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Wolfram aus Mittersill ist heiß begehrt

Seit mehr als 45 Jahren wird im Oberpinzgau das Wolframerz Scheelit abgebaut und verarbeitet. Die Wolframprodukte gehen an Kunden aus aller Welt.

Im Untertagebergbau wird schweres Gerät eingesetzt: Die Muldenkipper haben eine Nutzlast von 30 bis 50 Tonnen, das Eigengewicht der Bohrwagen beträgt 20 bis 40 Tonnen.
© Michael Huber/www.huber-fotografie.at Im Untertagebergbau wird schweres Gerät eingesetzt: Die Muldenkipper haben eine Nutzlast von 30 bis 50 Tonnen, das Eigengewicht der Bohrwagen beträgt 20 bis 40 Tonnen.

Über 500.000 Tonnen Scheelit mit einem Erzgehalt von 0,27% Wolframoxid baut die Wolfram Bergbau und Hütten AG pro Jahr im Felbertal bei Mittersill ab. Seit Beginn des Abbaus im Jahr 1976 wurden bereits 16 Millionen Tonnen Scheelit gefördert. "Wir arbeiten in unserem Untertagebergbau mit konventionellem Sprengvortrieb“, erklärt Betriebsleiter Stefan Eggenreich. "Jedes Jahr entstehen Tunnel mit einer Länge von 2.700 Metern. Um das Gestein über dem Abbaugebiet zu stabilisieren, setzen wir 40.000 Stahlanker und 5.300 Kubikmeter Spritzbeton ein.“

Aufgrund der Nähe zum Nationalpark Hohe Tauern achte man darauf, die Eingriffe in die Natur möglichst gering zu halten, so Eggenreich: "An der Oberfläche ist vom Bergbau fast nichts zu bemerken.“

Das abgebaute Roherz wird vor Ort zerkleinert und über ein drei Kilometer langes unterirdisches Förderband in die Aufbereitung transportiert. Dort stellt die Wolfram Bergbau und Hütten AG jährlich 1.200 bis 1.500 Tonnen Scheelitkonzentrat her, das dann im Hüttenbetrieb im steirischen St. Martin im Sulmtal zu Wolframcarbid-, Wolframmetall- und Wolframoxidpulver weiterverarbeitet wird.

Der Weltmarkt wird von China dominiert. Die Mine im Felbertal ist aber der größte Wolframbergbaubetrieb in Europa. "Wir decken bei pulverförmigen Wolframprodukten einen Weltmarktanteil von etwa 12% ab und bauen unsere Kapazitäten weiter aus“, sagt Andreas Bock. Er ist Vorstand der Wolfram Bergbau und Hütten AG. Das Unternehmen gehört zum global tätigen schwedischen Sandvik-Konzern und beschäftigt am Standort Mittersill rund 90 Mitarbeiter.

Ein Metall der besonderen Art

Wolfram ist ein Rohstoff mit besonderen Eigenschaften: Der Schmelzpunkt ist mit 3.422 Grad Celsius der höchste aller Metalle, die Dichte entspricht jener von Gold. Wolfram wird unter anderem als Schwungmasse, Gegengewicht oder Schwingungsdämpfung in der Luftfahrt- und in der Automobilindustrie genutzt. Weitere Einsatzgebiete sind die Raumfahrt sowie Hochtemperaturanwendungen in der Energie- und Lichttechnik. 

In Verbindung mit Kohlenstoff ist Wolfram fast so hart wie Diamanten. Das Metall ist deshalb auch die Basis für extrem harte Schneide-, Fräs- und Bohrwerkzeuge, die bei der Bearbeitung von Stein, Holz, Metall und Kunststoff eingesetzt werden. "Unser Pulver wird vor allem zu Hartmetall weiterverarbeitet. Die Bandbreite der Anwendungsbereiche reicht von Werkzeugen zum Bohren von Tunneln bis zu Bohrern für elektronische Leiterplatten, die dünner als ein menschliches Haar sind“, erklärt Bock.   

Rund 70 Mitarbeiter aus der Region bauen im Zweischichtbetrieb Wolframerz ab. Die Gesteinstemperatur liegt bei 27 Grad Celsius.
© Michael Huber/www.huber-fotografie.at Rund 70 Mitarbeiter aus der Region bauen im Zweischichtbetrieb Wolframerz ab. Die Gesteinstemperatur liegt bei 27 Grad Celsius.

Die Wolfram Bergbau und Hütten AG beliefert mit ihren Produkten neben Hartmetallherstellern aus dem In- und Ausland auch den Mutterkonzern Sandvik. Hauptmärkte sind Europa, die USA und Japan, der Exportenteil beträgt rund 90%.  

Die derzeit bekannten Scheelitreserven im Felbertal reichen noch für etwa neun Jahre. Ein Ende des Bergbaus ist aber dennoch nicht in Sicht. „Unsere Strategie ist es, jedes Jahr neue Reserven zu finden, die etwa so groß sind wie die Abbaumenge. Das gelingt uns auch“, sagt Bock. "Als wir vor 45 Jahren gestartet sind, haben alle gesagt, das Vorkommen reicht für zehn Jahre. Trotzdem gibt es uns immer noch .“

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