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Unterwegs in dritter Mission

Die Universität soll noch mehr Faktor für Region, Gesellschaft und Wirtschaft werden − und verstärkt Impulse für den Standort und die Start-up-Szene liefern, erklärt der neue Rektor der Universität Salzburg, Hendrik Lehnert, im EntrepreNews- Interview.

Rektor Hendrik Lehnert im EntrepreNews-Interview.
© WKS/Hechenberger Prof. Hendrik Lehnert, Rektor der Universität Salzburg im EntrepreNews-Interview.

Herr Professor Lehnert, Sie haben kürzlich Ihr Amt als Rektor der Universität Salzburg angenommen. Wie sehen Sie denn die künftige Rolle der Universität als Impulsgeber im Wirtschafts- und Forschungsstandort Salzburg?

Ich sehe die Rolle der Universität in einem sehr engen Gefüge mit Stadt und Land, aber auch im Kontext mit den anderen Universitäten, im Rahmen der Salzburger Hochschulkonferenz beispielsweise. Als sehr gut aufgestellte und forschungsstarke Universität sind wir in der Lage, viele Impulse für das Land zu geben. Das betrifft naheliegende Bereiche wie Informatik oder Wirtschaftswissenschaften, aber auch die anderen Bereiche aus den Geisteswissenschaften, aus den Kultur- und Gesellschaftswissenschaften, aus der Juridischen Fakultät, die eben auch zu den brennenden Fragestellungen der Gesellschaft Stellung nehmen können.

Werden Sie aktiv in dieser Rolle auf die verschiedenen Disziplinen einwirken, nach dem Motto „Macht euch bemerkbar, gebt Antworten für diese brennenden Fragen“? 

Ja, ich sehe meine Rolle im Wesentlichen auch als Moderator. Zum einen innerhalb der Universität, um die unterschiedlichen Disziplinen zusammenzubringen und Gemeinsamkeiten zu finden. Ich verstehe mich aber auch als Brückenbildner zwischen der Universität und der Region.
Prof. Hendrik Lehnert, Rektor der Uni Salzburg

 Wir sprechen ja heute von der sogenannten „dritten Mission“ einer Universität: Neben Forschung und Lehre geht es bei dieser dritten Mission um das Hineinwirken in die Gesellschaft − und um das Aufnehmen von Impulsen, Meinungen, Anschauungen aus der Gesellschaft, um eine gemeinsame Plattform zu finden. Die Umsetzung dieser dritten Mission sehe ich im ganzen Salzburger Land als eine sehr spannende Aufgabe. Mit sehr großer Erfolgsaussicht übrigens, das zeigen mir alle Begegnungen, die ich in den letzten Wochen hatte.

Universität  sichtbarer positionieren

Wird es neue Veranstaltungsformen, neue Vermittlungsformen von Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft der Universität geben?

Ja, die wird es ganz sicher geben. Ich glaube, dass ich, was neue Formate und die Kommunikation untereinander angeht, sehr viele Erfahrungen an meinem bisherigen Standort gesammelt habe. Um ein Beispiel zu nennen: Dort habe ich eine Veranstaltungsreihe zwischen der Industrie- und Handelskammer und zwischen den Universitäten initiiert, die Salongespräche, in denen wir uns brennenden Themen in Wirtschaft und Wissenschaft gewidmet haben und diese immer gemeinsam von beiden Seiten beleuchtet haben. Und solche Formate wird es hier auch ganz sicher geben. Wir werden sicher alles versuchen, um Salzburg auch wissenschaftspolitisch noch viel besser, noch viel sichtbarer als bisher zu positionieren.

Da scheint es jetzt doch auch bei den anderen Hochschulen einen neuen Geist der Offenheit zu geben. Die alten Mauern dürften abgebaut sein. Sie kommen gerade in einer Phase nach Salzburg, in der deutlich mehr Zusammenarbeit möglich ist. Teilen Sie diesen Eindruck?

Ich teile den Eindruck, dass hier etwas möglich ist, und diesen Eindruck hatte ich auch schon vor meinem Amtsantritt. Das hat mich sehr bestärkt, hierherzukommen und mit diesem wirklich sehr offenen Geist der Kooperation weiterzumachen. Denn was wir wirklich brauchen hier, ist die Öffnung der Universität. Wir werden innerhalb der Universität alles dafür tun, dass wir interdisziplinär zusammenarbeiten. Ich halte gar nichts davon, dass Disziplinen nebeneinander bestehen. Um Beispiele zu nennen: Ansätze in der Informatik etwa, der Computerwissenschaft, die wären kaum denkbar ohne auch wirklich ausreichenden Input aus anderen Fächern, aus der Philosophie beispielsweise, oder Psychologie oder auch aus der Juridischen Fakultät. Das wird sich in der Forschung zeigen, das wird sich auch in der Lehre zeigen, wo wir zunehmend Crossover-Studiengänge etablieren, die sehr gut angenommen werden. Mögliche Crossover-Studiengängen sind etwa unsere Angebote im Bereich Politik, Philosophie und Ökonomie oder auch Digitalisierung, Innovation und Gesellschaft. Das sind spannende Themen und sie eröffnen auch den Studienabsolventen viel mehr Möglichkeiten als zuvor.

Ein Ansatz, wie die Universität mit der Gesellschaft, mit der Wirtschaft kommunizieren kann, wäre doch auch, dass aus der Universität heraus neue Start-ups gegründet werden. In Salzburg gibt es schon eine sehr gut wachsende Start-up-Szene, wird sich die Universität Salzburg hier noch verstärkt einbringen?

Wird sie ganz sicher. Zum einen sind wir, was die Weiterentwicklung auch unseres Standorts Science City Itzling angeht, auch in sehr engen Gesprächen mit Stadt und Land und dort wird auch die Start-up-Szene eine ganz große Rolle spielen. Wir wollen aber auch unsere Absolventen ermutigen und motivieren, Firmen zu gründen, und wollen dazu das Handwerkszeug vermitteln. Die jungen Leute zu motivieren, auch selbst unternehmerisch tätig zu sein, ist eine ganz wichtige, nicht nur dem aktuellen Zeitgeist entsprechende Notwendigkeit. Wir halten sie so auch in der Region. Was wir vermeiden wollen, ist, dass die jungen Leute nach einer tollen Ausbildung an unserer Universität sagen, so das war’s, ich geh jetzt in die Start-up-Szene nach Berlin, Wien, München, Tel Aviv oder wo auch immer. Nein, das sollte auch bitte hier am Ort geschehen.  

Die Universität Salzburg ist ein großes Unternehmen, mit 18.000 Studenten und 2.800 Beschäftigten, 33 Studienrichtungen, 40 Standorten. Gibt es ein Identitätsgefühl für die Universität Salzburg? Und wenn nein, was könnte man denn tun?

Das ist eine schwierige Frage. Auch eine Frage, die ich mir häufig selbst gestellt habe oder die wir uns im Rektorat häufig stellen. Ich glaube sicher, ganz sicher, und ich merke das auch, dass es da ein großes Identitätsgefühl gibt mit der Universität. Ich merke aber auf der anderen Seite auch, dass Salzburg noch einen weiten Weg gehen muss, um wirklich Universitätsstadt zu werden. Jeder kennt Salzburg als Festspielstadt und nimmt sie als solche wahr, es ist für mich aber auch ein ganz klares Ziel, aus Salzburg noch viel mehr eine Universitätsstadt zu machen, und das geht nur gemeinsam. 

Die besten Ideen jetzt umsetzen 

Ich darf zum Abschluss eine vielleicht private Frage stellen: Sie sind jetzt 65. Da ist der durchschnittliche Deutsche und Österreicher meistens schon in der Pension. Halten Sie es wie Udo Jürgens, der sinngemäß gesagt hat: Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an − und man hat Spaß daran?

Ja, solange es geht, kann das Leben immer wieder gerne neu beginnen. Ich glaube tatsächlich, wir – da meine ich auch meine Generation – haben jetzt viel Erfahrung sammeln dürfen. Jetzt ist eigentlich ein toller Zeitpunkt da, aus dem Vollen zu schöpfen und die Erfahrung weiterzugeben. Tatsächlich ist es so, und das nehme ich nicht nur für mich wahr, sondern auch für viele aus meiner Altersgruppe, mit denen ich spreche, dass wir eigentlich die besten Ideen erst jetzt haben, und es wäre ein Jammer, diese nicht umsetzen zu wollen. Also ich freue mich auf viele gute Jahre hier in Salzburg! 

Zur Person

Prof. Dr. Hendrik Lehnert, 1954 in Schweden geboren, studierte in Münster Psychologie und Medizin und forschte am Massachusetts Institute for Technology und der Harvard Medical School
in Boston. Nach der Promotion wurde er Facharzt für Innere Medizin in Mainz, wo er sich auch habilitierte. Die weiteren Karrierestufen: Klinik-
direktor in Magdeburg, Direktor der Medizinischen Klinik des Uniklinikums Schleswig-
Holstein und von 2014 bis 2017 Präsident der Universität Lübeck. Prof. Lehnert wurde am
21. Februar 2019 zum Rektor der Universität Salzburg gewählt. Das Amt trat er am 1. Oktober 2019 an. Lehnert ist bis 30. September 2023 gewählt. 

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