th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

Im Wettbewerb um die besten Köpfe Bedürfnisse der Mitarbeiter beachten

Kommunikationsberater aus Leidenschaft: Dr. Wolfgang Immerschitt durchleuchtet im Interview das Zustandsbild des Employer Brandings in Österreich und gibt einen Ausblick auf zukünftige Möglichkeiten für Unternehmen.

Kommunikationsberater ­Wolfgang Immerschitt
© WKS/ Vogl Kommunikationsberater ­Wolfgang Immerschitt.

Der Kommunikationsberater aus Leidenschaft, Wolfgang Immerschitt, ist Unternehmensberater, Direktor des Employer Branding Instituts, Geschäftsführer bei der Kommunikationsmanager.at sowie Dozent an Universitäten und Fachhochschulen. 20 Jahre lang war er geschäftsführender Gesellschafter der namhaften Salzburger Kommunikationsagentur Plenos. Zusammen mit dem Frankfurter Professor für Marketing Marcus Stumpf hat er zuletzt im Springerverlag das erfolgreiche Wirtschafts-Fachbuch „Employer Branding für KMU“ herausgebracht. New-Work-Experte Chris Holzer durchleuchtet mit dem Experten das Zustandsbild des Employer Brandings in Österreich und wirft im „WorkVision“-Interview einen Blick auf die zukünfitgen Möglichkeiten für Unternehmen.

Wo befinden wir uns derzeit beim Employer Branding? Wie ist der Status Quo?

Wir befinden uns jetzt gerade in einer massiven Umbruchphase, die praktisch alle Unternehmen betrifft. Wir haben eine Pandemie (fast) hinter uns. Das Employer Branding Institute hat vor einem Jahr ein Manifest herausgebracht, das in Krisenzeiten einen Leitfaden für Unternehmen bietet, die Arbeitgebermarke nicht zu vernachlässigen (12 Faktoren des Employer Branding unter www.kommunikationsmanager.at). 

Der Bedarf nach Arbeitsplatzsicherheit hat durch Covid-19 wieder Aufschwung genommen. Manche Branchen, darunter der Tourismus, haben für Mitarbeiter an Attraktivität verloren. Es herrscht dort Personalknappheit. Vor etwa 10 Jahren tauchte auf Grund der demografischen Entwicklung in Österreich Fachkräfte­mangelmangel auf. Viel Personal wurde damals in die Firmen hineingeschaufelt. Das hat dazu geführt, dass man jetzt die Angel in einen leergefischten Teich auswirft.

„Ausreichend ­Personal auf Stellenausschreibungen? Die Zeiten sind endgültig vorbei!“
Dr. Wolfgang Immerschitt

Wurde Employer Branding seitens der Unternehmen lange unterschätzt?

Es brauchte seitens der Unternehmen einen gewissen Leidensdruck. Je weniger junge Leute auf den Arbeitsmarkt gekommen sind, desto schwieriger war die Rekrutierung guter, motivierte Mitarbeiter. Solange die Betriebe im Herbst ihre Lehrlinge einstellen konnten und sich ausreichend Personal auf Stellenausschreibungen gemeldet hatte, war Employer Branding kein Thema. Diese Zeiten sind endgültig vorbei. Großartig, dass die Auftragslage für die Firmen wieder gut ist, es wird fast überall wieder Vollzeit gearbeitet. Dafür beginnt jetzt wieder der Kampf um die besten Köpfe. Es wird heute sehr viel mehr in Richtung Mitarbeiterbindung getan, es wird in Führungskräfteausbildung investiert, Mitarbeiterinformation wird transparenter. Die Information nach außen und nach innen, zum Beispiel wie gestaltet sich die Zukunft des Unternehmens, ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeitgebermarke.

Gibt es an Unternehmen neue Ansprüche, neue individuellere Wünsche durch die Generation Y?

Professor Stumpf und ich haben diesen Faktor in unserem Buch „Employer Branding für KMU“ angesprochen: Du musst die Wünsche und Bedürfnisse deiner Mitarbeiter wahrnehmen und ernst nehmen. Wünsche und Lebenssituationen der Menschen sind höchst unterschiedlich. Wir haben festgestellt, dass gerade junge Menschen in einem Unternehmen arbeiten wollen, für das man sich nicht genieren muss. Menschen wollen eine Aufgabe haben, die sie fordert. Dabei möchten sie gefördert werden. Menschen wollen heutzutage in einem Team arbeiten, in dem sie sich wohlfühlen. Wenn diese drei genannten Themenfelder ehrlich gelebt werden im Unternehmen, dann bringen sich Menschen engagiert ein. Man sollte nicht unterschätzen, wieviel Engagement junge Leute beim Berufseinstieg mitbringen und welche Freude sie haben, sich verwirklichen zu dürfen. Das Selbständig werden im Job, ein Hineinwachsen ohne striktes Regelwerk, ist ein wichtiger Punkt.

„Niemand möchte heute langwierige Fragebögen ausfüllen. Heute wollen technikaffine Menschen auf Knopfdruck Ansprechpartner im Unternehmen erreichen.“
Dr. Wolfgang Immerschitt

Die digitale Transformation war parallel zu Covid-19-Krise das beherrschende Thema der letzten beiden Jahre. Wird Employer Branding technischer?

Ja und nein. Der Mensch wird immer im Mittelpunkt stehen. Die Digitalisierung sehe ich als Werkzeug, um bestimmte Entwicklungen auf den Weg zu bringen. Ich war in Graz zu einem Vortrag eingeladen. Ich dachte mir, Graz mit namhaften Unternehmen in der Automobilbranche nehme ich zum Anlass, meine sprachgesteuerte Informationssoftware zu fragen, ob es dort aktuell für mich einen Job als Ingenieur in der Automobilindustrie gäbe. Das System ist nicht fündig geworden. Das ist der Hinweis darauf, dass es noch sehr an der Basis fehlt. Junge Menschen werden Chatbot-Instrumente im Recruiting zunehmend nutzen wollen.

Karriere-Webseiten sind heute eine wunderbare Gelegenheit, Kandidatinnen und Kandidaten zu informieren, was Unternehmen ausmacht, was sie zur Verfügung stellen und was sie bieten. Gerade KMU können auf diese Art und Weise mehr Interesse bei künftigen Mitarbeitern wecken. Wenn ein junger Mensch innovative Betriebe sucht und auf Websites stößt, die noch das 20. Jahrhundert erlebt haben, dann wird er dem Betrieb die Botschaft nicht abnehmen, ein modernes Unternehmen zu sein. Niemand möchte heute langwierige Fragebögen ausfüllen. Heute wollen technikaffine Menschen auf Knopfdruck Ansprechpartner im Unternehmen erreichen. Diese werden zukünftig nicht mehr ausschließlich in Personalabteilungen sitzen, sondern auch in operativen Teams, um dem Zusammenpassen mehr Aufmerksamkeit widmen zu können.

Worin liegt die Zukunft?

Am Thema Homeoffice haben wir gesehen, dass Selbststeuerung von Mitarbeitern zunehmend geschätzt wird. Wir haben gesehen, dass die Arbeitsleistung bei weniger Präsenzkontrolle nicht nachlässt. Vertrauen in Mitarbeiter und Teams ist unerlässlich. Führungskräfte sollten das beherzigen, um es authentisch darstellen zu können.

Das könnte Sie auch interessieren

Gebäude Wirtschaftskammer Salzburg

Neuorganisation in drei WKS-Sparten

Mit der Neuorganisation der Sparten Gewerbe und Handwerk, Transport und Verkehr sowie Information und Consulting der WK Salzburg wird den dynamischen Veränderungen in diesen Bereichen Rechnung getragen. mehr

Die myWKS App

Neue App „myWKS“ weist schnellsten Weg zum WKS-Know-how

Die Wirtschaftskammer Salzburg hat die App „myWKS“ überarbeitet und um zusätzliche Funktionen erweitert. Mit der App kommt man auf dem kürzesten Weg zu kompetenter Beratung. mehr

Corona-Impfungen

Impfen ohne Voranmeldung hilft, die Impfquote zu erhöhen

In einer gemeinsamen Aktion mit dem Land Salzburg informiert die WKS bis auf weiteres Salzburgs Betriebe tagesaktuell über Ort und Zeitpunkt der Impfbusse, die im Rahmen der Aktion „Impfen ohne Voranmeldung“ im ganzen Land Salzburg unterwegs sind.  mehr