Neuwagenverkäufe gehen weiter zurück
Das Autojahr 2022 brachte den Salzburger Fahrzeughändlern keine Entspannung. Die anhaltenden Lieferprobleme der Automobilhersteller ließen die Umsätze erneut sinken.

Knapp 18.000 Pkw wurden im vergangenen Jahr in Salzburg neu zugelassen. Das ist ein Rückgang von 6% gegenüber 2021. Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 sind die Verkaufszahlen sogar um über 35% eingebrochen. Hauptursachen für die neuerlichen Umsatzeinbußen sind laut Josef Nußbaumer, Obmann des Salzburger Landesgremiums Fahrzeughandel, die anhaltenden Produktionsengpässe und die Rekordinflation.
Aufgrund der anhaltenden Unterbrechungen der Lieferketten und der Ausfälle in der Produktion sowie in Zulieferbetrieben habe es bei nahezu allen Automarken Lieferschwierigkeiten gegeben. "Fehlende Komponenten sorgten bei vielen deutschen Autobauern für einen Stillstand der Produktion“, erklärt Nußbaumer. Das Geschäft leide aber auch unter der immens hohen Teuerungsrate und der damit verbundenen Kaufzurückhaltung, die sowohl bei privaten Autokäufern als auch bei Unternehmen zu bemerken sei "Viele Kund:innen sind vorsichtig geworden, wenn es um größere Anschaffungen geht, da sie nicht wissen, wie sich das neue Jahr entwickeln wird.“
Bei den dieselbetriebenen Pkw gingen die Verkaufszahlen um 10,7% zurück, bei den Benzinern betrug das Minus mehr als 8%. Elektroautos blieben mit 3.238 Neuzulassungen auf dem Niveau von 2021. "Trotz der attraktiven Förderungen durch Bund und Land, die im Vorjahr noch bestanden haben, konnten die Absatzzahlen nicht gesteigert werden“, sagt Nußbaumer. Hauptgrund sei auch hier die mangelnde Verfügbarkeit aufgrund der unterbrochenen Lieferketten. "Manche Marken und Modelle konnten entweder gar nicht oder erst nach Wartezeiten von bis zu einem Jahr geliefert werden.“
Gebrauchtwagen sind Mangelware
Die anhaltenden Lieferprobleme haben auch dem Gebrauchtwagenmarkt zugesetzt. Wurden 2021 noch etwas mehr als 51.000 gebrauchte Fahrzeuge verkauft, so waren es im Vorjahr nur mehr gut 44.000. Ein deutliches Plus gab es nur bei gebrauchten Elektroautos (von 820 auf 1.235). "Für Gebrauchtwagen wurden selten so hohe Preise erzielt wie im Krisenjahr 2022. Solange sich aber an der Liefersituation nichts ändert, wird wohl in ganz Österreich der Gebrauchtwagenmarkt noch länger angespannt bleiben“, meint Nußbaumer.
Trotz der aktuellen Herausforderungen ist der Gremialobmann für das Autojahr 2023 zuversichtlich. Es gebe erste Signale, die darauf hindeuten, dass sich die Autoproduktion in den nächsten Monaten stabilisieren dürfte. "Wir hoffen auch auf eine Ausweitung der Unterstützung für Unternehmen, vor allem was die Energiekosten betrifft, damit dieser für Salzburg so wichtigen Branche mit annähernd 7.000 Mitarbeiter:innen geholfen wird“, so Nußbaumer.