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Technik studieren: Alle Player planen den Ausbau

Der Plan, in Linz eine Technische Universität zu etablieren, hat in der Salzburger Hochschul-Szene für Verwunderung gesorgt. Und zur Bekräftigung des bereits eingeschlagenen Kurses: Man will enger kooperieren und sich stärker auf Digitalisierung fokussieren.

37% der Studierenden an der FH Salzburg besuchen Studiengänge mit digitalem und technischem Hintergrund.
© wildbild 37% der Studierenden an der FH Salzburg besuchen Studiengänge mit digitalem und technischem Hintergrund.

Die Befürchtungen, dass Salzburg nun in der Technik- und Digitalisierungsausbildung ein zukünftiges Randdasein führt und eine Technische Universität in Linz einen Braindrain nach Oberösterreich auslöst, wird von allen Playern in Salzburg verneint, vorausgesetzt, es gelingt, auch hierzulande die technischen Studienangebote zu verstärken und zu vernetzen.

„Wir brauchen nicht mehr Hochschulen, sondern eine bessere Zusammenarbeit“, ist WKS-Präsident Peter Buchmüller überzeugt. Besser als eine TU in Linz wäre es, generell mehr Mittel in ­technische Studien zu investieren
© WKS/Neumayr/Christian Leopold „Wir brauchen nicht mehr Hochschulen, sondern eine bessere Zusammenarbeit“, ist WKS-Präsident Peter Buchmüller überzeugt. Besser als eine TU in Linz wäre es, generell mehr Mittel in ­technische Studien zu investieren

Allerdings sind die Befürchtungen nicht gering, dass nun zwischen den Hochschulen ein noch größeres Ringen um Bundes-Mittel einsetzt. „Wir brauchen nicht mehr Bildungsinsti­tutionen, sondern eine bessere Koordinierung und Zusammenarbeit“, ist WKS-Präsident Peter Buchmüller überzeugt.

Es sei nicht vorteilhaft, wenn nun alles nach Linz gehe, kritisiert der Präsident der WKS. Umso wichtiger sei es, generell mehr Mittel in technische Studien in Österreich zu stecken und nicht eine solitäre Lösung in einem Bundesland alleine anzustreben.

FH nicht auf Sparflamme halten

Peter Buchmüller tritt für einen massiven Ausbau der Fachhochschule Salzburg ein: „Wenn es um die Fachkräfte für die Zukunft geht, sind die Fachhochschulen schon seit langem bewährte Partner der Unternehmen, werden von der Bundespolitik aber auf Sparflamme gehalten.“

Der gebremste Ausbau der Fachhochschulen – der Bund genehmigt immer wieder nur wenige zusätzliche Studienplätze zusätzlich – ist vor dem Hintergrund eines akuten Mangels an Digital-Fachkräften umso problematischer. Obwohl sich die Zahl der Technik-Absolventen in Salzburg dank FH-Ausbau und Bemühungen an der PLUS-Universität verbessert hat, klagen viele Betriebe nicht genug digital versierte Fachkräfte zu bekommen.

Sophie Bolzer, Advice: „Es schließen zu wenige ihr Technik-Studium ab!“
© WKS/Vogl Sophie Bolzer, Audvice: „Es schließen zu wenige ihr Technik-Studium ab!“
Sophie Bolzer hat an der Uni Innsbruck studiert und das Start-up Audvice gegründet: „Gerade im digitalen Bereich ist der Fachkräftemangel enorm. Es schließen zu wenige das Studium ab.“ Man sollte auch zunehmend mehr Frauen für ein Technik-Studium begeistern, macht Bolzer auf ein grundlegendes Problem aufmerksam: Zu wenige junge Menschen interessieren sich für Informatik bzw. Technik generell. Womit eine weitere TU in Österreich das Ringen um die Gruppe an potenziellen Technik-Studenten noch größer macht.
Matthias Heimbeck, findologic GmbH. „Wir rekrutieren unsere Mitarbeiter in London und München, weil es hier in Salzburg zu wenige Fachkräfte gibt.“
© findologic GmbH Matthias Heimbeck, findologic GmbH. „Wir rekrutieren unsere Mitarbeiter in London und München, weil es hier in Salzburg zu wenige Fachkräfte gibt.“
Viele Betriebe suchen daher Personal aus dem Ausland, wie Matthias Heimbeck, Gründer der findologic GmbH. Heimböck hat Informatik an der Universität Salzburg studiert. Das Unternehmen mit rund 70 Mitarbeitern gehört zu den führenden Anbietern von Such- und Navigationstools für Online-Shops: „Wir rekrutieren unsere Mitarbeiter in London und München, weil es hier in Salzburg zu wenige Fachkräfte gibt, speziell auch solche, die schon über Berufserfahrung verfügen.“ Er findet es schade, dass Linz nun den Zuschlag für die TU mit Schwerpunkt Digitalisierung erhalten habe. „Ich bin aber froh, dass es in Salzburg einen Studiengang für künstliche Intelligenz gibt, übrigens einer der ersten in ganz Österreich, mit dem wir eng zusammenarbeiten. Salzburg darf den Anschluss bei der Digitalisierung nicht verlieren!“

Digitale Fakultät könnte schon nächstes Jahr starten

Dass Salzburg droht, bei der digitalen Ausbildung abgehängt zu werden, verneint man in FH und Universität unisono. An der Universität Salzburg ist eine Fakultät für Digitale und Analytische Wissenschaften in Vorbereitung, bei der Digitalisierung praxisnahe als Querschnittsthema gesehen wird, das alle anderen Fächer berührt. Vizerektorin Univ.-Prof. Dr. Nicola Hüsing: „Wir setzen mit der neuen Fakultät ein Zeichen, dass wir starke digitale und analytische Kompetenzen haben. Durch dieses Sichtbarmachen hoffen wir, dass die Fakultät auch für Studierende attraktiv wird. Wir planen aber auch, unser Studienprogramm hier auszubauen, um damit die Zahl der Studierenden und der Absolventen zu erhöhen. Da soll es eine klare Entwicklung geben, von der der Wirtschaftsstandort profitiert.“

Die Universität Salzburg setzt mit neuen Technik-Studienageboten ein Zeichen nach aussen.
© Neumayr/Christian Leopold Die Universität Salzburg setzt mit neuen Technik-Studienageboten ein Zeichen nach aussen.

Und das könnte schneller gehen als eine TU in Linz: „Im Gegensatz zu Linz ist der Plan, dass diese Fakultät bereits nächstes Jahr tätig werden kann“, sagt Landeshauptmann Wilfried Haslauer. „Ich sehe die große Chance, der Universität Salzburg durch den Bereich Digitalisierung ein zusätzliches Profil zu geben. Dazu bedarf es struktureller Voraussetzungen, finanzieller Mittel und eines hohen Grads an Dynamik und Motivation, welchen ich durch das neue Rektorat durchaus vernehme.“

Die Fakultät für Digitale und Analytische Wissenschaften der Universität Salzburg könnte schon im Jänner 2021 starten, berichtet Vizerektorin Univ.-Prof. Dr. Nicola Hüsing
© Luigi Caputo Die Fakultät für Digitale und Analytische Wissenschaften der Universität Salzburg könnte schon im Jänner 2021 starten, berichtet Vizerektorin Univ.-Prof. Dr. Nicola Hüsing
„Unser Wunsch für den Start der Fakultät, vorbehaltlich der Zustimmung der universitären Gremien, wäre natürlich 2021“, sagt Vizerektorin Hüsing. Eine TU in Linz würde hingegen wohl mehrere Jahre an Planungen benötigen, um weitere vier bis fünf Jahre später die ersten Absolventen hervorzubringen. 

Kritische Masse an Know-how, die gebündelt wird

Die Fakultät wird vier Fachbereiche beinhalten: Geoinformatik, Mathematik, Informatik und den neuen Fachbereich Artificial Intelligence and Human Interfaces. Hüsing: „Wenn man sich die Zahl der Professuren ansieht, die in diesen Bereichen tätig sind, dann ist das schon eine kritische Masse, die hier gebündelt wird. Die übrigens jetzt schon kooperieren und Projekte bearbeiten. Also wenn man sich den Wirtschaftsstandort ansieht, dann ist da schon einiges im digitalen Bereich vorhanden“, erklärt die Vizerektorin. Mit der FH gibt es bereits zwei gemeinsame Studiengänge im digitalen Bereich. „Das ist ja ein deutliches Signal, dass eng kooperiert wird. Außerdem gibt es etliche Projekte, bei denen PLUS, FH und Salzburg Research eng zusammenarbeiten. Natürlich erhoffen wir uns noch einen Ausbau der Aktivitäten und eine Erhöhung der Sichtbarkeit nach außen.“

Auf eine rasche Umsetzung pocht auch Peter Unterkofler, IV-Präsident und Spartenobmann Industrie der WKS: „Jetzt wird es darum gehen, vermehrt Gelder in Wien abzuholen, um zumindest Teilbereiche der technischen Ausbildung in Salzburg verbessern zu können. Der von Rektor Hendrik Lehnert angekündigte eigene Fachbereich Digitalisierung sollte jetzt so rasch wie möglich umgesetzt werde, damit wir in diesem Bereich keinen Braindrain von Salzburg in Richtung Linz bekommen.“ 

Industrieinformatik wird ein wichtiger Schwerpunkt der FH Salzburg sein.
© FHS Industrieinformatik wird ein wichtiger Schwerpunkt der FH Salzburg sein.

Jährlich 300 FH-Technik-Absolventen

Auf mehr Sichtbarkeit des Angebots an technischen Studiengängen baut auch die FH Salzburg. „Man muss nicht nach Linz oder Wien gehen, um Technik zu studieren“, sagt FH-Geschäftsführer Raimund Ribitsch. Tatsächlich ist das Feld der Studien mit Technik-Hintergrund überraschend groß (siehe Info-Kasten Seite 5). So werden in Salzburg von FH und Universität Salzburg insgesamt 24 Studiengänge bzw. Studien für Technik und Digitalisierung angeboten. Allein in der FH Salzburg absolvieren jährlich rund 300 Technik-Absolventen ihr Studium.

„Wir begreifen uns seit der Gründung 1995 auch als technische Hochschule“, betont Ribitsch. „Bereits jetzt kommt rund ein Drittel unserer Absolventen aus den technischen Studiengängen. Diese Zahl wird sich in den kommenden Jahren noch erhöhen.“ Denn im Sommer 2021 werden die ersten Absolventen des Studiengangs Wirtschaftsinformatik & digitale Transformation ihr Studium erfolgreich abschließen. Ein neues Masterstudium „Business Informatics“ ist bereits in Planung.

Während die Universität an einer Fakultät arbeitet, gehen die Überlegungen der FH Salzburg in eine ähnliche Richtung: Auch an der FH arbeitet man an einer Bündelung und einem Ausbau der Studienschwerpunkte rund um Informatik. Die „Informatics-School“ (Industrieinformatik, Wirtschaftsinformatik, Medieninformatik) sollte kraft ihrer Kompetenz auch anderen Studiengängen bei weiteren Digitalisierungsschritten zur Verfügung stehen.

Appell: „Tut mehr für die Fachhochschulen!“

Parallel dazu werden Pläne entwickelt, die technischen/digitalen Studiengänge auch in einem eigenen neuen Gebäude unterzubringen. „Die WKS steht im Rahmen ihres langfristigen Investitionsprogrammes zur Konjunkturbelebung zur Verfügung, einen namhaften Beitrag für einen neuen ‚Campus für digital Studies‘ zu leisten“, betont Manfred Pammer, Direktor der WKS. Er appelliert an die Politik, den Fachhochschulen mehr Mittel zur Verfügung zu stellen. „An den FH werden die akademischen Fachkräfte für die Wirtschaft ausgebildet. Tut mehr für die Fachhochschulen!“ Es müsse Ziel aller Stakeholder im Hochschul- und Bildungsbereich sein, mehr Fachkräfte für die digitale Transformation auszubilden.

WKS-Direktor Dr. Manfred Pammer appelliert an die Bundespolitik: „An den FH werden die meisten akademischen Fachkräfte für die Wirtschaft ausgebildet. Tut mehr für die Fachhochschulen!“
© WKS/Neumayr WKS-Direktor Dr. Manfred Pammer appelliert an die Bundespolitik: „An den FH werden die meisten akademischen Fachkräfte für die Wirtschaft ausgebildet. Tut mehr für die Fachhochschulen!“
 „Von der Qualität der Ausbildung her ist Salzburg sehr gut aufgestellt. Was fehlt, ist die Quantität“, betont Pammer. Dazu brauche es mehr Abstimmung und Kooperation, um gemeinsam mehr Außenwirkung, kritische Masse an Ausbildungsmöglichkeiten und Profilierung des Standortes zu schaffen. Manfred Pammer tritt daher für einen mit allen Hochschulen – inklusive PMU und Mozarteum – akkordierten Salzburger Entwicklungsplan für Digitalisierung und neue Technologien ein. „Diese Roadmap für die digitale Ausbildung wäre ein konkreter Zukunftsplan und verstärkt die notwendige Zusammenarbeit aller Player am Standort.“


In ganz Salzburg gibt es inklusive Universität Salzburg 24 Angebote an Studien mit Technik-Hintergrund.

FH Salzburg

Studierende in technischen Studiengängen:

Aktiv Studierende:1.031
Anteil an Studierenden:37%

Zur Auswahl stehen:

  • Holztechnologie & Holzbau/Holzwirtschaft
  • Informationstechnik & System-Management
  • Applied Image & Signal Processing
  • Smart Building
  • Smart Buildings in Smart Cities
  • MultiMediaTechnology
  • Radiologietechnologie
  • Wirtschaftsinformatik
  • Human-Computer Interaction ­
  • Biomedizinische Analytik
Weitere Informationen:www.fh-salzburg.ac.at

Universität Salzburg

Studierende in technischen Studiengängen: 

1.057

Zur Auswahl stehen:

  • Data Science
  • Digitalisierung – Innovation – Gesellschaft
  • Materialwissenschaften
  • Mathematik
  • Mathematik für Pädagogen
  • Angewandte Geoinformatik
  • Informatik
  • JMDP in Human-Computer Interaction
  • Biophysik
  • Biotechnology
  • Chemistry and Physics of Materials
  • JDP Applied Image and Signal Processing
  • Copernicus Master in Digital Earth
  • JDM Science and Technology of Materials
  • JDS Ingenieurwissenschaften
Weitere Informationenwww.uni-salzburg.at

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