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Noch kaum Wolken am Salzburger Konjunkturhimmel

Salzburgs Wirtschaft befindet sich noch immer im konjunkturellen Höhenflug. Das zeigt die jüngste Konjunkturumfrage der WKS unter 643 Unternehmen vom Frühjahr 2018. Erst für 2019 machen sich leichte Abschwächungstendenzen bemerkbar.

Die aktuelle Konjunkturumfrage der WKS zeigt deutlich: Es läuft noch gut! Noch ist der Konjunkturhimmel über Salzburg kaum getrübt.
© Fotolia Die aktuelle Konjunkturumfrage der WKS zeigt deutlich: Es läuft noch gut! Noch ist der Konjunkturhimmel über Salzburg kaum getrübt.

Brexit, mögliche Handelskriege, steigende Rohstoffpreise, aufgekündigte internationale Verträge (Iran) – die politische Welt ist Ende 2017 und im Frühjahr 2018 nicht übersichtlicher geworden. Das zeitigt nun nach Ansicht der Konjunkturexperten der WKS auch hierzulande bereits erste – wenngleich noch leichte – Auswirkungen. Die Stimmungslage unter Salzburgs Unternehmern ist noch sehr positiv, auf längere Sicht aber von leichter beginnender Unsicherheit geprägt. Das deckt sich auch mit den Prognosen der großen Institute wie WIFO und IHS, die von einer Konjunkturspitze in der zweiten Hälfte des Jahres 2017 sprechen. Fazit: Die internationale Unsicherheit wächst – womit auch der Optimismus unter Salzburgs Unternehmen nicht mehr ganz so ausgeprägt ist.

„Die Konjunktur ist kein Selbstläufer“, erklärt dazu WKS-Präsident Konrad Steindl. „Noch läuft der Wirtschaftsmotor rund – das ergibt ein wichtiges Zeitfenster für Reformen. Jetzt müssen wir die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft weiter stärken“, drängt der Salzburger WKS-Präsident auf die nächsten Schritte. „Es ist schon einiges Positives geschaffen worden, aber nun muss der Bürokratieabbau forciert werden, wir brauchen flexible Arbeitszeiten, die Steuer- und Abgabenlast ist nach wie vor zu hoch. Und wir müssen uns verstärkt der Digitalisierung durch gezielte Investitionen ins Bildungssystem stellen.“ Damit könne man die internationalen Unsicherheiten zumindest ansatzweise abfedern. 

Ein wenig senkt sich der Saldo aus negativen und positiven Antworten zur Geschäftslage wieder nach unten.
© Quelle: market Ein wenig senkt sich der Saldo aus negativen und positiven Antworten zur Geschäftslage wieder nach unten.

Konjunktur trägt heuer noch gut

Dennoch ziehen zu Beginn des Sommers 2018 in Salzburg noch kaum Wolken am Konjunkturhimmel auf. Die Verunsicherung zeigt sich zumindest heuer erst in Spurenelementen.

  • Derzeitige Geschäftslage: Noch immer bewerten Salzburgs Unternehmen die derzeitige Geschäftslage weit überwiegend als gut oder zufriedenstellend. Bezeichneten jedoch die derzeitige Geschäftslage im Herbst 2017 noch 50% als „gut“, so sind das im Frühjahr 2018 nur mehr 45%. Zufrieden mit der derzeitigen Geschäftslage sind derzeit 45%. Betrachtet man die einzelnen Branchen, so beurteilen die Industrie, Gewerbe und Handwerk sowie die Mitglieder der Sparte Information und Consulting die aktuelle Lage am besten. 
  • Erwartungen für heuer (Geschäftslage in sechs Monaten): Mit dem Jahr 2018 verbinden sich dennoch noch sehr gute Erwartungen. Man geht davon aus, dass die Konjunktur zumindest heuer noch weiter gut trägt. Dass es heuer noch mal „gut“ wird, glauben immerhin 44% (Herbst 2017: 46%). Nur 6,4% meinen, es würde schlechter (6,6% im Herbst 2017).
  • Etwas vorsichtigerer Blick in die weitere Zukunft: Was die erwartete Geschäftslage der nächsten Jahre betrifft, senkt sich der positive Saldo aus guten und wenigen guten Erwartungen wieder ein wenig. Hier rechnen 32% mit einem „eher besser“ (Herbst 2017: 36%) und 60% (55%) mit einer gleichbleibenden Tendenz. Dies ist angesichts des hohen Niveaus der Wirtschaftslage kein wirklich schlechter Befund. Langfristig rechnen die meisten Unternehmen mit einer befriedigenden bis guten Geschäftslage. Im Handel und der Industrie ist die Stimmung dabei am besten. Hier geben 34% der Sparte Handel und 44% in der Industrie an, mit einer verbesserten Geschäftslage über die nächsten sechs Monate hinaus zu rechnen. 
Zwar noch deutlich über der Null-Linie, aber dennoch mit einem leichten Dämpfer wurde die Frage nach den Aufträgen beantwortet.
© Quelle: market Zwar noch deutlich über der Null-Linie, aber dennoch mit einem leichten Dämpfer wurde die Frage nach den Aufträgen beantwortet.
  • Auftragsstand und Auftragserwartung: Weniger positiv als noch in den vergangenen Jahren wurden diesmal die Fragen zu Auftragsstand und Auftragserwartung beantwortet. In beiden Bereichen senkte sich der Saldo aus positiven und negativen Antworten wieder etwas. Der Auftragsstand derzeit wird leicht schlechter beurteilt, ebenso auch die Erwartungen bei den Aufträgen in den nächsten sechs Monaten. Dennoch sprechen nur mehr 10% von Auftragsrückgängen. Das taten im Herbst 2017 noch 14%, im Frühjahr 2017 noch 19%.
  • Kaum schlechte Auslastung. Nur wenig verändert stellt sich die Auslastungssituation (Maschinen, Fuhrparks, Verkaufsflächen, Gästebetten etc.) dar: Als „optimal“ bezeichneten im heurigen Frühjahr 36,6% der Betriebe die Auslastung, nach 40,4% im Herbst 2017. Über 43% sprechen von einer zufriedenstellenden Auslastung. Von Vollauslastung bzw. fehlenden Kapazitäten berichten 13,3% (10,3% im Herbst 2017). Der Anteil der schlecht ausgelasteten Betriebe ist von 6% auf 6,5% gestiegen.

Fast 30% der Firmen haben zu wenig Personal

  • Preisdruck leicht gesenkt. Nach 30% im Herbst geben nun 18% der befragten Unternehmen an, ihre Verkaufspreise erhöhen zu müssen. Auch bei Material- und Wareneinsatz rechnen 43% damit, dass die Kosten steigen werden.
  • Ertragslage. Alle drei Salden aus positiven und negativen Antworten sind bei der derzeitigen Ertragslage, bei der Ertragsentwicklung in den nächsten sechs Monaten und bei der Einschätzung der längerfristigen Tendenz im Frühjahr 2018 nahezu auf dem erreichten Niveau vom Herbst 2017 geblieben. Die Werte, die vor der Finanzkrise erreicht wurden, sind in diesem Bereich allerdings noch immer außer Reichweite.
  • Beschäftigte: Nicht verbessert hat sich die Situation der Betriebe auf der Personalseite. 29% der Unternehmer – vor einem Jahr war dieser Wert bei 25% – sagen, dass sie zu wenig Personal haben. Mehr Personal wollen oder können nur 21,7% der Betriebe einstellen. Nach wie vor liegt der Hauptgrund dabei in den hohen Lohnnebenkosten und im Mangel an geeigneten Mitarbeitern. Von zu viel Personal berichten nur 4,1% der Betriebe. Fast 71% wollen den Personalstand halten.

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