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Steigt das Blackout-Risiko?

Sicherheitsexperten – etwa des Bundesheeres – warnen schon seit längerem, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis Österreich von einem Blackout betroffen sein könnte. Betriebe können und sollten sich darauf vorbereiten.

Blackout_schild vor finsterer Stadt.
© bluedesign - stock.adobe.com

Der jüngste Stromausfall, bei dem im Ernst-Happel-Stadion beim Fußballländerspiel Österreich gegen Dänemark plötzlich die Lichter ausgingen und im Prater Menschen in luftiger Höhe aus den Fahrgeschäften gerettet werden mussten, war nur ein Vorgeschmack dessen, was da noch auf Österreich zukommen könnte. 

Das Risiko steigt jedenfalls, weil die Gasversorgung eng mit der Stromversorgung verknüpft ist. Gas wird ja benützt, um die Schwankungen bei den erneuerbaren Energieträgern auszugleichen. In Texas fällt nun ein Flüssiggas-Terminal nach einer Explosion für mehrere Wochen aus, was die Gasversorgung auch für Europa kritischer macht. 
Herbert Saurugg, Blackout- und Krisenvorsorgeexperte

Am 8. Jänner 2021 war ganz Europa bereits knapp an einem Blackout vorbeigeschrammt. Ausgangspunkt war die Auslösung eines Überstromschutzschalters in einem Umspannwerk in Kroatien, was zu großen Turbulenzen in den europäischen Stromnetzen führte. Die Netze funktionieren nämlich nur bei einer Taktfrequenz von 50 Hertz. Die Toleranz ist relativ gering, fällt die Taktfrequenz unter 49,8 Hertz oder übersteigt sie 50,2 Hertz, kommt es zu schwerwiegenden Turbulenzen, die bis zu einem Blackout führen können. 

Die aktuelle geopolitische Situation samt Unsicherheiten in der Gasversorgung – wie die jüngsten reduzierten Lieferungen durch Gazprom – bringen das Thema wieder ins Rampenlicht. Besonders, weil Gas gerade im Winter zum Ausgleichen der Schwankungen bei der Stromproduktion herangezogen wird. Der österreichische Blackout- und Krisenvorsorgeexperte Herbert Saurugg schätzt diese Gemengelage als einigermaßen riskant ein.

Ein Blackout darf nicht mit immer wieder vorkommenden, kurzzeitigen Stromausfällen verwechselt werden. Bei einem Blackout würde es zu einem großflächige Stromausfall kommen, der zumindest mehrere Staaten betreffen und auch die gesamte Infrastruktur und Versorgung für längere Zeit lahmlegen würde. 

Folgende Ursachen können zu einem Blackout führen: 

  • Starke Netzschwankunge
  • Technische Ursachen wie im Umspannwerk in Kroatien am 8.1.2021
  • Terrorangriffe und Cyber-Attacken (siehe Angriff auf US-Pipeline inklusive Erpressung im Jahr 2021) 
  • Naturkatastrophen (Muren, Lawinen, Eisregen, Dürreperioden und große Hitze)
  • Womit lange nicht mehr gerechnet wurde, ist ein Krieg, wie jener in der Ukraine, der die für den Ausgleich der Stromschwankungen wichtige Gasversorgung gefährden kann. 


Salzburg AG beruhigt

Beim heimischen Stromversorger Salzburg AG sieht man das gelassener: „Aufgrund der vorhandenen nationalen Gasreserven gibt es keinen kurzfristigen technischen Zusammenhang zwischen einer Gasliefereinschränkung und einem Strom-Blackout“, sagt Herwig Struber, Geschäftsführer der Salzburg Netz GmbH.

Doch gibt es auch andere Ursachen, die einen großflächigen Stromausfall auslösen könnten (siehe Kasten). Ein Blackout hätte durchaus gravierende Folgen für Unternehmen und Gesellschaft. Die Auswirkungen reichen von Produktionsausfällen bis hin zu schwerwiegenden Anlagenschäden. Dazu kommt der Ausfall von Kommunikation, Mobilität und Problemen bei der Versorgung mit Lebensmitteln, Wasser oder Heizenergie.

Gewappnet für den Ernstfall

Beim Verpackungsspezialisten SIG Combibloc in Saalfelden – ein Industrieunternehmen mit 370 Mitarbeitern – bereitet man sich vor. „Bei einem Blackout könnten wir die Produktion nicht mehr aufrechterhalten, weil wir einen großen Strombedarf haben, den wir nicht mit Dieselaggregaten sicherstellen können“, sagt Geschäftsführer Johannes Hetz. 

Bei SIG Combibloc bereitet man sich auf unterschiedliche Blackout-Szenarien vor.
© SIG Combibloc Bei SIG Combibloc bereitet man sich auf unterschiedliche Blackout-Szenarien vor.
Deshalb werde in so einem Fall das Augenmerk auf die Vermeidung von Folgeschäden gelegt. Das beginne bei sämtlichen wasserführenden Leitungen, die im Winter gefrieren können, gehe über gelagerte Materialien, die Schaden erleiden könnten, und reiche bis zu einem möglichen Datenverlust. „Im Notfall formiert sich ein Krisenteam, für das eine Notversorgung mit Nahrungsmitteln bereitgestellt wird. Mit Dieselaggregaten wird so viel Strom erzeugt, dass das Team einsatzfähig bleibt“, schildert Hetz. An einem Kommunikationskonzept werde noch gearbeitet, etwa, mit wem man im Notfall kommunizieren müsse: mit Mitarbeiter:innen, Kund:innen, Behörden, Einsatzkräften oder Medien. 

Eine der größten Herausforderungen sei das Wiederhochfahren des Betriebes. „Haben wir alle Hilfs- und Betriebsstoffe zur Verfügung, die wir zum Neustart benötigen? Außerdem benötigen wir Material von unseren Zulieferern, um wieder in Betrieb gehen zu können“, betont Hetz. Denn bei manchen Maschinen sei es schon schwierig, sie nach einem kurzen Stromausfall durch ein Gewitter wieder hochzufahren. Wie sich das nach einem längeren Stillstand verhalte, wisse man nicht. 

Blackout verursacht auch rechtliche Fragen 

Ein großflächiger Stromausfall führt auch zu arbeitsrechtlichen Fragestellungen, etwa im Hinblick darauf, wer das Entgeltrisiko trägt, wenn Mitarbeiter:innen nicht in die Arbeit kommen oder kommen können. Laut Rechtsprechung handelt es sich dabei um ein Elementarereignis, das der neutralen Sphäre zuzurechnen ist. Das hätte einen Entfall des Entgeltanspruches zur Folge. „All diese Fragen sind im konkreten Einzelfall zu prüfen und zu beurteilen, wobei einvernehmlichen Lösungen meist der Vorzug zu geben ist“, rät Dr. Lorenz Huber, Leiter des WKS-Bereichs Arbeitsrecht.

Ein Blackout kann auch erhebliche Auswirkungen auf Liefer-, Miet-, Pacht- oder Beherbergungsverträge haben. „Daher ist zu prüfen, ob in den Verträgen selbst bereits Rechtsfolgen im Falle höherer Gewalt vereinbart wurden oder ob in so einem Fall gesetzliche Bestimmungen gelten. Denn dadurch können wechselseitige Leistungspflichten entfallen und Ansprüche auf Schadenersatz verloren gehen“, betont WKS-Rechtsexperte Mag. Christian Pauer. 

Wie man sich wappnen kann: 

Notfall- und Alarmpläne: 
Notfall- und Alarmpläne sollten in Papierform vorhanden sein. Darin sind die wichtigsten Abläufe ohne die üblichen Kommunikationsmöglichkeiten zu definieren. Der Plan muss auch den Mitarbeiter:innen bekannt sein.

Sofortmaßnahmen:
Betriebsinterne Menschenrettungen in die Wege leiten (z. B. bei steckengebliebenen Aufzügen). Zutrittssysteme sowie Tor- und Alarmsysteme sichern und, falls vorhanden, den Sicherheitsdienst alarmieren. Alle definierten kritischen Prozesse herunterfahren und das notwendige Personal verständigen. Den genauen Zeitpunkt für das Blackout definieren und dokumentieren. 

Kommunikation: 
Telefonanlagen und Handys werden ohne Strom nicht funktionieren. Falls Funksysteme vorhanden sind, sollten ausreichend Batterien oder Akkus bereitstehen. Auch ist zu berücksichtigen, wer im Notfall kontaktiert werden muss und wer Informationen geben kann.
 
Nach dem Ausfall:
Zum Neustart sollte eine Prioritätenliste vorhanden sein. Darin sollte festgelegt sein, was zur Rückkehr in den Normalbetrieb erforderlich ist, wie lange der Krisenstab weiterlaufen soll, wie der hohe Strombedarf nach dem Blackout abgedeckt werden soll und wie rasch externe Dienstleister wieder in Anspruch genommen werden können. Notwendig ist auch die Überlegung, ob eine Entsorgung oder Dekontamination von Betriebsmitteln oder Anlageteilen erforderlich ist.

Quelle: Blackout-Broschüre der WKS-Sparte Industrie

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