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Gewerbe und Handwerk brauchen Wachstumsperspektiven

Jetzt sind verstärkt öffentliche Investitionen gefragt, die auch dem Gewerbe und Handwerk helfen, erklärt WKS-Präsident Peter Buchmüller. Er fordert eine Ausweitung der Direktvergabe durch Gemeinden.

WKS-Präsident Peter Buchmüller: „Unsere Gewerbebetriebe brauchen eine längerfristige Wachstumsperspektive!“
© VOGL-PERSPEKTIVE.AT WKS-Präsident Peter Buchmüller: „Unsere Gewerbebetriebe brauchen eine längerfristige Wachstumsperspektive!“

WKS-Präsident Peter Buchmüller erachtet das Salzburger Gewerbe und Handwerk als besonders wichtig für den Neustart der Salzburger Wirtschaft. „Mit über 4.700 Arbeitgeberbetrieben, über 50.000 Beschäftigten, 47% aller Lehrlingen und insgesamt über 17.000 aktiven Betrieben (inklusive EPU) hängt vieles vom Wiedererstarken dieses Sektors ab“, verweist Buchmüller auf die wichtige Rolle von Handwerk und Gewerbe. „Unsere Gewerbebetriebe benötigen daher dringend eine längerfristige Perspektive, um ihre Rolle als Garant für Beschäftigung und Ausbildung halten zu können“, unterstützt Buchmüller die Anliegen der Sparte.

Vor allem setzt der Salzburger Wirtschaftskammerpräsident auf Maßnahmen zur Konjunkturstützung, auf öffentliche Investitionen und klare Rahmenbedingungen. Im aktuellen Forderungskatalog an die Politik finden sich daher vor allem Maßnahmen, um öffentliche und private Investitionen in Gang zu bringen. Neben dem Handwerkerbonus und In-vestitionsprämien bzw. Investitionsfreibeträgen geht es nun darum, drohende Auftragslücken zu vermeiden, welche sonst die Krise 2020 einzementieren.

Direktvergaben im Interesse der KMU stärken

Die Wirtschaftskammer Salzburg fordert daher im Interesse der Gewerbebetriebe:

  • Eine zügige Umsetzung der von der Regierung beschlossenen Maßnahmen wie den Reparaturbonus, den Investitions-Förderungen und der angedachten Sanierungsoffensive.
  • Eine rasche Baureifmachung und Abwicklung vieler Verfahren, die auch im Bundesland Salzburg Corona-bedingt nicht weitergeführt werden konnten.
  • Das Land Salzburg bereitet zurzeit wesentliche öffentliche Investitionen vor (z. B. neues Landesverwaltungszentrum) und andere Projekte. Generell sollte gelten, dass bei öffentlichen Investitionen eine faire Vergabe in Richtung KMU (kleinere Losgrößen, Einzelausschreibung, regionale Orientierung) eingehalten wird. Dafür hat sich die Sparte Gewerbe und Handwerk viele Jahre intensiv eingesetzt.

Gemeinden als Investitionsmotor stärken

Im Bereich der Gemeinden, Städte und auch im Land sollte zur Investitionsbe-schleunigung die Möglichkeit der Direktvergabe im Interesse der KMU verbessert werden.

  • Konkret fordert die WKS vom Bund eine befristete Erhöhung der Schwellenwerte-Verordnung von derzeit 100.000 auf 200.000 € für die Direktvergabe von Aufträgen.
  • Bei beschränkten Ausschreibungen im Baubereich soll der Schwellenwert von einer auf 3 Mill. € angehoben werden. Diese Möglichkeit sollten auch Städte und Land nutzen können.

„Dies hilft insbesondere den KMU besonders. Denn Gemeinden gehören zu den wichtigsten öffentlichen Auftraggebern für Salzburgs KMU“, stellt Buchmüller fest.

Die WKS selbst wird bei Investitionen mit guten Beispiel vorangehen: Allein die WKS wird in den nächsten fünf Jahren gemeinsam mit Bund und Land bis zu 50 Mill. € in wichtige Bildungsprojekte investieren, beginnend mit dem Neubau der Tourismusschule Klessheim. Noch heuer soll dazu die Ausschreibung gestartet werden.

Noch immer Überhang an offenen Lehrstellen

Ausdrücklich bedankt sich Buchmüller für die starke Position der Gewerbe- und Handwerksbetriebe in der Lehrlingsausbildung. Hier tritt Buchmüller den öffentlichen Darstellungen entgegen, die von einer Lehrlingskrise in Salzburg sprechen. Mit Ende Juni stehen in Salzburg laut AMS insgesamt 1.567 offene Lehrstellen insgesamt 602 Lehrstellensuchenden gegenüber. Jeder Lehrstellensuchende kann also aus 2,6 offenen Lehrstellen auswählen. Lediglich in einigen wenigen technischen Lehrberufen gibt es laut AMS–Statistik einen leichten Lehrstellenmangel, wobei aber viele Betriebe gar nicht ihre offenen Stellen beim AMS melden.

Auch wenn man nur die Zahl der sofort verfügbaren Lehrstellen (670) nimmt und jene der sofort verfügbaren Lehrlinge (423), ergibt sich ein deutlicher Überhang an offenen Lehrstellen. Peter Buchmüller: „Es also sehr kontraproduktiv für die Lehre, wenn permanent von einem drohenden Lehrstellenmangel gesprochen wird, den es trotz Corona-Krise in Salzburg nicht gibt.“

 

 

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