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Totgesagte leben länger

Schallplatten haben in den vergangenen Jahren ein Comeback gefeiert. Von den steigenden Verkaufszahlen des Nischenprodukts profitieren auch einige Salzburger Geschäfte.

Der Musikladen ist seit Jahrzehnten eine Institution für Salzburger Plattenkäufer. Im Bild Geschäftsführer Nicolas Lachmayer und Verkäufer Peter Kreyci.
© WKS/Millinger Der Musikladen ist seit Jahrzehnten eine Institution für Salzburger Plattenkäufer. Im Bild Geschäftsführer Nicolas Lachmayer (rechts) und Verkäufer Peter Kreyci.

In den 1980er-Jahren begann der scheinbar unaufhaltsame Siegeszug der CD. Gleichzeitig prophezeiten Experten der Vinyl-Schallplatte ein baldiges Ende. Heute kann davon keine Rede mehr sein: Von Jänner bis Juni 2020 gaben etwa die amerikanischen Musikfans erstmals seit 1986 wieder mehr Geld für Schallplatten als für CDs aus.  

In Österreich erreichten die Vinyl-Umsätze im Vorjahr 7,8 Mill. €. Sie haben sich seit 2011 verachtfacht, der Marktanteil der Schallplatte liegt aktuell bei 5%. "Vor einigen Jahren hat ein Boom eingesetzt, der unserem Geschäft sehr hilft“, bestätigt auch Nicolas Lachmayer, der seit 17 Jahren den Musikladen in der Linzer Gasse in Salzburg führt. "Was den Umsatz betrifft, sind Schallplatten für uns mittlerweile wichtiger als CDs. Die Verkaufszahlen sind jedes Jahr um mindestens 10% gestiegen und haben sich jetzt auf hohem Niveau eingependelt.“ 

Mitte der 2000er-Jahre sah alles noch ganz anders aus. "Damals hatten wir bis auf ein kleines Vinyl-Fach nur mehr CDs. Es war sehr schwierig, Platten zu bekommen, weil im Pop, Rock und Jazz kaum mehr welche produziert wurden“, erinnert sich Musikladen-Verkäufer Peter Kreyci. 

Vom reinen Tonträgerverkauf könne man aber auch heute nur schwer leben. "Vor acht Jahren haben wir angefangen, uns zusätzlich auf Plattenspieler, Verstärker und Lautsprecherboxen zu spezialisieren. Heute machen die HiFi-Geräte mindestens ein Drittel des Umsatzes aus.“ 

Schallplatten werden im Musikladen übrigens nicht nur von älteren Musikfans gekauft. "Wir haben viele Kunden unter 30, die einen Streamingdienst abonniert haben, aber zu Hause Platten auflegen“, berichten Lachmayer und Kreyci. "Der Vinyl-Hype ist ein bisschen eine Lifestyle-Geschichte, auf die auch junge Leute aufspringen. Das stimmt uns optimistisch für die Zukunft.“ 

Vinylkauf ist keine Frage des Alters

Bei Minerva Records sind die jungen Plattenkäufer sogar in der Mehrheit. "Die meisten unserer Kunden sind zwischen 20 und 35 Jahre alt“, sagt Jürgen Vonbank, der das Geschäft in der Schallmooser Hauptstraße vor vier Jahren eröffnet hat. Vinyl bekommt oft ein Retro-Image verpasst, das aus unserer Sicht nichts mit der Realität zu tun hat.“

Minerva Records ist auf elektronische Musik spezialisiert und führt fast ausschließlich Schallplatten. "Vinyl war nie ganz weg. Im DJ- und Hip-Hop- sowie im elektronischen Bereich wurden relativ konstant Platten produziert. Das hat die Presswerke und damit die ganze Branche am Leben erhalten“, erklärt Vonbank. "In den letzten Jahren sind auch die großen Labels aufgesprungen, weil sie gesehen haben, dass es wieder etwas zu verdienen gibt.“  

Jürgen Vonbank betreibt seit vier Jahren das Schallplattengeschäft Minerva Records in der Stadt Salzburg.
© WKS/Millinger Jürgen Vonbank betreibt seit vier Jahren das Schallplattengeschäft Minerva Records in der Stadt Salzburg.

Die Schallplatte bleibe aber trotz der steigenden Verkaufszahlen ein Nischenprodukt. "In der elektronischen Musik werden viele Tonträger in kleinen Auflagen oder in spezieller Aufmachung nur auf Vinyl veröffentlicht. Da können wir uns als kleines Geschäft von den Online-Giganten abheben, die solche Platten nicht im Sortiment haben“, sagt Vonbank. 

Ein Plattenladen sei aber nur schwer gewinnbringend zu führen. Es gehe vor allem darum, einen Platz in der lokalen Szene zu finden. "Die ersten drei Jahre waren für uns sehr hart“, meint der gebürtige Vorarlberger. „Im Verlauf der Corona-Krise haben wir aber gemerkt, dass unsere Kundenbasis breiter geworden ist. Darum ist jetzt alles ein bisschen entspannter“, so Vonbank, der sein Geschäft auch als sozialen Treffpunkt versteht.

Fakten

  • Streamingdienste be­herrschen sowohl den weltweiten als auch den ­heimischen Musikmarkt. 2019 setzten Spotify, Apple Music und Co. in Österreich knapp 69 Mill. € um.
  • Der Umsatz aus CD-Verkäufen, der 2011 noch mehr als 120 Mill. € erreicht hatte, betrug nur mehr 39,4 Mill. €.
  • Der Abstand zur Vinyl-Schallplatte, die einen Jahresumsatz von 7,8 Mill. € verzeichnete, wird seit Jahren kleiner. 


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