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Salzburg wird Zentrum für das smarte Lernen

Gleich mehrere Ziele hat sich die neue Plattform EdTech Austria vorgenommen: Das Ökosystem Education Technology (EdTech) in Österreich entwickeln und die einschlägige Startup-Szene unterstützen. Im Kern der Aktivitäten steht aber die Frage, wie wir alle mit digitalen Technologien in Zukunft besser lernen können. 

Thomas Layer-Wagner, Polycular, und Hannes Aichmayr, Projektleiter von EdTech Austria, erproben VR-Anwendungen des Salzburger EdTech-Pionier-Unternehmens Polycular.
© Birgit Probst Thomas Layer-Wagner, Polycular, und Hannes Aichmayr, Projektleiter von EdTech Austria, erproben VR-Anwendungen des Salzburger EdTech-Pionier-Unternehmens Polycular.

„EdTech“ wurde dank Corona sehr schnell vom vielzitierten Trendwort zur Notwendigkeit. Zwar hatte das neue Technologiefeld im Zuge der allgemeinen Digitalisierung schon zuvor Konturen angenommen, doch erst Corona gab dem Thema EdTech einen wirksamen Schub. „Nahezu schlagartig wurden 2020 im Bildungssektor Lösungen für das Distance Learning gesucht“, erzählt Hannes Aichmayr, Leiter von EdTech Austria mit Sitz in Salzburg. EdTech Austria eine Gründung von Land Salzburg, der  WKÖ, der WKS und ist beim „ITG – Innovationsservice für Salzburg“ angesiedelt. 

So verbrachten seit März 2020 bis Mitte des Jahres tausende Schülerinnen und Schüler und Studierende und mit ihnen alle Lehrenden ihre Tage vor dem Computer. Doch ist „Remote Learning“ samt digitaler Organisation des Schulablaufs nur ein Aspekt von EdTech. Zwar konnten vom Supertrend „Home-Schooling“ auch österreichische EdTech-Firmen wie „GoStudent“ profitieren, das 70 Mill. € an Investitionskapital an Land ziehen konnte, oder das Messenger-Tool „School Fox“, das großen Aufschwung nahm, doch ging es 2020 vorrangig um den Aufbau der technischen Infrastruktur.

Die zweite Stufe zünden

Doch jetzt sollte die zweite Stufe der Ed-Tech-Rakete gezündet werden, meint Hannes Aichmayr, Experte für digitale Bildung. „Wir wissen, Technik allein sorgt nicht für den Lernerfolg. Jetzt geht es darum, ein neue pädagogische Settings zu entwickeln, die im Mix digital, hybrid und analog funktionieren“. Zwar hat das Bildungsministerium 2020 einen 8-Punkte-Plan für den Weg zur „Digitalen Schule“ gestartet, der Fokus liegt dabei aber nach wie vor auf den infrastrukturellen Voraussetzungen. Hannes Aichmayr: „Da braucht es noch mehr“.

Pilotprojekte machen EdTech anschaulich

„Wir müssen beginnen, neue digitale Lernformen auszuprobieren“, ist Aichmayr überzeugt: „EdTech kann einen pädagogischen Mehrwert liefern“. Dabei sollten auch in der Schule alle verfügbaren Technologien zum Einsatz kommen, die EdTech anzubieten hat, von kreativen Gaming-Elementen bei der Vermittlung von Inhalten bis zur Anwendung von XR-Technologien („Extented Reality“ wie 3D-Brillen oder Augmented Reality). Heißt es also Schulbuch ade? Nicht unbedingt, aber neue Lernformen werden multimedial sein, und vor allem stets greifbar.

Das soll unter anderem in der neuen Tourismusschule Klessheim erprobt werden, die ab Herbst 2021 um 30 Mill. € umgebaut wird. Das Konzept des „International Campus Klessheim“ sieht statt einem „lehrerzentrierten Setting“ neue Arten der Wissensvermittlung vor, wobei individualisiertes Lernen (im eigenen Tempo) und selbstorganisiertes Lernen in Kleingruppen ermöglicht werden soll. Dazu braucht es viel „EdTech“, von „Flipped Classroom“-Konzepten bis zur ständigen Verfügbarkeit von Daten. Die Schülerinnen und Schüler werden sowohl in der Schule, als auch außerhalb an cloudbasierten Dokumenten arbeiten können, von verschiedenen Orten aus und gleichzeitig. Gabi Tischler, GF der Tourismusschulen Salzburg, und in der WKS für Bildung zuständig: „Die Schule wird so zum Anwender neuer Lerntechnologien und zum Innovationspartner für neue digital unterstützte Lernformen.“ Dafür sorgt übrigens auch schon eine beeindruckende Architektur, die neues Lernen unterstützen wird.

Die neue Tourismusschule Klessheim wird zum Anwender neuer Lerntechnologien und zum Innovationspartner für neue digital unterstützte Lernformen.
© TS Klessheim/Max Rieder Die neue Tourismusschule Klessheim wird zum Anwender neuer Lerntechnologien und zum Innovationspartner für neue digital unterstützte Lernformen.

Auf dem Weg zum neuen Lernmix

Im Gespräch ist Hannes Aichmayr auch mit der Salzburger Bildungsdirektion. Denn die Anwendung neuer Lernformen kann nur gelingen, wenn auch die Lehrenden mitmachen. In verschiedenen Schulen im ganzen Land Salzburg sollen Lehrerinnen und Lehrer, wissenschaftlich begleitet von Universität Salzburg und Pädagogischer Hochschule, EdTech-Anwendungen erproben und den EdTech-Unternehmen Feedback geben. In geeigneten Workshops wird den beteiligten Lehrerinnen und Lehrern weiteres digitales Know-how vermittelt. Ähnliche Programme gibt es bereits mit Erfolg etwa in Finnland oder Hongkong, berichtet Aichmayr. Das Projekt soll im Herbst 2021 starten. EdTech Austria bietet sich den Schulen somit verstärkt als Know-how-Partner an, womit gleichzeitig innovatives, digital unterstütztes Lernen stärker Einzug halten kann.

EdTech gibt uns die Chance, die Bildungsziele individueller zu gestalten und auch auf eigenem Pfad zu erreichen. 
Hannes Aichmayr

Zwar konzentriert sich die EdTech-Welt stark auf die Schule, wobei die Hochschulen noch ein eher unterentwickeltes Anwendungsgebiet für EdTech darstellen, doch kommt dem digitalen Lernen in der Aus- und Weiterbildung eine besonders wichtige Rolle zu. Hier ist der Shift zum neuen Lernen schon länger im Gange, wie Melina Schneider, Leiterin der Abteilung für Bildungspolitik der WKÖ, betont: „Der Lernmix in der Aus- und Weiterbildung wird sich deutlich ändern. Auch traditionelle Handwerksbranchen werden ihre Lernformen verändern. EdTech wird den Mitarbeitern in den Unternehmen helfen, maßgeschneidert und effektiver zu lernen“. 

Hannes Aichmayr, Experte für digitale Bildung, leitet seit Jahresbeginn den neuen Hub EdTech Austria.
© Birgit Probst Hannes Aichmayr, Experte für digitale Bildung, leitet seit Jahresbeginn die neue Plattform EdTech Austria.

EdTech in Unternehmen: Flexibel lernen 

„Unternehmen sind in Sachen EdTech einen Schritt voraus“, weiß Aichmayr. Größere Unternehmen etwa haben nur selten IT-Ausstattungsprobleme, wie bis vor kurzem die Schulen. Dazu kommt die Notwendigkeit, immer wieder flexibel neues Wissen vermitteln zu müssen. Und nicht zuletzt verlangen die Digital Natives von selbst neue Lernformen, die zeit- und ortsunabhängig und oft auch in Form von „mobile first“ konsumiert werden können. Wer da nicht mitmacht, hat im „Employer Branding“ schlechtere Karten.

Aber auch in den Betrieben ist noch Luft nach oben: Digital unterstützt wird eher die Vermittlung von allgemeinen Informationen, etwa im Sales-Bereich. Technisch-fachliches Wissen wird oft noch analog vermittelt, doch gerade hier könnten neue visuelle Darstellungsmöglichkeiten die Weiterbildung auf eine höhere Stufe heben. So ist auch die Unternehmenswelt in der Regel ein Stück weit vom „immersiven“ Lernen entfernt, wie dies Salzburgs EdTech-Pionier Thomas Layer-Wagner von Polycular formuliert.

Doch wie könnte denn nun der individuelle und gesellschaftliche Mehrwert von EdTech aussehen? Hannes Aichmayr hat eine schöne Vision zu bieten, die uns die Technologien ermöglichen: „EdTech gibt uns die Chance, die Bildungsziele individueller zu gestalten und auch auf eigenem Pfad zu erreichen. Wir können ein System des selbstermächtigten Lernens schaffen. Am Ende wird so der Lernoutput größer und die Zufriedenheit aller im Bildungssystem steigt wieder.“ 

 

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