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Unternehmen verlassen den Krisenmodus

Salzburgs Wirtschaft ist dabei, den Krisenschock von 2020 mit wachsendem Optimismus zu überwinden. Geschäftslage, Auftragseingänge und Auslastung drehen wieder ins Positive. Stark gestiegen ist aber auch die Erwartung höherer Kosten bei Vormaterialien und Wareneinsatz.

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© oatawa -stock.adobe.com Symbolbild

Die Zeitreihen der Konjunkturbefragungen der WKS zeigen deutlich, was sich seit Ende 2019 abgespielt hat: Die Corona-Pandemie stürzte Salzburgs Betriebe in eine äußerst schwierige Talfahrt. Standen die Zeichen im November 2019 noch auf Hochkonjunktur, musste knapp ein Jahr später eine bis dato einzigartige Rezession verkraftet werden, was nur durch enorme Staatshilfen gelungen ist. Fast alle Kategorien der Befragung drehten sich im Corona-Schock der Lockdowns im Dezember 2020 massiv ins Negative.

Doch jetzt wendet sich das Blatt, verhalten zwar, aber dennoch zeigen alle Indikatoren eine Rückkehr zurück zu mehr Dynamik und Zuversicht. „Der Optimismus setzt sich langsam aber sicher wieder durch“, kommentiert WKS-Ökonom Klemens Kurtz (Stabstelle Wirtschafts- und Standortpolitik) die Ergebnisse einer Befragung zwischen 17. und 30. Mai von rund 900 Unternehmen.  

Den Aufschwung nicht gefährden

Das Ergebnis zusammengefasst: Zwar ist Salzburgs Wirtschaft noch ein Stück entfernt von der guten Stimmung der Hochkonjunkturjahre 2018/2019, doch holen die Betriebe bei Geschäftslage und Auftragseingänge wieder verlorenes Terrain auf. Dass es in manchen Bereichen gewisse Überhitzungstendenzen gibt, zeigt sich an der Rückkehr des zunehmenden Personalmangels, vor allem aber an den erwarteten Preissteigerungen bei Vormaterialien. Von dieser Seite könnten sich durchaus noch Bremseffekte für den Aufschwung ergeben.

„Umso wichtiger ist es daher, dass die Betriebe jetzt ausreichend Zeit und Freiraum bekommen, wieder Geld zu verdienen. Die Politik muss daher alles unterlassen, den noch wackeligen Aufschwung zu gefährden“, fordert WKS-Präsident Peter Buchmüller. Er spricht damit aktuelle Steuerdiskussionen wie etwa die Einführung von CO2-Steuern an. Zudem müssten mit fortschreitender Impfungsrate weitere Restriktionen zurückgenommen werden. „Die Betriebe brauchen wieder berechenbare, normale Verhältnisse“, so Buchmüller.

Die Wirtschaft zieht wieder an, die Geschäftslage wird von den Unternehmen wieder besser bewertet als noch Ende 2020, ist aber vom guten Vorkrisenniveau noch entfernt.
© WKS Die Wirtschaft zieht wieder an, die Geschäftslage wird von den Unternehmen wieder besser bewertet als noch Ende 2020, ist aber vom guten Vorkrisenniveau noch entfernt.

Zuversicht nimmt wieder zu 

Geschäftslage: Positiver wird jedenfalls wieder die derzeitige Geschäftslage beurteilt. Sprachen Ende 2020 noch 46% von einer schlechten Geschäftslage, so sind es nun nur mehr 39%. Nun ist auch wieder für 27% die Geschäftslage „gut“, im Dezember 2020 waren dies nur 22%. „Zufriedenstellend“ fällt die Geschäftslage für 34% (Dez. 2020: 32%) aus.

Die Erwartungen für die nächsten sechs Monate sind ähnlich vorsichtig, aber mit positiver Tendenz. Doch erst im nächsten Jahr dürften die Betriebe an die Lage vor der Corona-Pandemie anschließen: Dass es längerfristig schlechter geht, glauben im Mai 2021 nur 19% (Dezember 2020: 26%). Doch 39% gehen davon aus, dass die Lage besser wird, 43% glauben, dass die Geschäftslage gleich bleibt.

Auftragsstand: Auch hier ziehen die Erwartungen wieder positiv an. Dass dieser derzeit gut ist, geben 23% an (Dezember 2020: 17%). Für 37% ist er zufriedenstellend, doch noch für 40% zu gering (Dezember 2020: 51%). Dass die Auftragseingänge weiterhin rückläufig sind, ist bei knapp 31% der Fall (Dezember 2020: 54%). 69% gehen von vermehrten oder gleichbleibenden Aufträgen aus. Über 74% erwarten für die nächsten sechs Monate weiter steigende bzw. befriedigend übliche Aufträge. Der Anteil derjenigen, die eine schlechtere Auftragslage befürchten, sinkt auf 26%. Der Anteil jener die derzeit unter rückläufigen Auftragseingängen oder schlechten Auftragserwartungen leiden ist damit aber immer noch um das doppelte bis dreifache höher wie vor der Krise.

Deutlich optimistischer ist man, was die Geschäftserwartungen in den nächsten sechs Monaten und im Jahr 2022 betrifft. Dann dürfte die Krise endgültig überwunden sein.
© WKS Deutlich optimistischer ist man, was die Geschäftserwartungen in den nächsten sechs Monaten und im Jahr 2022 betrifft. Dann dürfte die Krise endgültig überwunden sein.

Auslastung und Preissignale

Ertragslage: Noch nicht berauschend ist die derzeitige Ertragslage. Meldeten im November 2019 31% eine gute Ertragslage, so sind dies nun – nach 15% im Dezember 2020 – 17%. Waren 2019 54% mit der Ertragslage zufrieden, so sind dies nun 41% (2020: 36%). Doch noch immer sprechen 42% von einer schlechten Ertragslage (Nov. 2019: 15%). Allerdings werden die Ertragserwartungen mit jedem Monat besser.

Auslastung: Dass die auch in der Corona-Pandemie festgestellte Zweiteilung der Wirtschaft – Betriebe mit guter Lage, Betriebe mit sehr schlechter Situation – nach wie vor das Bild prägt, lässt sich aus den Angaben zur Auslastung der Kapazitäten ablesen.

  • Von Vollauslastung bzw. fehlenden Kapazitäten sprechen rund 10% der Betriebe, fast so viele wie in der Hochkonjunktur (13%).
  • Von einer befriedigenden Auslastung für die nächste Zeit gehen immerhin wieder 44% aus (Nov. 2019: 41%).
  • Fast 22% der Betriebe melden eine optimale Auslastung (Dezember 2020: 17%).
  • Doch 24% geben eine schlechte Auslastung an, nach 37% im Dezember 2020 (Nov. 2019: 6,2%).
Konjunkturgrafik
© WKS Der allseits herrschende Materialmangel samt Lieferproblemen verursacht zum Teil drastische Preissteigerungen. In der Wirtschaft geht man von stark steigenden Kosten aus.

Preiserwartungen für Material- und Wareneinsatz: Fast zehn Jahre muss man zurückgehen, um eine ähnliche hohe Rate an Unternehmen zu finden, die von steigenden Materialpreisen ausgehen. 2012 nahmen dies 62% der Unternehmen an, jetzt sind es 64%, die steigenden Preise bei Vormaterialien und Wareneinsatz erwarten. Von sinkenden Preisen gehen derzeit nur 1% aus. Befürchtungen also, dass die Corona-Krise zu deflationären Erscheinungen führt, haben sich somit in ihr Gegenteil verkehrt. 

Personal: Gewisse Knappheitsphänomene zeigen sich, wenngleich schwächer, auch in der Personalfrage. Immerhin mehr als ein Viertel der Betriebe (26%) hat derzeit eher zu wenig Personal (Dez. 2020: 15%, November 2019: 32%). Nur mehr knapp 12% gaben an, eher zu viel Personal zu haben (in der Krise waren dies 21%). Rund 62% sehen sich derzeit ausreichend mit Personal versorgt. Dem latenten Mangel an Kräften entsprechend, erwarten mittlerweile auch fast 40% der Betriebe steigende Lohnkosten, nur drei Prozent gehen von einer sinkenden Lohnentwicklung aus.

„Wir sehen eine Salzburger Wirtschaft, die sich aus dem Corona-Tief herauskämpft. Mit jedem weiteren Öffnungsschritt kehrt Normalität zurück. Jetzt ist es wichtig, eine kontinuierliche Konjunkturpolitik zu fahren, die eine stetige Nachfragenentwicklung unterstützt“, erklärt WKS-Präsident Peter Buchmüller. Angesichts der Nachfrage nach Personal fordert der Salzburger Wirtschaftskammerpräsident erneut eine Reform der Arbeitsmarktpolitik: „Ein Viertel der Betriebe sucht Personal. Wir brauchen mehr Dynamik am Arbeitsmarkt!“

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