt hinzu, dass die Täter oft im Ausland sitzen und dadurch umso schwerer greifbar sind. Gerade hier passiert beispielsweise ein Lückenschluss zwischen Polizei und KSÖ.

Welche Vorkehrungen können Betriebe treffen, um eine Cyberattacke verhindern zu verhindern?

Gerald Ortner: Das KSÖ bietet Sicherheitsplanspiele an, bei denen sich Unternehmen testen lassen können. Zusätzlich gibt es für digitale Sicherheit einen KSÖ-Referenten und auch die WKO Steiermark nimmt mit ihrer Cyber-Security-Hotline (0800 888 133) eine Vorreiterrolle ein. 

Wie geht eigentlich die steirische Polizei mit dem Thema Cybersicherheit um – welche Maßnahmen werden getroffen, um der Täter Herr werden zu können?

Gerald Ortner: Wir haben schon länger in allen steirischen Bezirken eigene IT-Ermittler. Dazu haben wir viele routinierte Kollegen, die sich in dem Bereich weiterbilden.

Wie ist es um die steirische Polizei derzeit allgemein bestellt? Gibt es genügend Bewerber? Ist man für die Pensionierungswelle der „Babyboomer“ gerüstet?  

Gerald Ortner: 2018 rief die Regierung eine große Personaloffensive aus, dass es bis zum Ende der Legislaturperiode 4.300 Polizisten mehr in Österreich geben soll. Wir in der Steiermark haben derzeit rund 4.000 Polizisten, dazu 440 Polizeischüler – das sind um rund zehn Prozent mehr als noch vor drei Jahren. Wir haben also für die Pensionswelle vorgebaut, die uns aber auch ganz sicher beschäftigen wird. Denn in normalen Jahren gehen zwischen 90 und 100 Polizisten in Pension, heuer sind es über 130.  

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