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Ein Vorzeigeunternehmer mit Weitblick und Mut

Der neue Präsident der WK Salzburg hat den Aluminiumspezialisten Alumero zu einem innovativen und international tätigen mittelständischen Unternehmen gemacht. Trotz aller Erfolge ist Manfred Rosenstatter aber immer am Boden geblieben.

Manfred Rosenstatter in seinem Büro im Headquarter der Alumero-Gruppe in ­Seeham.
© Foto: WKS/Probst Manfred Rosenstatter in seinem Büro im Headquarter der Alumero-Gruppe in ­Seeham.

Manfred Rosenstatter ist so etwas wie die Verkörperung des Slogans "Karriere mit Lehre". Der Sohn einer Seehamer Gastwirtsfamilie absolvierte bei der Firma Carl Steiner eine Lehre zum Groß- und Einzelhandelskaufmann. Dort hatte er nach wenigen Wochen ein prägendes Erlebnis. "Eine ältere Dame wollte eine Vorhangstange in einer bestimmten Länge kaufen. Ich habe ihr den Wunsch erfüllt und die Stange mit einer Säge gekürzt“, erzählt Rosenstatter.

Sein damaliger Chef ist davon zunächst nicht begeistert, zwei Tage später entschuldigt er sich aber. "Ab diesem Zeitpunkt hatten wir eine eigene Serviceabteilung, in der auch Zuschnitte angeboten wurden. Dieses Eingehen auf die Bedürfnisse der Kunden und des Marktes wurde später ein wichtiger Teil des Erfolgsmodells für mein eigenes Unternehmen.“

Manfred Rosenstatter mit den ersten Mitarbeitern in einem angemieteten Büro in Obertrum.
© privat Der stolze Jungunternehmer mit den ersten Mitarbeitern in einem angemieteten Büro in Obertrum.

Nach Abschluss der Lehre geht es für Rosenstatter beruflich steil bergauf. Er wird zunächst Verkaufsleiter bei der Alu-West GmbH, im November 1991 gründet er mit nur 23 Jahren Alumero. 1995 küren ihn das Land und die WKS zu "Salzburgs bestem Jungunternehmer“. "Das Unternehmertum kann man nicht lernen, man muss es im Blut haben“, meint Rosenstatter. "Der Drang, mich selbstständig zu machen, war schon früh so stark, dass ich gar nicht anders konnte, als Unternehmer zu werden.“

Firmensitz von Alumero ist zunächst das Wohnzimmer von Rosenstatters Eltern, für den ersten Bankkredit bürgt sein Vater. "Die ursprüngliche Geschäftsidee war es, den Kunden mein Wissen über den Werkstoff Aluminium zur Verfügung zu stellen und mit diesem Know-how Produkte zu verkaufen“, erzählt Rosenstatter.
In den ersten Jahren funktioniert diese Strategie gut. Der Erfolgslauf gerät nur durch die Insolvenz eines Kunden vorübergehend in Gefahr. "Damals hatte ich Glück, dass meine Vision von der Selbstständigkeit nicht schon nach knapp zwei Jahren ein Ende fand“, erinnert sich der Unternehmer.

Die Krise als Chance

In den 2000er-Jahren setzt in weiten Teilen der Wirtschaft ein tiefgreifender Wandel ein, der auch vor der Metallbranche nicht Halt macht. "Wir mussten feststellen, dass unsere Dienste aufgrund der fortschreitenden Technologisierung und Digitalisierung immer weniger gebraucht wurden.“ Rosenstatter entschließt sich zu einem Kurswechsel. "Wir wussten, dass wir unseren Kunden mehr Wertschöpfung bieten müssen. Das geht nur, indem man ein Gesamtpaket vom Know-how über die Entwicklung des Produkts bis zur fertigen Komponente ausarbeitet.“

Der Unternehmer setzt auf Eigenverantwortung und legt Wert auf die Meinung seiner Mitarbeiter.
© WKS/Probst Teamsitzung: Der Unternehmer setzt auf Eigenverantwortung und legt Wert auf die Meinung seiner Mitarbeiter.

Das neue Geschäftsmodell erweist sich als goldrichtig. Die Alumero-Gruppe wächst rasant und verfügt heute über Produktionsstätten in den Niederlanden, Polen und Slowenien. Mit 300 Mitarbeitern wurde zuletzt ein Umsatz von mehr als 56 Mill. € erwirtschaftet. "Wir sind in der Lage, die gesamte Wertschöpfung innerhalb der Gruppe abzubilden. Das können nur sehr wenige“, erklärt Rosenstatter. Alumero sei innovativ, marktorientiert und reagiere sehr rasch auf Kundenwünsche.

Locker und respektvoll

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor seien auch die aktuell rund 300 Mitarbeiter. "Mir ist die Eigenverantwortung sehr wichtig. Wir haben kleine Teams, die für bestimmte Aufgaben verantwortlich sind.“ Rosenstatter setzt auf eine partnerschaftliche Führung und flache Hierarchien, die Mitarbeiter im Alumero-Headquarter in Seeham sind mit dem Chef per Du. "Bei und herrscht ein sehr lockerer, aber respektvoller und freundlicher Umgangston. Das ist meiner Ansicht nach der beste Führungsstil, den man haben kann.“

Partnerschaftlicher Führungsstil: Die Belegschaft in Seeham  ist mit dem Chef per Du.
© WKS/Probst Partnerschaftlicher Führungsstil: Die Belegschaft in Seeham ist mit dem Chef per Du.

Rosenstatter sieht sich selbst als offen, dynamisch, agil, modern und innovativ. "Die Familie und meine positive Lebenseinstellung sind für mich die wichtigsten Quellen der Kraft“, sagt der 50-Jährige, der vor allem sportliche Hobbys pflegt. "Manfred ist ein Mensch mit einer großen Portion Mut und Selbstvertrauen. Als Unternehmer ist er in ständiger Bewegung, ehrgeizig, lernbereit, fleißig und immer konzentriert. Er ist aber auch ein Familien- und Genussmensch mit Bodenhaftung, der gutes Essen, guten Wein, Tennis und Golf liebt“, meint Rosenstatters ältester Bruder Hermann, der das Seehamer Bio-Hotel Schießentobel führt. Eine Mischung aus liebenswürdigem Charme, Durchsetzungsvermögen und Ausdauer zeichne seinen Bruder aus. Der Erfolg von Alumero sei "auf ständige Innovationen, Mut zu Veränderungen und schnelles Handeln zurückzuführen“.

Manfred Rosenstatter mit Gattin Monika sowie den Kindern Helena und David.
© privat Manfred Rosenstatter mit Gattin Monika (rechts) sowie den Kindern Helena und David.

Wirtschafts- und gesellschaftspolitische Themen sind Rosenstatter bereits seit Jahrzehnten ein Anliegen: Von 1998 bis 2009 war er in seiner Heimatgemeinde Seeham Gemeinderat und Obmann des Wirtschaftsbundes. Jetzt hat er sich nach reiflicher Überlegung dazu entschieden, das Amt des Präsidenten der WK Salzburg anzunehmen. "Das ist eine große und herausfordernde Aufgabe. Wenn man die Chance bekommt, etwas zu bewegen, sollte man sie nutzen und seinen Beitrag leisten“, meint Rosenstatter.

Für seine neue Funktion als WKS-Präsident hat sich der Unternehmer einen "Future-Fitness-Dialog“ auferlegt, der aus fünf Säulen besteht: Stärkung des Mittelstandes, wirkungsorientierte Interessenpolitik, Bildung und Fachkräfteausbildung, Stärkung der Regionen sowie die Positionierung der Wirtschaftskammer als leistungsstarke und nutzenstiftende Institution.

Besonders am Herzen liegen Rosenstatter der Bürokratieabbau und die Beseitigung des Fachkräftemangels. "In Zukunft wird sich der Markt dort abspielen, wo die innovativsten und gescheitesten Leute sind und nicht dort, wo es die billigsten Arbeitskräfte gibt. Deshalb müssen wir, um wettbewerbsfähig zu bleiben, schon heute die Fachkräfte von morgen ausbilden.“

Offen und innovativ

Die Wirtschaftskammer sieht der neue Präsident "als offene, innovative Plattform für junge Gründer ebenso wie für etablierte Unternehmen, die viel für den Standort bewegen und den Wandel aktiv mitgestalten kann“. Dem Wirtschaftsstandort stellt er ein gutes Zeugnis aus: "Die Salzburger Wirtschaft ist mit Tourismus-, Dienstleistungs- und Industriebetrieben, aber auch großen Händlern sehr vielfältig. Die Unternehmer sind selbstbewusst und haben eine sehr positive Grundeinstellung. Das gefällt mir besonders gut.“ Für die Herausforderungen der Zukunft sei Salzburg deshalb gut gerüstet. "Im Tourismus sind wir jetzt schon eine Marke. Vielleicht werden wir in zehn bis 15 Jahren als Land der Start-ups und Hightech-Unternehmen gesehen“, formuliert Rosenstatter seine Vision für den Wirtschaftsstandort Salzburg. 


Drei Fragen an Manfred Rosenstatter

Wo schöpfen Sie Kraft für Ihre Aufgaben?

Bei meiner Gattin Monika und meinen Kindern Helena und David. Eine wichtige Kraftquelle ist auch meine positive Lebenseinstellung. Außerdem muss man sich natürlich körperlich fit halten. Deshalb versuche ich, mir Zeit für meine Hobbys Golf, Tennis und Mountainbiken zu nehmen.

Was wünschen Sie sich für die kommende Generation?

Den Mut, selbstbewusst und engagiert aufzutreten und den Weitblick für die nächste Generation zu haben.

Wann sind Sie zufrieden?

Für mich ist es kein Beinbruch, wenn ich nicht jedes Ziel sofort erreiche. Wichtig ist, dass die Dinge in den richtigen Bahnen laufen. Man kann auch mit 90% absolut zufrieden sein, es müssen nicht immer 100% sein.


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