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Wirtschaft fordert mehr FH-Studienplätze

Österreichs Fachhochschulen sollen, aufgeteilt auf drei Jahre, nur 1.000 neue Anfänger-Studienplätze bekommen. Namhafte Unternehmer aus Salzburg sind damit nicht zufrieden. 

In der FH Salzburg hat schon jetzt mehr als ein Drittel der Studienplätze einen technischen Hintergrund.
© FH Salzburg/wildbild In der FH Salzburg hat schon jetzt mehr als ein Drittel der Studienplätze einen technischen Hintergrund.

"Für den FH-Sektor gibt es einfach zu wenig Geld vom Bund", kritisierte kürzlich FH-Salzburg-Geschäftsführer Raimund Ribitsch, gleichzeitig Präsident der Österreichischen Fachhochschulkonferenz und damit oberster Repräsentant der österreichischen Fachhochschulen: "Wir könnten viel mehr junge Leute in den notwendigen Zukunftsqualifikationen ausbilden. Jährlich müssen die Fachhochschulen 50.000 geeignete Bewerber ablehnen, weil es keine Studienplätze dafür gibt." 

Dazu kommt, dass die Studienplatzförderung real ständig weniger wird, die letzte Anhebung war 2016. "Der aktuelle Ausbauplan des Ministeriums wird so zum Engpass der technischen Weiterentwicklung in Österreich", ist Ribitsch überzeugt. Denn angewandte Forschung in Zusammenarbeit mit Unternehmen findet überwiegend in den FH statt. Dort sind die Studierenden nach Absolvierung ihres Studiums in der Regel "job-Ready" – und arbeiten auch zu mehr als 80% in dem Fach ihrer Studienwahl. Umso begehrter sind die jungen Fachleute etwa aus der FH Salzburg. Und umso weniger Verständnis bringt man in Salzburgs Unternehmen für die faktische Ausbaubremse des Ministeriums auf.

"1.000 neue Studienplätze gehen zumindest in die richtige Richtung, sind aber österreichweit viel zu wenig", meint etwa Mag. Marianne Kusejko von der Geschäftsleitung der Sigmatek GmbH in Lamprechtshausen. "Die dadurch fehlenden Absolventen haben einen großen Einfluss auf den Wirtschaftsstandort Salzburg. Künftige Entwicklungen, Produkte, Prozesse, Dienstleistungen, Geschäftsmodelle und sonstige Innovationen können dann möglicherweise nicht mehr von Salzburger Unternehmen oder am Standort Salzburg durchgeführt werden. Die Vision für Salzburg, ein Standort für die Zukunft mit viel Potenzial zu sein, ist dadurch viel schwerer zu erreichen", betont Kusejko.

Ähnlich argumentiert auch KommR Manfred Santner, Geschäftsführer des Liebherr-Werks in Bischofs­hofen: "Der Bedarf an hochqualifizierten technischen Fachkräften ist in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich gestiegen und unsere Nachfrage – vor allem nach IT-Experten – ist weiterhin wachsend. Der Ausbau der FH Salzburg ist deshalb für eine weiterhin erfolgreiche Standortentwicklung unseres Unternehmens von großer Bedeutung."

Auch DI Robert Pumsenberger wünscht sich klare Akzente, um das Interesse für die technische Ausbildung zu fördern. "Dafür braucht es natürlich auch ein entsprechendes Bildungsangebot mit ausreichenden Studienplätzen", betont der CEO der conova communications GmbH. Als "völlig unverständlich" bezeichnet Michael Kohlfürst, Geschäftsführer der PromoMasters Online Marketing GmbH, die unzureichende Ausweitung der Plätze für technische Studiengänge.

Masterplan für mehr Technik in der FH

Dem Wunsch nach mehr Absolventen vor allem in technischen Fächern will die FH Salzburg mit einem "Masterplan" bis 2028 entgegenkommen. Schon jetzt weisen 1.000 der 2.700 Studienplätze einen technischen Hintergrund auf. "Dieser Technik-Anteil soll bis 2023 auf 1.300 und bis 2028 auf 1.800 Studienplätze ausgeweitet werden. Jeder zweite Studienplatz an der FH Salzburg wäre dann ein technischer Studienplatz – und die FH Salzburg hätte dann endgültig die Wandlung zur Technischen Hochschule vollzogen, was das strategische Ziel der Träger WKS und AK darstellt. Dafür soll auch ein eigenes Haus der Technik entstehen", erklärt FH-Geschäftsführerin Doris Walter.

Die Technikfelder, in denen die FH Salzburg expandieren will, sind jene, in denen jetzt und in Zukunft enormer Bedarf herrscht. So sollen die stark nachgefragten Studiengänge MultiMediaTechnology sowie Wirtschaftsinformatik & Digitale Transformation – derzeit nur mit 20 Studienplätzen gestartet – massiv ausgebaut werden. Ebenso Informationstechnik & System-Management – die Säule der IT-Ausbildung in Salzburg und eine der Kernstudiengänge der FH.

Weitere Technik-Felder, die im Masterplan erwähnt werden: Augmented und Virtual Reality, Industrial Informatics (Automatisierung, Industrie 4.0), Material Creation (neue Materialien), Simulation, Gaming und künstliche Intelligenz. "Salzburg formiert sich damit im Sektor der technischen Ausbildung neu. Wir kommen damit einem dringenden Wunsch der Wirtschaft nach", sagt Ribitsch. Allerdings: Das wird nur Wirklichkeit, wenn der Bund die Fördersätze anpasst und deutlich mehr Studienplätze zur Verfügung stellt.

Unterstützung von Land und WKS

Einen wichtigen Verbündeten hat die FH Salzburg seit jeher in Landeshauptmann Wilfried Haslauer. Die Salzburger Landesregierung unterstütze die FH-Pläne in Richtung Technik, berichtet Ribitsch. WKS-Präsident Konrad Steindl sicherte ebenso seine volle Unterstützung zu und wird den Wunsch der FH auch in der WKÖ und darüber hinaus einbringen: "Das ist ein Thema, das alle Wirtschaftskammern und alle Bundesländer berührt. Österreich darf bei der Ausbildung für die Zukunft nicht auf der Bremse stehen!"

Stimmen von Unternehmern:

Kusejko
© WKS

Marianne Kusejko (Sigmatek GmbH): "1000 neue Studienplätze gehen zumindest in die richtige Richtung, sind aber österreichweit natürlich viel zu wenig. Die fehlenden FH-Studienplätze und die dadurch fehlenden Absolventen haben einen großen Einfluss auf den Wirtschaftsstandort Salzburg. Künftige Entwicklungen, Produkte, Prozesse, Dienstleistungen, Geschäftsmodelle oder sonstige Innovationen können dann möglicherweise nicht mehr von Salzburger Unternehmen oder am Standort Salzburg durchgeführt werden. Die Vision und das Ziel für Salzburg, ein Standort für die Zukunft mit viel Potenzial zu sein, wird dadurch viel schwerer umzusetzen und zu erreichen sein."
Pumsenberger
© WKS
Robert Pumsenberger (conova communications): "Wir sind seit einigen Jahren mit dem Problem konfrontiert, dass die Nachfrage nach qualifizierten IT-Arbeitskräften das Angebot übersteigt. Diese Nachfrage wird mit der fortschreitenden Digitalisierung weiter zunehmen. Daher wünschen wir uns klare Akzente, um das Interesse für die technische Ausbildung und diesen stark wachsenden Berufszweig weiterhin zu fördern – und dafür braucht es natürlich auch ein entsprechendes Bildungsangebot mit ausreichenden Studienplätzen."
Manfred Santner
© WKS
Manfred Santner (Liebherr-Werk Bischofshofen): "Der Bedarf an hochqualifizierten technischen Fachkräften ist in den letzten Jahren überdurchschnittlich gestiegen und unsere Nachfrage ist vor allem nach IT-Experten weiterhin wachsend. Der diesbezügliche Ausbau der Fachhochschule Salzburg ist für eine weiterhin erfolgreiche Standortentwicklung unseres Unternehmens von großer Bedeutung." 
Kohlfürst
© WKS
Michael Kohlfürst (PromoMasters Online Marketing GmbH): "Es ist völlig unverständlich, dass das Bildungsministerium die Studienplätze im technischen Bereich derartig einschränkt. Gerade vor dem Hintergrund des merklich zunehmenden Fachkräftemangels benötigen die Betriebe gut ausgebildete Mitarbeiter. FH-Absolventen sind Praktiker, die das Gelernte in den Betrieben schnell umsetzen können. Und genau dieser Wissenstransfer ist für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft ungemein wichtig."
Punzenberger
© WKS
Thomas Punzenberger (Copa-Data): "Wir sind über jeden FH-Abgänger froh, der bei uns beginnen möchte. Über Masse werden wir den internationalen Bildungswettbewerb aber nicht gewinnen. Die österreichischen Ingenieure der Zukunft müssen qualitativ herausstechen, sonst kann der technische Mittelstand nicht überleben. Ich vermisse neben der Diskussion über Quantität und Absolventenzahlen vor allem Pläne für ein qualitativ hohes Bildungsniveau im technischen Bereich – von der Volksschule bis zum Beruf."
Gahleitner
© WKS
Paul Gahleitner (Personalchef Porsche Holding): "Wir sehen die Genehmigung von nur 1.000 neuen Studienplätzen für Österreichs Fachhochschulen als problematisch. Wie viele andere Unternehmen sucht auch die Porsche Holding händeringend nach MINT-Absolventen. Daher würden wir es sehr begrüßen, wenn das Studienangebot in diesem Bereich erweitert und adaptiert wird. Wir unterstützen in diesem Zusammenhang auch die Einführung des neuen Studiengangs Wirtschaftsinformatik & Digitale Transformation an der FH Salzburg."


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