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Mit gedämpften Aussichten ins Jahr 2021

Eine Salzburger Wirtschaft, die sich in einem nie dagewesenen Krisenmodus befindet – dieses Bild ergibt sich aus der vor Weihnachten 2020 abgeschlossenen Konjunkturumfrage der WKS.

Corona Virus - Konjunkturumfrage
© ©artegorov3@gmail - stock.adobe.com Corona und seine Bekämpfung haben tiefe Spuren in den Betrieben hinterlassen. Doch zeigt sich ebenso eine noch verhaltene Hoffnung, dass es 2021 besser werden könnte.

Über 800 Unternehmen nahmen an der repräsentativen Befragung teil, die noch vor Weihnachten von Klemens Kurtz (WKS-Stabstelle Wirtschafts- und Standpolitik) durchgeführt wurde. Im Vergleich zur Umfrage vom November 2019 offenbart sich dabei ein rasanter Sturz aus der Hochkonjunktur hinein in einen Krisen-Schock, den das Corona-Virus und mehrere Lockdowns 2020 ausgelöst haben. In allen Kategorien der Befragung hinterlässt die Krise massive Bremsspuren – mit Negativwerten, die selbst in der Finanzkrise 2008/2009 nicht erreicht wurden. 

„So bitter das Gesamtbild auch ist, zeigt sich bei näherer Betrachtung jedoch eine gewisse Zweiteilung in der Wirtschaft. Bei jenen Branchen, die direkt und indirekt von den Lockdowns betroffen sind, ist die Lage schlecht, in anderen Sektoren jedoch herrscht eine gewisse Normalität, wenngleich in gedämpfter Stimmung“, schildert Klemens Kurtz die Lage. „Insgesamt haben aber Corona, das Schließen der Grenzen, die Störungen in den Lieferketten und der teilweise Ausfall von Konsum und Auslandsnachfrage die Wirtschaft massiv getroffen.“ 

Und dies nicht nur in Salzburg, sondern in ganz Österreich: Laut den Prognosen der Wirtschaftsforscher könnte Österreichs BIP 2020 zwischen 7 bis 10 Prozent sinken, die Wirtschaft in der EU um 7  Prozent und die Weltwirtschaft um 4 Prozent.

Koordinierte Politik statt Verunsicherung

„Wir brauchen daher dringend eine neue Perspektive. 2021 muss auch die Wirtschaft wieder gesunden!“, betont WKS-Präsident Peter Buchmüller: Den Branchen, die von den Lockdowns direkt und indirekt betroffen sind, muss geholfen werden. Notwendig ist auch ein Umsatzersatz für den Jänner, sollte der Lockdown faktisch bis zum 24. Jänner verlängert werden. Wenig Verständnis hat Buchmüller für die taktischen Scharmützel auf Bundesebene, wenn nun das Freitesten doch nicht möglich sein soll.

„Der Politik und insbesondere der Opposition muss klar sein, dass hier auf dem Rücken der Betriebe unnötige Profilierung und damit weitere Verunsicherung betrieben wird. Wie schlecht muss die Stimmung in der Wirtschaft noch werden?“, mahnt Buchmüller ein Ende der Planungsunsicherheit ein. Er fordert eine koordinierte Politik ein: „Wir brauchen schleunigst eine wirtschaftspolitische Gesamtstrategie, wie wir wieder aus dem Tief kommen, und nicht das Dahinhanteln von einem Lockdown in den nächsten. Regelmäßiges Testen muss möglich sein, und gleichzeitig muss jetzt ohne Verzögerung eine Impf-Offensive in Österreich eingeleitet werden, fordert Buchmüller: „Nur so kommen wir möglichst schnell aus dem Wirtschaftstief!"

Viel Schatten, noch wenig Licht

Und dieses Tief ist derzeit noch beträchtlich, wie die Umfrageergebnisse ergeben. Wie massiv der Absturz in die Rezession vor sich ging, zeigt etwa die derzeitige Beurteilung der Geschäftslage:

Geschäftslage
© WKS Noch im Dezember 2019 herrschte in Salzburg Hochkonjunktur. Entsprechend positiv war die Bewertung der Geschäftslage. Ein Jahr später hat Corona das Bild umgedreht.
  • Im November 2019 beurteilten nur 9% die Geschäftslage als schlecht, im Dezember 2020 sind es 46%. Vor einem Jahr sprachen 91% von einer guten bzw. zufriedenstellenden Geschäftslage, derzeit sind es 54%.
  • Die Erwartungen für die Zukunft (Geschäftsentwicklung in sechs Monaten und längerfristig) sind zwar etwas besser, aber nicht wirklich optimistisch. Dass die Lage in einem halben Jahr nach wie vor schlecht ist, glauben 44% (Nov. 2019: 8%), über sechs Monate hinausreichend aber nur mehr 26%. Dass es in sechs Monaten gute Umsätze geben wird, damit rechnen nur knapp 21%, über diesen Zeitraum hinausgehend 37%.
  • Der Corona-Schock zeigt sich auch in schlechteren Werten bei der Kapazitätsauslastung (Maschinen, Gästebetten, Fahrzeuge etc.): Im November 2019 waren nur 6% der Betriebe schlecht ausgelastet, jetzt sind es 37%. Nach wie vor 40% (Nov. 2019: 41%) geben aber eine befriedigende Auslastung an, 17% sprechen von optimaler Auslastung (42% Nov. 2019), 6% von fehlenden Kapazitäten (2019: 11%).

Auftragseingänge schleppend, Erwartungen gedämpft

  • Der derzeitige Auftragsstand wird von 51% als schlecht bzw. zu niedrig betrachtet (2019: 13%), ein historisch einzigartig hoher Wert. 49% geben einen guten, bzw. befriedigenden Auftragsstand an. Die Auftragseingänge sind außerdem bei 54% der Betriebe derzeit eher rückläufig, und nur bei 13% eher steigend. Was die Auftragserwartungen in den nächsten sechs Monaten betrifft, bleibt der Anteil von 41%, die vorerst keine Verbesserungen erwarten, sehr hoch.  
  • Eher wenig optimistisch sind die Erwartungen bei der Ertragslage. Nie, seitdem die Konjunkturanalyse gemacht wird, war der Anteil der Betriebe mit schlechter Ertragslage so hoch: Das sind 49% der befragten Betriebe (November 2019: 15%). 51% meldeten eine trotz Corona-Krise gute bzw. befriedigenden Ertragslage. Doch 44% der Betriebe gehen davon aus, dass sich die Ertragslage in den nächsten sechs Monaten nicht bessert. Über sechs Monate hinausgehend steigen die Erwartungen etwas: Nur mehr 29% der Betriebe glauben, dass die Lage schlecht bleibt, aber 71% gehen von einer guten bzw. befriedigenden Ertragslage aus.
  • Einer der wenigen Indikatoren, die man als positiv betrachten kann, ist die Personalfrage in den Unternehmen. Zwar ist schon jetzt die Arbeitslosigkeit hoch und dürften die Antworten auf die Frage durch die Kurzarbeit verzerrt sein, dennoch zeichnet sich daraus abgeleitet keine weitere massive Verschärfung der Arbeitsmarktlage ab, vorausgesetzt, die Probleme in der Wirtschaft werden  nicht noch größer. 70% der Betriebe gehen für die nächsten sechs Monate von einem etwa gleichen Personalstand aus (November 2019: 67%), 13% wollen eher noch zusätzlich Personal aufnehmen (Nov. 2019: 25%). Nur für 17% zeichnet sich aber ein eher sinkender Personalstand ab (2009: 9%).
  • Über eher zu wenig Personal klagen übrigens auch derzeit noch 16% der Unternehmen. Dieser Wert wurde zuletzt im Mai 2015 unterschritten. Seitdem hat sich laut Zeitreihe der WKS-Konjunkturanalyse analog zum Aufschwung der vergangenen Jahre ein massiver Fachkräftebedarf entwickelt, mit einem Anteil von Unternehmen mit zu wenig Personal bis 32% im November 2019. Mit Normalisierung der Konjunktur könnte dieser Wert bald wieder erreicht werden und das Wachstumspotential in Salzburg bremsen.

Somit lässt sich zusammenfassen: Betrieben mit massiven Problemen (Auftragslage, Auftragseingänge, Ertragslage, Auslastung) stehen Unternehmen mit relativ zufriedenstellender Lage gegenüber, generell aber ist die Stimmung gedämpft und die weiteren Aussichten werden nicht gerade als rosig bezeichnet. 

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