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Seilbahnwirtschaft ist für den Winter gerüstet 

Salzburgs Seilbahnunternehmen investieren für die heurige Wintersaison 200 Mill. € in neue Anlagen, Komfortverbesserungen und effiziente Beschneiung.

Fachgruppenobmann KommR Ferdinand Eder, Fachgruppen-Obmann-Stv. KommR Veronika Scheffer und Dr. Erich Egger, Vorstand der Schmittenhöhebahn AG (v. l.)
© WKS/wildbild Fachgruppenobmann KommR Ferdinand Eder, Fachgruppen-Obmann-Stv. KommR Veronika Scheffer und Dr. Erich Egger, Vorstand der Schmittenhöhebahn AG (v. l.)

„Die vergangene Wintersaison ist für die Seilbahnwirtschaft hervorragend gelaufen. Der viele Schnee und der Kalender waren maßgeblich für das Rekordergebnis verantwortlich.“ Dieses Resümee über den Winter 2017/18 zog heute, Montag, der Obmann der Fachgruppe Seilbahnen in der WKS, KommR Ferdinand Eder, bei einem Pressegespräch in Salzburg. Eder wird im Rahmen der Seilbahntagung im Kongresszentrum in St. Johann sein Amt an seine Stellvertreterin KommR Veronika Scheffer von der Zauchensee Liftgesellschaft übergeben. Im Zuge der Wirtschaftskammerwahlen 2020 wird dann Dr. Erich Egger von der Schmittenhöhebahn AG als Obmannkandidat ins Rennen gehen.

Jetzt stehe der nächste Winter vor der Tür und die Branche sei dafür gut gerüstet, sagte Eder. Laut einer Umfrage der Fachgruppe werden Salzburgs Seilbahn- und Liftbetreiber für die Saison 2018/19 insgesamt 200 Mill. € (Vorsaison: 100 Mill. €) investieren. Zählt man die Investitionen der vergangenen elf Jahre zusammen, ergeben sich fast 1,5 Mrd. €, die die Seilbahnwirtschaft für Modernisierungen und Verbesserungen aufgewendet hat. „Mit diesen Investitionen ist die heimische Seilbahnwirtschaft der Motor für Konjunktur und Beschäftigung in den Salzburger Wintersportgebieten“, unterstrich Eder. Die nachhaltige Wirkung auf andere Branchen wie etwa den Bau, die Gastronomie oder den Handel sei enorm.

2018/19 fließen 130 Mill. € in den Neubau und die Komfortoptimierung von Seilbahnen und Liftanlagen. In Zukunft gehe die Entwicklung laut Eder weiter in die Schaffung von Großskiräumen, dort wo es topografisch Sinn ergibt, weil es die Kunden wünschen. Der Wintergast entscheidet über den Ort seines Urlaubs sehr stark nach der Größe des Skigebiets, auch wenn er es dann möglicherweise gar nicht in Anspruch nimmt.

Auf hohem Niveau bewegen sich daher auch die Investitionen für die technische Beschneiung. Sie liegen für die Saison 2018/19 bei 40 Mill. €. Der auf Salzburgs Pisten produzierte technische Schnee gehorcht dabei dem „Reinheitsgebot“, dem sich die Pistenbetreiber verpflichtet haben: Nur Wasser und Luft werden verwendet. Insgesamt werden 85% der rund 4.700 Hektar an Skipisten im Land Salzburg technisch beschneit. Weitere 30 Mill. € fließen heuer in Parkplätze, Pistengeräte, Service- und Gastronomieeinrichtungen.

Sommerbetrieb sichert Umsätze

„Als Nachfolgerin von KommR Eder für die nächsten eineinhalb Jahre möchte ich den Erfolgsweg der Salzburger Seilbahnwirtschaft fortsetzen“, betonte Scheffer. Weitere Investitionen in die Liftanlagen und allgemein in das Angebot am Berg seien entscheidend, um auch in Zukunft international eine führende Rolle zu spielen.

Ein besonderes Erfolgsprojekt der vergangenen Jahre sind die „Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen“, eine Initiative der österreichischen Seilbahnbranche zur Belebung des Bergsommers. 65 Betriebe haben sich österreichweit dazu entschlossen, den Seilbahnbetrieb im Sommer mit attraktiven Angeboten am Berg – vom Spielspaß für Familien bis zur Kultur – zu kombinieren. Qualitätschecks sichern das Niveau des Angebots. In Salzburg machen elf Bergbahnen mit den Themen Abenteuer, Familie, Genuss oder Panorama- und Naturerlebnis mit.

„Wir verzeichnen bei den Sommer-Bergbahnen eine sehr gute Entwicklung“, berichtete Scheffer. Zwar sei das Winterangebot naturgemäß viel stärker, man habe aber in relativ kurzer Zeit einen Umsatzanteil von 15% im Sommer erreicht – mit Tendenz nach oben. „Das gleicht das Winterrisiko ein wenig aus“, erklärte Scheffer. 

Unterstützung für kleine Skigebiete

Gemeinsam mit dem Land Salzburg unterstützt die Seilbahnwirtschaft auch 2018/19 wieder Kleinstliftbetreiber aus dem von den beiden Partnern eingerichteten Unterstützungsfonds. „Die finanzielle Hilfe soll zum Erhalt kleiner Liftanlagen beitragen. Dadurch soll vor allem Kindern und Jugendlichen der Zugang zum Wintersport im Nahbereich ihres Wohnortes ermöglicht bzw. erleichtert werden“, betonte Scheffer. Der Zuschuss ist mit maximal 10.000 € je Skiliftunternehmen begrenzt, heuer werden insgesamt 100.000 € zur Verfügung gestellt. Die Aktion ist auch für 2019 bereits wieder fixiert.

Spannungsfeld Ökonomie und Ökologie

Auch Dir. Egger unterstrich, dass es so wie in anderen Branchen in der Seilbahnwirtschaft keinen Stillstand geben könne. „Unser Ziel ist es, ältere Anlagen durch neue, effizientere zu ersetzen, die Pistenqualität und Sicherheit durch Adaptierungen und Investitionen in die Beschneiung zu verbessern und unseren Gästen eine Dienstleistung auf dem modernsten Stand der Technik zu bieten.“

Die Salzburger Skigebiete seien ein wichtiger Arbeitgeber und gleichzeitig ein Tourismusmagnet. Sie sichern die Wirtschaft im ländlichen Raum. „Aus diesem Grund ist es für uns schwer verständlich, wenn Investitionen und Skigebietserweiterungen kritisiert werden und die Seilbahnbetreiber als Zerstörer der Naturlandschaft bzw. Ressourcenverschwender hingestellt werden. Wir sehen uns durchaus dazu verpflichtet, mit der Natur schonend umzugehen, weil sie entscheidend für unseren Unternehmenserfolg ist.“

In diesem Zusammenhang kritisierte Egger die ausufernden Genehmigungsverfahren. „UVP-Verfahren sind generell zu aufwändig, langwierig und umfassend. Hier hoffen wir auf Verbesserungen durch das Standortsicherungsgesetz, um Verfahren entsprechend abzukürzen“, sagte Egger. „Unsere Infrastrukturen befinden sich in einem sensiblen Umfeld. Gerade deshalb sind Aktivitäten zum Erhalt der Natur sowie die Kommunikation und Sensibilisierung der Stakeholder besonders wichtig.“ Als größte Herausforderungen für die Zukunft der Branche sieht Egger neben dem Umweltthema den Klimawandel (speziell für niedrig gelegene Skigebiete) sowie die Mitarbeiterfrage.

Karriere am Berg

Gerade in diesem Zusammenhang ist die Seilbahnwirtschaft stolz, dass man selbst aktiv dem Fachkräftemangel vorbeugt. Denn mittlerweile konnte sich die Berufsschule in Hallein als Ausbildungszentrum für angehende Seilbahntechniker im ganzen Alpenraum profilieren. Aufgrund der modernen Infrastruktur werden nicht nur Lehrlinge aus Österreich, sondern auch aus Südtirol und Bayern nach Hallein geschickt. „Wir können unsere Fachkräfte, die wir brauchen, selbst ausbilden und haben im Großen und Ganzen kein Nachwuchsproblem“, betonte Eder. Insgesamt wurden seit 2008 österreichweit über 500 Seilbahnlehrlinge ausgebildet. Aktuell befinden sind 189 Lehrlinge in 91 Seilbahnbetrieben in Ausbildung. Der Lehrberuf Seilbahntechniker hat im Vorjahr eine zusätzliche Aufwertung durch die Einführung der vierjährigen Doppellehre mit Elektrotechnik erfahren.

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