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Per Windhund-App zum attraktiven Arbeitgeber

Windhund, heißt das neueste berufliche Projekt vom Paralympics Doppelsieger, Para-Weltmeister und mehrfachen Staatsmeister der allgemeinen Klasse Günther Matzinger. Aktuell arbeitet Matzinger auf den paralympischen Triathlon Erfolg hin. 

Günther Matzinger und Christian Holzer
© WKS/Vogl-Perspektive.at Christian Holzer im Interview mit Günther Matzinger, Gründer der Windhund GmbH (v. re.).

Als WM Sechsten, ist ihm in Tokio 2020 wieder viel zuzutrauen. Beruflich nimmt sein Start-up Windhund Tempo auf. Der Ausnahmesportler hat mehrere Investoren um sich geschart, um in Unternehmen die „Windhund-Workplace“-App anzubieten. Ein Tool, das die individuelle Gesundheit von Arbeitnehmern steigern kann und zudem für Motivation und Zusammengehörigkeitsgefühl im Betrieb sorgt. Was sagt Günther Matzinger, der „Goldsegen“ erlebt hat, zu beruflicher Leistungserbringung? Was zu den Rahmenbedingungen, die Höchstleistungen ermöglichen? Chris Holzer hat ihn zum WorkVision Interview gebeten.

Wie kam es zu Windhund und zum Mut, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

2014 war ich eine Zeit lang durch eine Verletzung außer Gefecht gesetzt. Ich habe mich notgedrungener Weise sehr viel mit Kräftigung und Stabilisierung beschäftigt. Daraus ist ein erstes Übungsprogramm entstanden, das ich begonnen habe zu vermarkten. Die Programme heute sollen die Leistungsfähigkeit im Büro und im privaten Training verbessern. Fast jeder ist ein Leidender, mit Rücken oder Nackenschmerzen zum Beispiel. Wir bieten digitale Tools an. Privat nützen viele Menschen elektronische Hilfen, warum nicht Trainings- und Ernährungstipps in den beruflichen Kontext stellen?

Am Handy eine App?

Unsere App ist downloadbar, wird vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt und kostet den Arbeitnehmer nichts. Die Menschen bekommen einmal täglich neue Inhalte zu Gesundheitsthemen. So entsteht ein ganzer Jahresplan. Damit die App auch genutzt wird, und nicht wie im Fitnessstudio im Jänner jeder präsent ist und im März keiner mehr zum Training geht, ist die Abwechslung in den Inhalten sehr wichtig. Wir haben digitale Kurse, die etwa zwei Wochen dauern, dann wechselt das Thema. Die Inhaltspalette reicht von Ernährung, über mentale Fitness, bis hin zu körperlichem Training. Über Text, Bilder und Videos gibt es eine interaktive, spannende Aufbereitung. In weniger als 5 Minuten ist man durch sein Tagesprogramm durch. 

Wir wollen Mitarbeiter nicht von der Arbeit abhalten, gleichzeitig aber einen Gesundheitsimpuls setzen. Zusätzlich gibt es in der App die tägliche Bewegungspause, mit ein paar effektiven Übungen für den Arbeitsplatz. 
Günther Matzinger, Gründer der Windhund GmbH

Sie sind als Läufer und jetzt als Triathlet Individualsportler, trotzdem sorgt ein ganzes Team für die Höchstleistungserbringung?

Jeder sieht den Einzelsportler und denkt sich, der macht das alleine. In Wahrheit ist es eine Teamleistung, die meine Erfolge ermöglichen. Täglich begleiten mich Trainer, die auf jeden Schwimmzug und Laufschritt von mir achten. Was mir mein Trainer empfiehlt, setze ich um. Ich vertraue darauf, dass er mir nicht einen alten Trainingsplan vorsetzt, sondern die neuesten Erkenntnisse. Es braucht findige Radmechaniker, den Physiotherapeuten, Sponsoren und Presseexperten. Man muss sich aufeinander verlassen können, im Sport und im Unternehmen. Wenn ich ungern ins Unternehmen gehe, reicht ein leichter Schnupfen und ich bleibe von der Arbeit zu Hause, das kostet den Unternehmen richtig viel Geld. Motivierte Menschen, die Sinn in ihrem Tun erkennen, sind für Schnupfen erst gar nicht so anfällig.

Sie haben viel gesehen in Ihrer Karriere gesehen. Ist Erfolg auch einzufahren, wenn zwischen Umfeld und Athlet kein vertrauenswürdiges Verhältnis besteht?

Ich weiß nicht, ob das möglich wäre. Es gibt ganz unterschiedliche Trainertypen. Es gibt die Konsenstypen, die dem Athleten viel Mitbestimmung einräumen. Es gibt aber auch Diktatoren unter den Trainern. Beides kann funktionieren. Die Gefahr in der autoritären Variante besteht im Ausbrennen des Athleten. Ein kompletter Rückzug kann eintreten.

Ist Gesundheit ein rein privates Anliegen oder soll vom Unternehmen Initiative ausgehen?

Wir sehen von einem Extrem zum anderen alles. Es gibt Unternehmen, die die Gesundheit ausschließlich im Privatbereich ihrer Mitarbeiter ansiedeln. Wir kennen aber auch Firmen, die stellen einen Ruheraum zur Verfügung, bringen Masseure ins Unternehmen, bieten Gesundheitskurse an und schauen penibel auf gesunde Ernährung in der Betriebsküche. Das Unternehmen kann Themen wie Ernährung oder auch Bewegung gut in den betrieblichen Alltag integrieren. Wir empfehlen, den Mitarbeitern die nötige Zeit für das Windhund Workout, also die tägliche Bewegungspause, zu geben. Wir wissen, dass sich Gesundheitsförderung für Unternehmen auszahlt. Wir befinden uns zunehmend in einem Arbeitnehmermarkt. Gesundheitsförderung durch Unternehmen zählt heute als Faktor für einen attraktiven Arbeitsplatz.

Günther Matzinger, Windhund GmbH
© WKS/Voglperspektive.at

Die Zeiten haben sich da gehörig geändert?

Das steht im Kalender, man trifft sich im Meetingraum oder im Foyer. Wir haben einmal in einem größeren Unternehmen eine Panne mit der Workout-Einspielung gehabt. Drei Minuten nach dem geplanten Beginn hat mich die Personalchefin angerufen: „Herr Matzinger, hier warten 50 Leute auf das Workout.“ Wir haben rasche Abhilfe gefunden und kurz darauf konnte die tägliche Einheit starten.

Welche Unternehmenskultur forcieren Sie im eigenen Unternehmen?

Wir nutzen selbst unsere Programme. Ich gebe keine Betriebskultur vor, sie entwickelt sich aus uns allen heraus. Wir haben eine gemeinsame Marschrichtung. Das Einbringen jedes Mitarbeiters ist hoch erwünscht. Ich sage gerne einmal: „Alles, was ihr hier seht im Unternehmen, hat sich einmal irgendwer ausgedacht. Alles ist aber veränderbar.“ Jeder Mitarbeiter hat die Freiheit, Dinge anzustoßen. Jammern hat wenig Sinn, Verbesserungen herbeizuführen schon.

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