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Guter Start für den E-Commerce-Kaufmann

Vor drei Jahren wurde mit dem Lehrberuf E-Commerce-Kaufmann/    -kauffrau eine neue Ausbildung ins Leben gerufen. Die erste Bilanz fällt durchwegs positiv aus.

Laura Häuslschmid hat eine E-Commerce-Lehre bei Red Zac Kappacher in St. Johann absolviert. Unterstützt wurde sie dabei von Eva Ellmauer.
© WKS/Oczlon Laura Häuslschmid (links) hat eine E-Commerce-Lehre bei Red Zac Kappacher in St. Johann absolviert. Unterstützt wurde sie dabei von Eva Ellmauer.

In Salzburg wurden bzw. werden bereits 30 E-Commerce-Lehrlinge ausgebildet. "Diese Zahl wollen wir noch deutlich steigern“, sagt Hans Peter Helminger. Der Geschäftsführer der Kaiser+Kraft GmbH ist zuständig für die Weiterentwicklung des Lehrberufes in Westösterreich. 

Die dreijährige Ausbildung bietet jungen Leuten hervorragende Karriereperspektiven. Sie ist auch ein wichtiger Beitrag zur Digitalisierung, die den heimischen Unternehmen Innovations- und Zukunftschancen eröffnet. Fachkräfte in diesem Bereich sind branchenübergreifend gefragter denn je. "Wir wollen Betriebe dazu motivieren, entsprechendes Know-how aufzubauen und Lehrlinge auszubilden. Besonders kleinere Unternehmen haben so die Möglichkeit, ihre Chancen am Markt enorm zu verbessern“, betont Helminger. 

Vielfältige Lehrinhalte

"E-Commerce-Lehrlinge lernen, wie sie einen Webshop mit Produkten und wichtigen Informationen für die Konsumenten füllen können. Außerdem erwerben sie Kenntnisse im Online-Marketing und in der Optimierung von Websites, die dazu beitragen, dass ihr Unternehmen und dessen Produkte sehr schnell in Suchmaschinen gefunden werden“, fügt Julia Peham, Geschäftsführerin des Landesgremiums Versand-, Internet- und allgemeiner Handel in der WK Salzburg, hinzu. 

Ideale Voraussetzungen für Interessenten seien Kreativität, die Fähigkeit zu komplexem Denken und ein digitales Grundverständnis. "Sie sollten mit Computern und mobilen Endgeräten umgehen können und keine Abneigung gegen die englische Sprache haben.“

Die Ausbildung in der Berufsschule erfolgt unter anderem mit einem eigens für den Lehrberuf entwickelten Online-Tool. Die Lehrabschlussprüfung wird zum Teil digital abgelegt.

Nach der Lehre sind die Absolventen nicht nur in der Lage, Online-Shops aufzubauen und zu betreuen. "Sie können auch Web-Analysen zum Kaufverhalten der Kunden durchführen sowie Schlüsse zur Optimierung der Kundenorientierung und zur Abgrenzung gegenüber dem Mitbewerb ziehen. E-Commerce-Kaufleute arbeiten darüber hinaus mit Statistiken, pflegen Datenbanken und führen Berechnungen durch. Bei diesen vielfältigen Aufgaben wird sicher keinem langweilig“, meint Helminger. Der Handel werde durch den neuen Lehrberuf zu einem noch attraktiveren Arbeitgeber.  

Ein Arbeitsplatz sei jedem Absolventen sicher. "Wer sich entsprechend weiterbildet, kann sogar Karriere als Chief Digital Officer machen und als Vorstand eines großen Unternehmens für Digitalisierungsprojekte verantwortlich sein“, erklärt Helminger.

Die ersten Salzburger E-Commerce-Kaufleute wurden nicht nur bei großen Handelsunternehmen wie dm, Hervis oder Kaiser+Kraft ausgebildet, sondern auch bei kleinen Betrieben, die mit kreativen Lösungen an ihrem Webauftritt feilen. "Kleinere Betriebe, die einen Online-Shop haben, ihre Website selbst gestalten und Online-Marketing betreiben, können ebenfalls E-Commerce-Lehrlinge aufnehmen. In den vergangenen Monaten ist die Zahl der Betriebe, die diese Chance nützen, stark gestiegen“, sagt Julia Peham.

Betriebe profitieren

Ein Beispiel ist Red Zac Kappacher in St. Johann. Laura Häuslschmid wurde in dem Unternehmen mit 35 Mitarbeitern zur E-Commerce-Kauffrau ausgebildet und hat vor kurzem die Lehrabschlussprüfung mit Auszeichnung bestanden. "Die Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule war sehr praxisorientiert und hat mir sehr gut gefallen“, erzählt die 20-Jährige, die sich vor allem um den Webshop und um das Social Media Marketing kümmert. "Wir haben gute Erfahrungen gemacht und hoffen, dass wir wieder einen E-Commerce-Lehrling bekommen“, fügt Eva Ellmauer hinzu. Sie ist bei Red Zac Kappacher für die Werbung zuständig. "Eine Fachkraft, die sich um den Aufbau und die Wartung des Online-Shops kümmert, ist für jedes Unternehmen ein Gewinn“, meint Ellmauer.

Beratung für Betriebe

Das Landesgremium des Versand-, Internet- und allgemeinen Handels hat die "Sprechstunde Digitalisierung“ ins Leben gerufen. In persönlichen Beratungsgesprächen werden gemeinsam mit den Unternehmen erste Digitalisierungsschritte geplant und Betriebe unterstützt, die E-Commerce-­Lehrlinge ausbilden wollen.


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