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Glasklar die Kundenwünsche erkennen

Peter Gasperlmair führt gemeinsam mit den Eltern und seiner Schwester die Geschäfte von Glas Gasperlmair in Wagrain. Im Interview spricht er darüber, wie generationenübergreifende Zusammenarbeit funktioniert und was den Erfolg ausmacht.

Peter ­Gasperlmair mit seinem Vater Josef, dem Gründer des Familienunternehmens Glas Gasperlmair.
© Glas Gasperlmair Peter ­Gasperlmair mit seinem Vater Josef, dem Gründer des Familienunternehmens Glas Gasperlmair.

Heuer wurde Ihr Betrieb als bestes Familienunternehmen Salzburgs ausgezeichnet. Sind Auszeichnungen für Sie ein Erfolgsnachweis? 

Ehrlich gesagt, ja. Wir nehmen diese Auszeichnung als Bestätigung für unseren Weg

Sie sind promovierter Jurist. Was hat anno dazumal für ein Jus-Studium gesprochen?

Bereits während meiner Schulzeit habe ich in der Handelsakademie ein Faible für die Juristerei entwickelt. Der Studienplatz in Salzburg war mir auch sehr angenehm. Für meine jetzige Position bringt es klare Vorteile mit sich: Man kann komplexe Sachverhalte gut zusammenführen. Wenn Besprechungen abgleiten, führe ich als Jurist gerne zum Ursprungsthema zurück.

War das schon immer so geplant, dass Sie in das Familienunternehmen ­einsteigen?

Ja. Ich bin schon als Jugendlicher während der Sommermonate immer Einglasen mitgefahren. Damals haben wir noch einen Montagebetrieb betrieben. Das war eine sehr schöne Zeit. Auch das Lkw-Fahren hat mir Spaß gemacht. So habe ich schon früh in das Unternehmen reinschnuppern können.

"Wenn man als Nachfolger startet, sollte man lernbereit sein.“
Peter Gasperlmair

Wie kann die Zusammenarbeit zwischen zwei Familiengenerationen nicht nur funktionieren, sondern erfolgreich sein? 

Ich denke, diese beginnt schon mit dem Eintritt in das Unternehmen. Wenn man als Nachfolger startet, sollte man lernbereit sein. Ein Fehler, den man häufig beobachtet ist, dass man vieles anders machen will, umkrempeln will. Man darf aber nicht vergessen, dass wenn vieles in der Vergangenheit nicht richtiggemacht worden wäre, jetzt nichts da wäre zum Weiterführen. Besser ist es, sich in Ruhe die Bereiche anzuschauen und sich dann jene rauszusuchen, die einem Spaß machen. Am Anfang habe ich meinen Vater noch zu Großkunden begleitet. Nach einiger Zeit ergibt sich aber eine Eigendynamik, dass man gewisse Bereiche selbst übernimmt.

Ihr Vater ist ein Visionär. Welche Visionen haben Sie? 

Ich identifiziere mich stärker mit konkret definierten Zielen als mit Visionen.

Welche Zukunftspläne ­stehen an? 

Wenn wir die Flexibilität beibehalten wollen, dann stoßen wir in Wagrain größenmäßig bald an unsere Grenzen. Mittelfristig denken wir an einen zweiten Standort. Von der Logistik, vom Platzangebot, von den innerbetrieblichen Materialflüssen. Aber auch, um Märkte zu bedienen

Wo soll dieser angesiedelt werden?

Da denken wir an das ostösterreichische Bundesgebiet, an Krems, Tulln oder Wien.

Peter Gasperlmair ist Geschäftsführender Gesellschafter von Glas Gasperlmair. Das Unternehmen setzt jährlich knapp 65 Mill. € um.
© Glas Gasperlmair Peter Gasperlmair ist Geschäftsführender Gesellschafter von Glas Gasperlmair. Das Unternehmen setzt jährlich knapp 65 Mill. € um.

Mit welchen Kriterien ­verbinden Sie Erfolg?

Für mich persönlich bedeutet Erfolg, sich Ziele zu setzen und dann konstruktiv und kontinuierlich daran zu arbeiten und diese zu erreichen. Und wenn man die Ziele erreicht, das ist dann für mich Erfolg.

Was braucht es, um beständig am Erfolgskurs fest­zuhalten?

Dass man sehr nahe am Kunden ist. Dass man auch hört, was die Kunden wollen. Wo geht der Trend hin? Das beginnt bei Glassorten. Wenn man zurückdenkt, vor zehn, fünfzehn Jahren waren blaue Gläser ein Renner. Diese sind mittlerweile zum Ladenhüter verkommen. Damals waren graue und Bronzegläser die Landehüter, die jetzt aktuell am Markt stark nachgefragt werden.
Das heißt, man muss die Beschaffungen nach den Kundenwünschen ausrichten. Ganz wichtig ist für uns diese hohe Produktbreite. Das heißt, jedes Glas, das der Kunde am Bau, bei einem Gebäude benötigen kann, können wir selbst herstellen.

Was ist in der familiären Zusammenarbeit wichtig? 

Vertrauen und eine offene Kommunikation. Dass jeder den anderen informiert, worum es geht und ihn auch vertreten kann, wenn der andere nicht da ist. Alles aus den unterschiedlichsten Bereichen zu wissen aber doch die Aufgabenbereiche klar abzugrenzen. Jeder hat seine Rolle im Unternehmen.

Wie lautet das Erfolgsrezept des Familienunternehmens Gasperlmair? 

Gemeinsam an einen Strang ziehen. Auf Qualität und Produktweite zu setzen. Darüber hinaus genießt ein privates Unternehmen gegenüber Aktienunternehmen sicherlich den Vorteil, den erwirtschafteten Erfolg in die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens investieren zu können, da keine Dividendenansprüche zu erfüllen sind

Zwei Drittel Ihrer Mitarbeiter kommen aus dem Ausland. Wie gestaltet sich die Personalpolitik?

Personalakquise war eigentlich schon immer ein schwierigeres Thema. Wir haben uns vor vier Jahren entschlossen, dem Thema Personalentwicklung, dem „Employer Branding“ und unseren Markenauftritt mehr Augenmerk zu schenken: Im ersten Schritt haben wir unsere Website, die jahrelang statisch und leblos war, neugestaltet. Einerseits im Hinblick auf unsere Kunden aber auch vor dem Hintergrund, als regionaler Arbeitgeber und Lehrbetrieb sichtbarer zu werden und sich attraktiv zu präsentieren. Das Recruiting und Onboarding laufen in meinen Augen sehr professionell. Dazu zählt auch die Unterstützung bei der Unterkunftsvermittlung und ein ausgereiftes Mentoren-System. Wir legen großen Wert auf die Kommunikation im Unternehmen. Deshalb organisieren wir regelmäßig eine interne Sprachausbildung für fremdsprachige Mitarbeiter. Dafür erhalten wir sehr viel positives Feedback und Dankbarkeit, weil sich die Mitarbeiter beim Einkaufen oder Arztbesuch leichter tun

Was hat sich nach Ihrem Eintritt ins Unternehmen geändert?

Als ich 1997 im Unternehmen begonnen habe, haben wir geschätzt 9 Mill. € Umsatz mit 70 Mitarbeitern erwirtschaftet. Das hat sich jetzt stetig entwickelt. Heute beschäftigen wir 440 Mitarbeiter und machen einen Jahresumsatz von 64 Mill. €. In meinen Anfangsjahren habe ich alle Abläufe analysiert und beobachtet. Nach dem Wegfall eines Großkunden haben wir uns breiter aufgestellt, Investitionen in neue Produkte getätigt und eine kompetente Vertriebsmannschaft aufgebaut.

Wie lautet Ihr ­Erfolgsgeheimnis?

Durch Strebsamkeit Ziele erreichen. Sowohl in der Schule als auch im Studium war ich schon sehr zielstrebig. Das habe ich mir als Unternehmer beibehalten. Das gilt übrigens auch für meinen Vater, der mir ein großes Vorbild ist.

Wie könnte der Titel Ihrer Erfolgsgeschichte lauten?

Nah am Kunden. 

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