th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

Mit Familienfreundlichkeit zum Erfolg!

Salzburger Sozialpartner starten Initiative zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie. 

Eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft der betrieblichen Kinderbetreuung erfolgt durch eine neue Beratungsstelle beim Arbeitsmedizinischen Dienst Salzburg (AMD).
© WKS/wildbild Im Bild von links: WKS-Präsident KommR Peter Buchmüller, AMD-Projektleiter Mag. Rafael Paulischin-Hovdar und AK-Präsident Peter Eder.

Eine von AK und WK gemeinsam geschaffene Beratungsstelle beim Arbeitsmedizinischen Dienst Salzburg (AMD) unterstützt seit 1. Oktober Arbeitgeber dabei, nachhaltige Betreuungsangebote für Kinder von Beschäftigten zu schaffen. 

Der Themenbereich „Familienfreundliche Betriebe“ ist heute kein „Soft-Thema“ mehr, sondern hat sich zu einem zentralen Thema der Unternehmensverantwortung entwickelt. Die Sozialpartner ziehen bei diesem Thema daher vereint an einem Strang, um positive Betreuungslösungen für Kinder zu entwickeln. Seit 1. Oktober ist beim Arbeitsmedizinischen Dienst Salzburg eine neue Beratungsstelle eingerichtet worden, die Arbeitgeber dabei unterstützt, betriebliche oder überbetriebliche Kinderbetreuungsmöglichkeiten zu installieren.  


Win-win: Beschäftigte und Betriebe profitieren 

„Wir wollen mit der neu eingerichteten Beratungsstelle ein Ergänzungsangebot zu den öffentlichen und privaten Kinderbetreuungsangeboten schaffen. Denn wenn Unternehmen ihre Position im Wettbewerb halten und stärken wollen, müssen ihre Beschäftigten effizient und flexibel arbeiten können. Viele Betriebe wollen soziale Verantwortung übernehmen und können zielgenau dazu beitragen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für ihre Beschäftigten zu verbessern. Davon profitieren nicht nur die Beschäftigten und ihre Familien, sondern auch die Betriebe selbst“, betont WKS-Präsident KommR Peter Buchmüller.

Eine optimale Kinderbetreuung ist eine Win-win-Situation für beide Seiten: „Sie macht Unternehmen für Beschäftigte attraktiv und stärkt Familien und speziell Frauen, den Rücken. Es ist uns daher ein großes Anliegen, Betriebe in dieser Frage professionell zu beraten“, sind sich die Präsidenten von AK und WK, Peter Eder und Peter Buchmüller, einig.  

Familienfreundlichkeit bringt Wettbewerbsvorteile 

Familienfreundlichkeit ist inzwischen auch ein entscheidender Wettbewerbsfaktor im Employer-Branding geworden. „Für Beschäftige sind die Betreuungsmöglichkeiten, die ihnen Arbeitgeber bieten können, wichtige Faktoren bei der Unternehmenswahl. Firmen mit einer bedarfsorientierten betrieblichen Kinderbetreuung können nicht nur Standort- und Kostenvorteile nutzen, sondern sich auch als attraktiver Arbeitgeber präsentieren. Damit haben sie einen klaren Vorteil beim Recruiting und bei der Mitarbeiterbindung und sichern sich die Fachkräfte für die Zukunft. Denn eines muss man sagen, Corona hat vieles gestoppt, nicht jedoch den Fachkräftemangel“, erklärt Buchmüller.  

Zudem zeigen zahlreiche Studien, dass familienfreundliche Betriebe nicht nur eine verbesserte Position im Wettbewerb um Fachkräfte innehaben, sondern deren Mitarbeiter auch motivierter, loyaler und zuverlässiger sind. Darüber hinaus kommt es nachweislich zu weniger personellen Fluktuationen, Krankenständen und Fehlzeiten. Auch bei der Suche nach international hoch qualifizierten Mitarbeitern muss zu allererst häufig die Frage nach einer zufriedenstellenden Kinderbetreuung geklärt sein.  

Salzburg im Hintertreffen 

Trotz des neuen Kinderbildungs- und betreuungsgesetzes, das die Salzburger Landesregierung letztes Jahr auf den Weg gebracht hat, sind die Baustellen die gleichen geblieben: Versorgungslücken, niedrige Betreuungsquoten, hohe Preise und Öffnungszeiten sowie Ferienschließzeiten, die kaum mit den Arbeitszeiten der Eltern zusammenstimmen. Das zeigt die aktuelle Kinderbetreuungsstudie der AK Salzburg. Demnach liegt Salzburg auch 2019/2020 nach wie vor hinter dem Barcelona-Ziel zurück, wonach bereits im Jahr 2010 für 33% der unter 3-jährigen Kinder ein Platz in einer institutionellen elementaren Bildungseinrichtung zur Verfügung gestellt hätte werden müssen. Im Betreuungsjahr 2019/2020 wurden nur 22,1% der unter 3-jährigen Kinder institutionell betreut. Im Österreichschnitt sind es 27,6%. Überhaupt kein institutionelles Angebot an elementaren Bildungseinrichtungen (Krabbelgruppe oder alterserweiterte Gruppe) für Kleinkinder gibt es in 15,1% der Salzburger Gemeinden.

Vereinbarkeit nur bei einem Drittel der Einrichtungen 

Eine Analyse anhand des Vereinbarkeitsindikators für Familie und Beruf (VIF) zeigt: Nur 31% aller Einrichtungen im Bundesland Salzburg sind mit einem Vollzeitjob beider Elternteile vereinbar. Berechnungen der AK zeigen, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Qualität der Angebote an elementaren Bildungseinrichtungen und der Erwerbs- und Teilzeitquote der Frauen in Salzburger Gemeinden gibt: Je besser das Angebot, desto höher die Erwerbsbeteiligung und desto mehr Frauen arbeiten in Vollzeit. Je schlechter das Angebot in einer Gemeinde ausgestaltet ist, desto geringer ist die Erwerbsquote der Frauen. 

Betriebliche Kinderbetreuung stärken 

Da die bestehenden öffentlichen und privaten Angebote nicht ausreichen, bzw. für viele Familien oft schwer zu finanzieren sind, ist der Ausbau betrieblicher Kinderbetreuung eine notwendige Ergänzung. Allerdings bieten bis dato lediglich 15 Unternehmen im Bundesland Salzburg diese Möglichkeit an. „Durch die Errichtung von Betriebskindergärten lassen sich Kinderbetreuungslösungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden, die auch optimal auf die Bedürfnisse des Unternehmens abgestimmt sind“, beschreibt AK-Präsident Eder die Vorteile dieser Betreuungsform. Die Pläne und das Engagement von Unternehmen, die Kinderbetreuung innerbetrieblich auszubauen und entsprechend zu investieren, gilt es laut WK und AK zu unterstützen – insbesondere, da die Umsetzung mit hohen Finanzierungskosten einhergeht - sei es durch Neubau eines Gebäudes oder durch bauliche Adaptionen, die für eine Kinderbetreuungseinrichtung notwendig sind.

Apropos Engagement: „Parallel zu den Bemühungen der Sozialpartner, muss auch das Land Salzburg seine Hausaufgaben erledigen und darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen“, so der AK-Präsident. 

AMD-Projektleiter Mag. Raffael Paulischin-Hovdar
© WKS/wildbild AMD-Projektleiter Mag. Rafael Paulischin-Hovdar

Projektmanager ist Mag. Rafael Paulischin-Hovdar 

Die neue Beratungsstelle wird beim AMD Salzburg, dem größten präventivdienstlichen Zentrum Westösterreichs, eingerichtet und von Mag. Rafael Paulischin-Hovdar geleitet. Er war von 2010 bis 2020 als erster männlicher Kindergartenleiter in Salzburg tätig und ist seit Anfang Oktober der zuständige Projektmanager des neuen Programms „Betriebliche Kinderbetreuung“. Seine bisherige Berufserfahrung kommt ihm dabei zugute: „Als Pädagoge und Kindergartenleiter habe ich miterlebt, vor welchen Problemen Familien mit kleinen Kindern in Salzburg stehen“, erzählt er. 

Besonders die Betreuungssituation der Unter-Dreijährigen stelle dabei viele Familien vor große Herausforderungen: „Auf der einen Seite deckt das Betreuungsangebot den Bedarf bei weitem nicht ab. Auf der anderen Seite sind Kosten von drei- bis vierhundert Euro monatlich für die Betreuung eines Kindes in Salzburg durchaus üblich“, weiß er und ergänzt: „Addiert man das zu den ohnehin bereits hohen Lebenshaltungskosten, sind diese Ausgaben besonders für Familien mit niedrigen und mittleren Einkommen ein belastender Faktor. Das Wissen um eine gute Kinderbetreuung zu fairen Kosten nimmt Eltern daher einige der Alltagssorgen.“ 

Hilfe durch den Bürokratiedschungel

Darüber hinaus hilft Paulischin-Hovdar den Unternehmen durch den bürokratischen Dschungel, bei der Inanspruchnahme diverser Förderungen und sowohl im administrativen als auch rechtlichen Umfeld sowie bei den pädagogischen Notwendigkeiten. Generell wird den interessierten Firmen nach einer individuellen Bedarfserhebung jeweils die ideale Form einer betrieblichen Kinderbetreuung vorgeschlagen: „Das kann etwa durch Betriebstagesmütter, alterserweiterte Gruppen oder vollwertige Kindergartengruppen erfolgen“, so der Experte. 

Angebot vor allem auch für kleine und mittlere Betriebe

„Maßgeschneiderte Betreuung, angesiedelt im Umfeld des Betriebes, bietet die Chance, Belastungen zu minimieren. Neben der Möglichkeit, die Kosten zu reduzieren und die Öffnungszeiten an die des Betriebes anzupassen, könnte auch die Fahrt zur Betreuungseinrichtung zu Hauptverkehrszeiten wegfallen. Denn diese bedeutet für die Eltern Stress und für die Kinder eine unnötig längere Fremdbetreuung. Und eine Reduktion von beidem ist absolut im Sinne der Kinder, denn wenn wir von der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sprechen, dürfen wir nicht die Interessen und Bedürfnisse der Kinder ignorieren“, erklärt Paulischin-Hovdar. Aber auch kreative Ideen und Teamwork sind willkommen: „Warum sollen sich nicht zum Beispiel mehrere Betriebe zu einem Betriebsverbund zusammenschließen und gegenseitig voneinander profitieren?“, fragt Paulischin-Hovdar. „Meine Aufgabe als Projektmanager wird es sein, durch gezielte Beratung und unter Berücksichtigung der spezifischen Voraussetzungen den Spagat zwischen einer qualitativ guten, aber auch finanzierbaren Kinderbetreuung zu schaffen. Die Möglichkeiten dabei sind äußerst vielfältig, im Fokus steht aber immer, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.“


Bildtext:

Eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft der betrieblichen Kinderbetreuung erfolgt durch eine neue Beratungsstelle beim Arbeitsmedizinischen Dienst Salzburg (AMD). Im Bild von links: WKS-Präsident KommR Peter Buchmüller, AMD-Projektleiter Mag. Rafael Paulischin-Hovdar und AK-Präsident Peter Eder.

Fotos: WKS/wildbild

Das könnte Sie auch interessieren

Pendler

Verordnung für Berufspendler: Weitere Erschwernis für die Pendler und Betriebe, die über die Grenze arbeiten

WKS kritisiert: Überfallsartige Erlässe und Warnungen unterminieren den europäischen Gemeinschaftsgeist  mehr

Sparschwein

Sicherheit und Gesundheit stehen im Mittelpunkt

Sparte Bank und Versicherung: Aus „Weltspartag“ werden „Weltspartage“ in Salzburg mehr