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Lehre: Weltweit geschätzt, aber zuhause unter Druck

Lehrabsolventen sind mit ihrer Berufswahl sehr zufrieden. Sie finden sich in allen Ebenen der Wirtschaft, Dennoch kämpft die Lehre um ihre Position im Bildungsmix, ergab eine Studie des "ibw". 

Die duale Ausbildung sorgt für niedrige Jugendarbeitslosigkeit
© WKO Bilderpool Die duale Ausbildung ist nach wie vor die wichtigste Quelle für Fachkräfte in vielen Branchen. Dazu kommt: Wo die Lehre stark ist, ist die Arbeitslosigkeit gering.

„Wir verzeichnen eine weltweite Renaissance der Lehrlingsausbildung. Selbst die OECD, die bis dato stark auf die Akademisierung gesetzt hat, rudert zurück“, erklärt Dr. Thomas Mayr, Leiter des Institus für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw). Er präsentierte kürzlich in Salzburg die ersten Ergebnisse einer Studie im Auftrag der WKS, der es darum ging, Ausblicke und Hinweise für weitere Entwicklungsmöglichkeiten der Lehre zu finden.

„Die duale Ausbildung hat sich als internationales Vorzeigemodell etabliert“, betont Mayr. Denn Fachkräftemangel ist kein Phänomen, dass nur Österreich alleine betrifft. Das gängige Bildungsmodell „College for all“ hat zwar für hohe Akademikerraten in den Ländern der EU geführt, konnte aber in manchen Ländern nicht exorbitant hohe Arbeitslosenraten unter Jugendlichen verhindern – und auch nicht den Fachkräftemangel eindämmen.  Länder hingegen, die eine duale Ausbildung kennen, verzeichnen durch die Bank wesentlich niedrigere Jugendarbeitslosigkeit. So wurde es nun sogar Ziel in allen EU-Staaten, das „work based learning“ zu forcieren und die duale Berufsbildung einzuführen.

Lehrabsolventen mit Lehre zufrieden 

Denn für die Lehre spricht viel, vor allen aus den Augen der Lehrlinge bzw. Lehrabsolventen, wie das ibw erhoben hat:

  • Die große Mehrheit ist sehr zufrieden: 76% der österreichischen Lehrabsolventen sind mit ihrer Ausbildung im Betrieb zufrieden, in Salzburg sind es sogar 82%.
  • Ähnliche hohe Werte ergeben sich bei der Beurteilung der Ausbildung in der Berufsschule: 87% sind hier österreichweit sehr zufrieden und eher zufrieden, in Salzburg 88%.
  • Offensichtlich funktioniert die Berufsinformation, insbesondere in Salzburg. Denn 90% der jungen Berufsprofis sind in Österreich, einige Zeit nach Abschluss der Lehre befragt, mit ihrem Beruf sehr und eher zufrieden. In Salzburg sind dies 91%, wobei sogar 64% „sehr zufrieden“ sind.
  • Vergleichen sich die ausgelernten Fachkräfte mit Absolventen von weiterführenden Schulen, so zeigen die früheren Lehrlinge durchaus Selbstbewußtsein: Sie gehen zu 44% davon aus, dass sie leichter einen Arbeitsplatz finden. 43% glauben, dass sie zumindest ebenso leicht einen Job finden wie Schulabsolventen. 52% nehmen an, dass sie das Erlernte besser im privaten Bereich anwerden können. Ebenso meinen 43%, dass ihre Arbeit mehr Sinn macht.
  • Tatsächlich liegen die Lehrabsolventen, was das Job-Angebot betrifft, richtig. Eine Auswertung der Stellenangebote in Printmedien und AMS durch das ibw für das jahr 2015 zeigt, das Fachkräfte mit Lehre und Meister am häufigsten gesucht wurden (Print 13.810, AMS: 16.284). Besonders nachgefragt waren (und sind), was nicht überrachend ist, nahezu alle technischen Fachberufe. Im Vergleich dazu liegen Universtitätsabsolventen mit 1.038 Stellenanzeigen und 1.100 AMS-Suchaufträgen ziemlich abgeschlagen.
Hohe Zufriedenheit mit der Lehre

Lehrabsolventen auf allen Ebenen zu finden

  • Dass man es mit der Lehre in alle mittleren, aber auch höheren Berufsgruppen schaffen kann, zeigt eine Detailauswertung des ibw für Salzburg mit bemerkenswertem Ergebnis: so finden sich unter den Führungskräften immerhin 32,8% an Spitzenmanagern, die ihre Karriere mit einem Lehrabschluss starteten. Sie nehmen damit einen fast so hohen Anteil ein wie Hochschulabsolventen, die 36% der Führungskräfte sind. Absolventen von berufsbildenden Schulen kamen auf einen Führungskräfteanteil von 12,3%, AHS-Absolventen auf einen Anteil von 1,6%.
  • In den akademischen Berufen schaffen die Lehrabsolventen zwar nur einen Anteil von 6,2%, auf der Stufe von Technikern oder gleichrangigen nicht-technischen Berufen steigt der Lehrabsolventen-Anteil wieder auf 28,1% und im Bereich der Fachkräfte, Handwerksberufe, Bürokräfte etc. auf 56,1%. 
  • Was den Verdienst betrifft, zeichnet sich jedoch eine weniger selbstbewußte  Einschätzung der Lehrabsolventen ab: 44% der Lehrabsolventen meinen, sie bekommen vergleichsweiter weniger als  Schulabsolventen. Und 32% sind der Überzeugung, das Ansehen von Fachkräften gelte in der Gesellschaft weniger als jenes von Schülern. 48% gehen davon aus, dass hier zumindest Gleichstand herrscht. Nur 20% der Lehrlinge glauben, die Gesellschaft bewerte die Lehre besser als die Schule.

Gefahr: duale Ausbildung wird zur Restgröße

Keine unrealistische Einschätzung, trotz vielfältigster Bemühungen für einen Imagewechsel der Lehre. Denn während die Lehre im Ausland Karriere macht, droht ihr zuhause die „Marginalisierung“, wie Bildungsforscher Thomas Mayer erläuert. Hier nehmen zwei Tendenzen die duale Ausbildung in die Zange. Zum einen die nach wie vor gepflogene bildungspolitische Bevorzugung von Matura und Hochschule, zum anderen die Demografie. Es brauche aber einen gesunden Mix aus Berufsausbildung und  Hochschulausbildung, keine Bevorzugung, hält der Experte fest. Hier sei „Österreich nicht am richtigen Pfad“, kritisiert Mayr.

Während die AHS und BHS Schüler größere Anteile eines Jahrganges abschöpfen, hat die duale Ausbildung überproportional abgenommen, auch in Salzburg. Lehrlingszahlen und Lehrbetriebe sind in Salzburg seit 2009 um 20% bzw. 17% gesunken. Auch wenn nun wie 2016 die Zahl der Lehranfänger wieder steigt, bleibt die Demografie eine enorme Herausforderung, denn die jeweiligen Jahrgänge werden tendenziell weiter sinken, präzisiert Mayr. Damit entsteht ein massives strukturelles Problem, da die duale Ausbildung eine der Stützen des Wirtschaftsstandortes darstellt und eine weitere unspezifische Akademisierung die Gefahr eines „skills mismatch“ erzeugt. Auf den Punkt gebracht: Was nützen mehr Soziologen, wenn die Wirtschaft händeringend Elektroniker, Schlosser, Werkzeugmacher, Metallbearbeiter und Bäcker benötigt – mittlerweile allesamt „Mangelberufe“! 

Siehe dazu auch den "Kommentar" und das Interview mit dem WKS-Lehrlingsexperten Mag. Rudolf Eidenhammer.

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